Gerd Fleter

Wie wir erst jetzt erfuhren, verstarb unser Mitglied

Gerd Fleter

Anfang November 2015. Herr Fleter wurde 63 Jahre alt. Unsere Gedanken sind bei ihm und seiner Familie.

Drei Dinge überleben den Tod.
Es sind Mut, Erinnerung und Liebe.
(Anne Morrow Lindbergh)

Willi Kappes

 

verstarb am 20. September 2015 in seinem 60. Lebensjahr.

Willi Kappes verbrachte 45 Jahres seines Lebens als “vergessenes Heimkind” in der Psychiatrie – vollgestopft mit Medikamenten. Nun hat sein Herz versagt, konnte die Verletzungen und Medikamente nicht mehr verarbeiten.

Fragt man das Schicksal:
Warum, warum?
Schicksal gibt keine Antwort.
Schicksal bleibt stumm.
(Anonym)

Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und allen, die ihn kannten und liebten.

Stefan Beuerle

Heute erfuhren wir, dass unser ehemaliges Mitglied

am 23. März 2015 in seiner Wohnung verstorben ist.

Stefan Beuerle gehörte zu denen, die bereits vor vielen Jahren auf das Elend der Heimerziehung aufmerksam machten.

Am “Runden Tisch Heimerziehung” (RTH) saß er als Stellvertreter von Frau Djurovic, ehemaliges Heimkind wie er. Er war Mitunterzeichner eines Aufrufes, der gegen den Abschlussbericht des RTH protestierte und sich solidarisch mit allen Heimkindern posititionierte:

“Wir widersprechen der im Abschlussbericht formulierten Absicht, dass erlittene sexuelle Gewalt und deren Folgen an den anderen Runden Tisch „Sexueller Missbrauch” abgeschoben werden soll. Die sexuelle Gewallt ist Teil des in den Heimen praktizierten Unrechts. Eine Aufspaltung der Opfer der Heimerziehung nach unterschiedlichen Gewalterfahrungen lehnen wir ab. Wir protestieren noch einmal gegen die ungleiche politische Behandlung der Opfer der Heimerziehung gegenüber den Opfern sexueller Gewalt in den Internatsschulen. Die Opfer der Heimerziehung fordern, dass die als behindert definierten ehemaligen Heimkinder und die ehemaligen Heimkinder der ehemaligen DDR in die Rehabilitation und Entschädigung mit einbezogen werden.
Wir, die Opfer der Heimerziehung am RTH, haben uns an der Arbeit mit großen Hoffnungen an den Bemühungen des RTH um Aufklärung und angemessene Lösungsvorschläge beteiligt. Ganz bewusst haben wir uns gegen alle Skepsis entschieden, den anderen Mitgliedern dieses Gremiums mit Vertrauen zu begegnen, weil wir der Auffassung waren, dass nur auf dieser Grundlage ein positives Ergebnis zu erzielen sein würde. Dieses Vertrauen ist verloren gegangen, weil uns im Laufe der Zeit deutlich geworden ist, dass unsere Vorstellungen von der Mehrheit am Runden Tisch nicht wirklich ernst genommen worden sind. Die Haltung der Vertreter/innen des Bundes, der Länder, der Kirchen und ihrer Wohlfahrtsverbände – wie sie im Entwurf des Abschlussberichtes zum Ausdruck kommt – hat uns gezeigt, dass wir nicht darauf vertrauen können, dass unsere Vorstellungen in die parlamentarischen Beratungen eingebracht werden, in denen ja letztlich die praktischen Lösungen gefunden werden müssen.” (Auszug)

Seine spätere, selbst auferlegte Aufgabe im Beirat des Fonds Heimerziehung gab er nach kurzer Zeit entnervt auf, weil er keine Lust habe, sich wieder einmal über den Tisch ziehen zu lassen und keine weitere Alibi-Funktion mehr einnehmen wolle.

Wir trauern mit seiner Familie und mit seinen FreundInnen um einen unermüdlichen Kämpfer in Sachen ehemalige Heimkinder.

In Erinnerung an ihn möchten wir an dieser Stelle den Aufsatz “Die Rechnung” (unredigiert) von ihm veröffentlichen.

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