Rudolf Knies

Wie wir erst heute erfuhren, verstarb unser Mitglied

Rudolf Knies

am 2. März 2015. Wir trauern mit seinen Hinterbliebenen, insbesonderer mit seiner Tochter, die ebenfalls Mitglied bei uns ist.

Mit jedem Menschen verschwindet
ein Geheimnis aus der Welt,
das vermöge seiner besonderen Konstruktion
nur er entdecken konnte,
und das nach ihm niemand wieder entdecken wird.

(Friedrich Hebbel)

Christa Grandmont

verstarb kurz vor ihrem 67 Geburtstag.

Ehemaliges Heimkind und selbst HIV-positiv war sie eine mutige und engagierte Kämpferin in der Aidshilfe Berlin, im Straßenchor der Berliner Philharmonie (gegr. 2009 aus Obdachlosen, Drogensüchtigen und deren Unterstützern) und eben im Verein ehemaliger Heimkinder e.V.

Wir werden ihr Andenken bewahren – und wohl nie mehr die Carmina Burana hören, ohne an sie zu denken!

Schicksal, wie der Mond dort oben,
so veränderlich bist Du,
wächst Du immer oder schwindest! –
Schmählich ist das Leben hier!
Erst misshandelt, dann verwöhnt es
spielerisch den schwachen Sinn.
Dürftigkeit, Grossmächtigkeiten,
schmilzet es, als wär‘s nur Eis.
Schicksal, ungeschlacht und eitel,
bist ein immer rollend Rad:
schlimm Dein Wesen, Glück als Wahn bloss,
fort bestehend im Zergehn!
Überschattet und verschleiert
überkommst Du gar auch mich.
Durch Dein Spiel mit schierer Bosheit
trag ich meinen Buckel nackt.
Wohlergehen, rechter Wandel
sind zuwider mir zurzeit.
Wie mein Will’, so meine Schwäche
Finden sich in Sklaverei.
Drum zur Stunde ohne Säumen
greifet in die Saiten Ihr!
Dass das Schicksal auch den Starken
hinstreckt: das beklagt mit mir!
(Carmina Burana, Glück, Kaiserin der Welt,
25. O Fortuna)

Sylvia lebt nicht mehr – Der Tod gehört zum Leben

Nachruf eines Bruders:

Am 16.07.2015 ist meine Schwester im Mara II Krankenhaus in Bethel gegen 18.00 Uhr im Alter von 57 Jahren verstorben.

So erzählte es mir die Sozialpädagogin und Mitarbeiterin der Evangelischen Stiftung Ummeln, Frau Renate Brücker-H…, die bis zum Ende Bezugs- und Vertrauensperson von Sylvia war. Ganz lieb, fest und kräftig soll sie ein oder zwei Tage vor ihrem Tod, die Hand von Frau Brücker gedrückt haben, mit der sie per “Du” war. Da ahnte sie vermutlich schon, dass sie bald aus diesem Leben für immer scheiden würde. Wenn meine Schwester mich ab und an mal anrief, nannte sie mich zärtlich und liebevoll “Manni”.

Einen ihrer letzten Wünsche konnte ich ihr nicht erfüllen. Sie hatte mich gebeten, dass ich sie zu Weihnachten 2014 besuche. Auch die “Segnungen” des Fonds Heimerziehung (Rentenersatzleistungen plus 10.000 Euro) wurden ihr nicht mehr zuteil, da sie vor der Bewilligung des Antrages verstorben ist.

Zwar hatte ich immer im Auge, dass Sylvia nicht mehr lange leben würde, weil ihre geistigen, seelischen und körperlichen Behinderungen doch beträchtlich waren, dennoch kam ihr Tod plötzlich, heftig und unerwartet. Am Ende ihres Lebens wog sie lediglich nur noch ungefähr 36 Kg.

Sie hat nun den Frieden gefunden, den sie in ihrem kurzen Leben niemals erreicht hat. Bestattet wurde sie in Bielefeld auf dem schönen Sennefriedhof. Dort möge sie ihre letzte Ruhe finden.

Manfred Zielke

Gesa Uter

Unser Mitglied

Gesa Uter

ist im Alter von 72 Jahren verstorben. Viel zu früh für alle, die sie liebten. Wir trauern mit ihrer Familie und ihren Freunden.

So wie ein Blatt vom Baume fällt,
so geht ein Mensch aus dieser Welt.
Die Vöglein aber singen weiter.

Hans-Heinrich Hedder

verstarb am 20. Juli 2015 – er wurde nur 64 Jahre alt!

Wir trauern mit seiner Familie um ein weiteres ehemaliges Heimkind, das die Verletzungen der Heimzeit nicht länger ertragen konnte.

Den Weg, den du vor dir hast, kennt keiner.
Nie ist ihn einer so gegangen, wie du ihn gehen wirst.
Es ist dein Weg. Unverwechselbar.

Franz Anthöfer

Gestern Abend, am 23.05.2015 um 23:00 Uhr erlag Franz seiner schweren Krankheit. Er schlief friedlich und ohne Schmerzen ein.

Wir trauern um einen, der nie aufgegeben hat, zu kämpfen. Sein letzter Wunsch war es, aus den USA in seine Heimatstadt Köln zum Sterben zurückzukehren. Das wurde ihm dank eines Unterstützerkreises von interessierten und engagierten Einzelpersonen, dem VEH e.V. sowie einiger offizieller Stellen ermöglicht. Das er den Kölner Dom und einige andere Stätten seiner Kindheit und Jugend noch einmal wiedersehen konnte, hat ihn in seinen letzten Wochen mit Freude erfüllt.

Wir sind froh und dankbar, dass er nicht allein gelassen wurde, die täglichen Besuche seiner Unterstützer haben ihm bis zuletzt geholfen, seinen schweren Weg zu gehen. Dank dafür.

Stefan Beuerle

Heute erfuhren wir, dass unser ehemaliges Mitglied

am 23. März 2015 in seiner Wohnung verstorben ist.

Stefan Beuerle gehörte zu denen, die bereits vor vielen Jahren auf das Elend der Heimerziehung aufmerksam machten.

Am “Runden Tisch Heimerziehung” (RTH) saß er als Stellvertreter von Frau Djurovic, ehemaliges Heimkind wie er. Er war Mitunterzeichner eines Aufrufes, der gegen den Abschlussbericht des RTH protestierte und sich solidarisch mit allen Heimkindern posititionierte:

“Wir widersprechen der im Abschlussbericht formulierten Absicht, dass erlittene sexuelle Gewalt und deren Folgen an den anderen Runden Tisch „Sexueller Missbrauch” abgeschoben werden soll. Die sexuelle Gewallt ist Teil des in den Heimen praktizierten Unrechts. Eine Aufspaltung der Opfer der Heimerziehung nach unterschiedlichen Gewalterfahrungen lehnen wir ab. Wir protestieren noch einmal gegen die ungleiche politische Behandlung der Opfer der Heimerziehung gegenüber den Opfern sexueller Gewalt in den Internatsschulen. Die Opfer der Heimerziehung fordern, dass die als behindert definierten ehemaligen Heimkinder und die ehemaligen Heimkinder der ehemaligen DDR in die Rehabilitation und Entschädigung mit einbezogen werden.
Wir, die Opfer der Heimerziehung am RTH, haben uns an der Arbeit mit großen Hoffnungen an den Bemühungen des RTH um Aufklärung und angemessene Lösungsvorschläge beteiligt. Ganz bewusst haben wir uns gegen alle Skepsis entschieden, den anderen Mitgliedern dieses Gremiums mit Vertrauen zu begegnen, weil wir der Auffassung waren, dass nur auf dieser Grundlage ein positives Ergebnis zu erzielen sein würde. Dieses Vertrauen ist verloren gegangen, weil uns im Laufe der Zeit deutlich geworden ist, dass unsere Vorstellungen von der Mehrheit am Runden Tisch nicht wirklich ernst genommen worden sind. Die Haltung der Vertreter/innen des Bundes, der Länder, der Kirchen und ihrer Wohlfahrtsverbände – wie sie im Entwurf des Abschlussberichtes zum Ausdruck kommt – hat uns gezeigt, dass wir nicht darauf vertrauen können, dass unsere Vorstellungen in die parlamentarischen Beratungen eingebracht werden, in denen ja letztlich die praktischen Lösungen gefunden werden müssen.” (Auszug)

Seine spätere, selbst auferlegte Aufgabe im Beirat des Fonds Heimerziehung gab er nach kurzer Zeit entnervt auf, weil er keine Lust habe, sich wieder einmal über den Tisch ziehen zu lassen und keine weitere Alibi-Funktion mehr einnehmen wolle.

Wir trauern mit seiner Familie und mit seinen FreundInnen um einen unermüdlichen Kämpfer in Sachen ehemalige Heimkinder.

In Erinnerung an ihn möchten wir an dieser Stelle den Aufsatz “Die Rechnung” (unredigiert) von ihm veröffentlichen.

Download (PDF, 174KB)

Hans-Georg Gritzka

verstarb im Mai 2014, kurz nach Vollendung seines 66. Lebensjahres.
Unsere Gedanken sind mit seiner Tochter.

Der Mensch ist erst wirklich tot,
wenn niemand mehr an ihn denkt.
(Bertold Brecht)