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"Kinderheime in der Diskussion"

Pressemitteilung und Inhaltsangabe zur 14-teiligen Sendereihe, die am 12.01.2010 im Offenen Kanal Berlin zu sehen war.

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht ein Fall von Kindesmissbrauch bekannt wird, an dem nicht über geistige und körperliche Mißhandlungen von Kindern berichtet wird und wir wollen uns als Top-TV in mehreren Sendungen - und auch als Top-Medien-Berlin - dem Thema „Kinderheim“ zuwenden.

Was in ihnen in den letzten Jahrzehnten geschehen ist, ist erschütternd. Misshandlungen sind alltäglich; die staatliche Aufsicht schaut weg, nimmt alles billigend in Kauf. Hinweise auf die unerträglichen Zustände in den Heimen werden systematisch ignoriert.

Bereits Ende 1947 stellte eine Sachverständigenkommission im Auftrage des Innenministeriums der englischen Besatzungsmacht zu Jugendfürsorgeeinrichtungen in Westfalen fest: „Unser genereller Eindruck von den Heimen in Deutschland ist, dass es diesen nicht gelingt, die fundamentalen Bedürfnisse der Kinder zu verstehen, und dies war insgesamt besonders in Westfalen der Fall, wo auf allen Ebenen ein auffälliger Mangel an Ideenreichtum in der Behandlung schwieriger Kinder besteht. …"

Dann heißt es weiter:

"In der Praxis ist klar, dass ein oder zwei Hauptprinzipien im Betrieb aller Heime akzeptiert werden:

  1. dass Kinder beständig überwacht werden müssen,
  2. dass ein Kind nicht fähig ist irgendeine Wahl von irgendwelcher Bedeutung ohne Anleitung zutreffen,
  3. dass die Einheit im Heim immer die Gruppe und nicht das Individuum ist,
  4. dass die Hauptarbeit des Heimes darin besteht, dem Kind das beizubringen, was ihm fehlt und nicht darin, seine bestehenden Fähigkeiten weiter zu entwickeln."

Was hiermit gemeint ist, wird von anderen schlicht mit den Worten benannt: „Da hat wenigstens Ordnung geherrscht. Aus denen ist dann etwas Ordentliches geworden.“

Die immer lauter werdenden Klagen über die Missstände in den Kinderheimen sprechen jedoch eine andere Sprache.

Es sind aber nicht nur ehemalige Heimkinder, die schwere Vorwürfe erheben, sondern auf die Missstände wurde auch von anderen verschiedenen Stellen aufmerksam gemacht. Es hat Parlamentsuntersuchungen gegeben; die juristische Fakultät der Universität Frankfurt RECHTSGUTACHTEN von Prof. Dr. Erhard Denninger vom 8. Juli 1969] spricht 1969 in einem Rechtsgutachten davon, dass "in der Heimerziehung die Menschenrechte und die Grundrechte der Zöglinge systematisch missachtet wurden."

Auch für Heimkinder gilt, wie Prof. Denninger ausführte, die Wertordnung des Grundgesetzes: "Die staatliche Gemeinschaft ist verpflichtet, bedürftigen Mitbürgern zur Schaffung oder Erhaltung einer menschenwürdigen Existenz Hilfe zu leisten. Das folgt aus dem Auftrag, die Menschenwürde zu schützen (Art. 1 Abs. 1 Satz 2 GG) in Verbindung mit der Verpflichtung auf den Sozialstaat (Art. 20, 28 GG) sowie auf den Grundsatz der Gewährung gleicher Chancen (Diskriminierungsverbot des Art. 3 Abs. 1 GG)."

Wenn wir heute von Missständen in den Kinderheimen sprechen, dann sind diese am Anspruch des Grundgesetzes zu messen, das 1949, vor jetzt mehr als 60 Jahren, verabschiedet wurde.

Im Dschungel der staatlichen Zuständigkeiten gilt für alle staatlichen Institutionen die Verpflichtung zur Achtung und zum Schutz der Menschenwürde. Mangelnde Zuständigkeit ist kein Grund der Entschuldigung und der Untätigkeit!

Dass es die Missstände in den Heimen gegeben hat, wird heute nicht mehr bestritten. Strittig ist jedoch, in welchem Umfang sie vorlagen und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind, Konsequenzen für die zukünftige Gestaltung der Jugendhilfe und Konsequenzen für die ehemaligen Heimkinder, die an den Folgen der unmenschlichen Behandlung bis heute leiden, aufgrund traumatischer psychischer Probleme ihr Leben nicht in den Griff bekamen, an Bildung und Ausbildung oft nicht hinreichend teilhaben konnten, nur schwer, wenn überhaupt, einen Lebenspartner fanden und eine Familie gründen konnten.

Die Heimerziehung hatte Auswirkungen auf ihr ganzes Leben; viele sind daran zerbrochen, viele haben sich am unteren Rand der Gesellschaft notdürftig durchgeschlagen, nur wenigen ist es gelungen, im Berufsleben eine geachtete Stellung zu erlangen.

Anhand von sieben Lebensläufen wollen wir versuchen, die Folgen der damaligen Heimerziehung sichtbar zu machen.

 

 

Die Erziehungspraxis in Heimen der Jugendhilfe in der Nachkriegszeit oder:

Zum Verhältnis von struktureller und personaler Gewalt in der Heimerziehung.
(Vortrag von Prof. Kappeler am 07.10.2009 in Hannover)

Die Binnenorganisation der meisten Heime – vom Säuglings- bis zum Fürsorgeerziehungsheim – kann man mit Goffman als "Totale Institution" beschreiben, die ein System struktureller Gewalt ist. Dieses System drängt die in ihm Lebenden - das Personal und die Kinder und Jugendlichen - zu gewaltförmigem Handeln. Es entsteht eine Hierarchie von Stärkeren und Schwächeren, die die sozialen Beziehungen bis ins Detail regelt.

 

 

Den Text des Vortrages weiter lesen:

Der Kampf ehemaliger Heimkinder um die Anerkennung des an ihnen begangenen Unrechts

Wäre es nicht besser von "Initiative" als von "Kampf" zu reden? Es fällt mir schwer, nach der Kampf-Rhetorik der Erziehung- und Klassenkampfzeit der siebziger Jahre wieder von "Kampf" zu sprechen, wenn es um Auseinandersetzungen in der Sozialen Arbeit heute geht.

Aber die jetzt circa fünfzig- bis achtzigjährigen Frauen und Männer, die als Kinder und Jugendliche in der Heimerziehung der vierziger bis siebziger Jahre leben mussten, kämpfen nun bereits seit 2004 in organisierter Form - einzelne schon seit vielen Jahren - um die Anerkennung ihrer Forderungen.

Dieser Kampf wird ihnen aufgezwungen und geht für viele der Ehemaligen an den Rand ihrer Kräfte oder darüber hinaus. Hier von "Konflikten" oder "Auseinandersetzungen" zu reden, wäre eine Verharmlosung des Geschehens, die von Verantwortlichen der Organisationen ehemaliger TäterInnen und von PolitikerInnen mit Eifer und Ausdauer betrieben wird (Diakonisches Werk Deutschland, Caritas-Verband Deutschland, Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter, Katholische Ordensgemeinschaften, Katholische Bischofskonferenz - der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland schweigt bisher - und Jungendministerkonferenz).

(Aufsatz von M. Kappeler, veröffentlicht in : Widersprüche 29/2009, mit freundlicher Genehmigung der Redaktion)

 

 

Den Text des Aufsatzes weiter lesen:

 

„Ich konnte nicht länger schweigen – aber wer wird mir glauben?“

Über die Traumatisierungen ehemaliger Heimkinder
Vortrag von Prof. Dr. Manfred Kappeler/Berlin zum Thema
Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren in der Bundesrepublik

Während der Anhörung von Sachverständigen zur Heim- und Fürsorgeerziehung der vierziger bis siebziger Jahre durch den Petitionsausschuss des Bundestags im Januar 2008 sagte ein Abgeordneter sinngemäß: Er könne nicht verstehen, warum die ehemaligen Heimkinder heute, dreißig, vierzig oder mehr Jahre nach ihrer Zeit im Heim, mit solcher Dramatik über ihre Erfahrungen reden. Ob es denn überhaupt möglich sei, nach so langer Zeit sich so bestimmt an einzelne Handlungen von Erzieherinnen und Erziehern und an Einzelheiten des Heimalltags zu erinnern.

 

 

Den Text des Vortrages weiter lesen:

Das Schwarzbuch der Kinder- und Jugendämter Deutschlands

Die unheimliche Macht hinter der Justiz

Wir haben an unserer gesellschaftswissenschaftlichen Einrichtung Forschungsarbeiten zur Arbeit der Kinder- und Jugendämter (hier abgekürzt „JA“) durchgeführt. Die Ergebnisse sind so erschreckend, dass wir sie nicht veröffentlichen können. Ganz im Gegenteil sind die Ergebnisse so brisant, dass wir selbst zur Zielscheibe werden können und um unsere Person besorgt sein müssen. Wir können uns nur schützen, indem die Öffentlichkeit alarmiert wird. (Zit. vom Blog von Ronald Filkas).

 

 

Den Text unter dem Externem Link weiter lesen:

 

Wozu das Zölibat taugt? Die Antwort ist einfach. Zum Kinderf......

Tom Appleton, 23.05.2009

Zehntausende Kinder in Irland sind sexuell, körperlich und emotional missbraucht worden - von Nonnen, Pfarrern
(d.h: von katholischen "Priestern") und anderem Personal der (katholischen) Kirche. Und das über Jahrzehnte hinweg. Jeweils in Internaten, Schulen und Wohnheimen, die in erster Linie für die Kinder der Armen, für die Verwundbaren und Unerwünschten hätten Sorge tragen sollen.

Das erfährt man aus einem 2600 Seiten-Report, der soeben in Dublin erschienen ist.

 

 

Artikel bei Telepolis:

 

Den Text weiter lesen:

 

Überlegungen zum Umgang mit Vergangenheitsschuld in der Kinder- und Jugendhilfe

Prof. Dr. Manfred Kappeler

In den fünfziger bis siebziger Jahren war die Heimerziehung/Fürsorgeerziehung das wichtigste Teilsystem der Kinder- und Jugendhilfe und zugleich sein Schluss-Stein, von dem her das ganze sogenannte „Vor-Feld“ bestimmt wurde. Das Unrecht, das Kindern und Jugendlichen in diesem System zugefügt wurde, ist nicht nur die Schuld einzelner Menschen. Diese Schuld betrifft die Vergangenheit der Bundesrepublik insgesamt, einen großen Abschnitt ihrer Geschichte.

 

 

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Kontrollsysteme – Das globale Erbe institutionellen Kindesmissbrauchs

Rede gehalten von Roch Longueépée (Kanada), Gründer & Präsident der „Internations’ Justice Federation“
auf einem Gehörlosenkongress (USA), o.d.

Verehrte Gäste, liebe Mitglieder des Reach Kanada, meine Damen und Herren.

Ich möchte mich bei Ihnen für Ihr Kommen bedanken. Mein Name ist Roch Longueépée, ich bin der Gründer und Präsident der Internations’ Justice Federation. Die Organisation, die sich derzeit noch in der Entwicklung befindet, spricht sich für Veränderungen in den Normen der Entschädigung bezüglich institutionellen Kindesmissbrauchs. Der Verband plädiert auch für einen Wandel in den Jugendschutz-Standards für die aktuelle und für zukünftige Generationen von Kindern.

 

 

Den Text auf englisch weiter lesen:

 

Den Text auf deutsch weiter  lesen:

 

Ehemalige Heimkinder und der Runde Tisch

Von Sieglinde Alexander

Werden die Nachkriegsgequälten Menschlichkeit erfahren?

Seit Monaten verdrehen sich alle Verantwortlichen der kirchlichen Trägerorganisationen die Zungen, dreschen in den Medien leere Phrasen von Bedauern, entschuldigen sich bei den ehemaligen Heimkindern, versprechen Ungenaues für die Zukunft, doch faktisch geschieht nichts.

Noch immer arbeitet der Runde Tisch mit den Fragmenten einer barbarischen Vergangenheit. Hierbei werden die verantwortlichen Kirchen um Aufklärung gebeten, die diese im Endeffekt selbst nicht zu leisten vermögen. Die Kirchen profitieren von ihrer Anwesenheit am Runden Tisch, da sie Informationen erhalten, die sie als Basis für eine Abwehrstrategie nutzen können, um eine Schadensminderung für Diakonie und Caritas zu erarbeiten.

Es stellen sich folgende grundsätzlichen Fragen:

  • Ist in der Zusammenstellung des Runden Tisches eine Fehlbesetzung zu erkennen?
  • Wie sind Menschenrechtsverletzungen zu erkennen, wenn die Menschenrechtskommission keinen permanenten Sitz am Runden Tisch hat?
  • Welche Rechtswissenschaftler untersuchen, ob die erlebten Misshandlungen der Heimkinder in die Kategorie der Menschenrechtsverletzungen gehören?

 

 

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Diese Seite wurde am 02 Januar, 2017 aktualisiert.

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