Noch immer keine Wiedergutmachung für behinderte Heimopfer

Die Empörung ist groß und berechtigt: „Die Fortsetzung einer Reihe von Skandalen!“

Helmut Jacob aus Wetter an der Ruhr ist empört. Seit 10 Jahren betreut er die Homepage einer Opfergruppe: www.gewalt-im-jhh.de. Fünf behinderte ehemalige Heimkinder und vier ehemalige Mitarbeiter fanden sich 2006 zusammen, um Gerechtigkeit für die damaligen Schüler und Schülerinnen im Johanna-Helenen-Heim der Volmarsteiner Anstalten bei Hagen zu erkämpfen. In den Nachkriegsjahrzehnten wurden zahlreiche Kinder Opfer von physischer, psychischer und sexueller Gewalt.

Jacob: „Die damals Hilflosesten der Gesellschaft, behinderte Klein- und Schulkinder, erhalten bis heute nicht einen Cent Wiedergutmachung!“ Er listet die Reihe der Skandale auf: Am „Runden Tisch Heimerziehung“ (RTH) unter Vorsitz der Politikerin und Theologin Antje Vollmer wurden die behinderten Opfer rüde abgewimmelt. Der RTH bearbeite nur die Skandale im Bereich der Erziehungshilfe, zu der die Behindertenhilfe nicht gehöre. Dabei ist klar: Im Kinderheim Johanna-Helenen-Heim fand Schulbildung statt und sollte auch Erziehung stattfinden. Auch wenn beiden Ansprüchen nicht gerecht wurde, so wäre es nicht logisch, das Johanna-Helenen-Heim jenseits der Erziehungshilfe zu sehen.

Jacob: „Der zweite Skandal ist die angebliche Bereitschaft zur Wiedergutmachung für sexuell missbrauchte Kinder durch die Evangelische Kirche.“ Wer aus deren Töpfen maximal 5000 € erhalten will, muss einen seitenlangen Antrag ausfüllen. Jacob: „Die unverzeihliche Aufforderung war: ‘Schildern Sie den Tathergang’“. Es reicht offenbar nicht, die Örtlichkeiten zu schildern, in denen die Missbräuche stattfanden. Die Warnung des Webmasters, dass solche Schilderungen schlimmste Retraumatisierungen nach sich ziehen können, wurde von der Anlaufstelle ignoriert. Jacob führte selbst eine behutsame Befragung durch, in vielen Tagen und verbunden mit manchen Tränen eines Opfers. Jetzt beantwortete er für das Opfer diese Aufforderung zur Tatschilderung. Prompt erhielt er die Antwort, dass sich das Opfer persönlich äußern müsse.

Daraufhin riet der Webmaster vom Ausfüllen des Fragebogens ab.

„Der letzte Skandal“, so Helmut Jacob entsetzt, „ist die immer noch nicht stattgefundene Wiedergutmachung.“ Inzwischen seien alle Gruppenmitglieder zu der Meinung gelangt, dass Bund, Länder und Kirchen offensichtlich die “biologische Lösung“ bevorzugen, um die Zahl der Anspruchsberechtigten durch Todesfälle zu minimieren. „Es ist erschütternd, aber auch bezeichnend, dass Verbrechen, die seit 2006 im Fokus der Öffentlichkeit stehen, immer noch nicht reguliert sind.“ Die Gruppe muss im zehnten Jahr ihres Bestehens erschüttert zusehen, wie mehr und mehr ehemalige Mitschüler versterben, auch an Krankheiten infolge der Gewalt in der „Hölle von Volmarstein“.

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10 Jahre „Freie Arbeitsgruppe JHH 2006“ – kein Grund zur Freude

Pressemitteilung:

10 Jahre „Freie Arbeitsgruppe JHH 2006“ – kein Grund zur Freude

Verbrechen und Mißhandlungen behinderter Kinder in Volmarstein in den Nachkriegsjahrzehnten

 

Mit einer Lüge fing alles an. Der Anstaltsleiter der „Evangelischen Stiftung Volmarstein“, Pastor Ernst Springer, verstieg sich im Frühjahr 2006 in einem Leserbrief in dem Wochenblatt „Unsere Kirche“ zu folgender Formulierung: „Wir wissen aber auch wie Traumatisierungen oft den Blick trüben, zumindest fixieren können.“

Damit wollte er den Schreiber eines vorherigen Leserbriefes endgültig zum Schweigen bringen. Dieser Versuch ist ihm mißlungen. Denn der Schreiber des Leserbriefes hat in Sachen Heimgeschichte nie mit dem Anstaltsleiter gesprochen. Es ging um die Vorstellung des Buches „Schläge im Namen des Herren“ von Peter Wensierski im Wochenmagazin „Unsere Kirche“. Zu dieser bezog Helmut Jacob in seinem Leserbrief Stellung: „Die gute Nachricht zuerst: Die meisten Kinder haben sie überlebt. Und nun die schlechte: Die meisten Kinder haben sie erlebt und einige täglich: Die Hölle von Volmarstein.“

Es folgten weitere Leserbriefe, unter anderem von einem „Opfer der Gewalt in der Körperbehindertenschule der damaligen Orthopädischen Anstalten Volmarstein im ‚Johanna-Helenen-Heim’“.

Eine ehemalige Schülerin, Marianne B., nahm die Kirchenzeitung mit ins Praxiswartezimmer und brach beim Lesen des ersten Leserbriefes ihres Mitschülers Helmut J. zusammen. Der Arzt mußte sie stabilisieren.

Sehr schnell gründete sich eine Arbeitsgruppe aus ehemaligen Schülern und damaligen Mitarbeitern des „Johanna-Helenen-Heims“. Es wurde klar: Wir müssen verdeutlichen, daß es dieses Leid, diese Verbrechen, wirklich gegeben hat. Schon Jahre zuvor faßte Marianne B. ihre Erlebnisse auf vielen Seiten zusammen. Ihre Intension: Wenn ich einmal sterbe, soll man diese Geschichten finden. Andere folgten.

Der „Freien Arbeitsgruppe JHH 2006“ wurde schnell klar, daß ein erstes Ziel die Veröffentlichung eines Buches über die Ereignisse in Volmarstein sein müsste. Im August des Jahres 2006 traf man sich zur ersten Teamsitzung in Holland bei einem ehemaligen Mitschüler. Hier wurde festgelegt, daß die Gruppenstärke maximal 9 Personen, davon 5 Opfer, betragen darf. Sie sollte möglichst einstimmig entscheiden können und dies sei nur bei dieser beschränkten Zahl möglich.

Schnell erkannte man auch die Notwendigkeit, nicht nur auf die Veröffentlichung des Buches zu warten, sondern bereits selbst an die Öffentlichkeit zu treten.

Mitte 2007 war die Internetpräsenz „www.gewalt-im-jhh.de“ im Rohbau erstellt. Die FAG faßte den Beschluß, den gesamten Schriftwechsel mit ihr grundsätzlich zu veröffentlichen, es sei denn, man weise ausdrücklich auf die Vertraulichkeit von Dokumenten hin. Nach dem Wechsel der Anstaltsleitung von Ernst Springer zu Jürgen Dittrich, ebenfalls Pfarrer, entstand ein von Achtung und Respekt geprägtes Verhältnis.

Die Aufarbeitung sollte nun beginnen. Den Vorschlag des Vorgängers, den Archivar des Diakonischen Werkes damit zu betrauen, lehnte die Arbeitsgruppe geschlossen ab. Man sah zu viel Nähe zur Kirche und Diakonie. Und damit verbunden zu wenig Objektivität. Erst die Politikwissenschaftlerin Dr. Ulrike Winkler und der Historiker Prof. Dr. Hans-Walter Schmuhl konnten das Vertrauen der Gruppe gewinnen. Dies hat sich ausgezahlt: Viele betroffene Opfer öffneten sich und berichteten Details aus ihrer erschreckenden Kindheit. Es entstand das Buch „Gewalt in der Körperbehindertenhilfe – Das Johanna-Helenen-Heim in Volmarstein von 1947 bis 1967“.

Dieses Buch wurde im Jahre 2010 der Presse vorgestellt und befindet sich nun in der zweiten Auflage. Bereits im November 2009 trat die Arbeitsgruppe mit ihren zusammengefaßten Erkenntnissen an die Öffentlichkeit und veröffentlichte sie auf ihrer Homepage.

http://gewalt-im-jhh.de/Aufarbeitung_der_Grausamkeiten_171108.pdf

Im Rahmen der Buchvorstellung vor großem Publikum bescheinigte das Historikerduo der Homepage beste Qualität, von der auch beide Autoren profitiert hätten. Heute finden jedes Jahr mehrere hunderttausend Seitenzugriffe statt. Dies auch darum, weil der Webmaster frühzeitig seiner Gruppe die Meinung schmackhaft machen konnte: Wir schmoren nicht im eigenen Saft, sondern wagen den „Blick über den Tellerrand“. Auf diesen Seiten wird dokumentiert, wie die Aufarbeitung in anderen Heimen verläuft.

Auch die Historiker fanden große Anerkennung. Weitere Bücher, so beispielsweise über den „Wittekinds-Hof“ und die „Kreuznacher Diakonie“ folgten. Die Qualität ihrer Bücher macht es aus, daß sie sich von den Auftraggebern nicht beeinflussen lassen.

In Volmarstein entstand als Umsetzung der Aufarbeitung die Namensgebung eines neuen Kinderheims gegenüber dem damaligen „Johanna-Helenen-Heim“ durch das Opfer Marianne B. Im Eingangsbereich des Hauses findet man links vom Torbogen eine Bildergalerie ehemaliger, geschundener Heimkinder. Das Gemälde rechts des Bogens, welches von den Kindern angefertigt wurde, die in diesem Haus leben, zeigt ihr neues Leben. Beide Seiten werden vom Gemälde einer Steinbrücke miteinander verbunden. Von links nach rechts symbolisiert diese den Übergang vom Alten zum Neuen.

Die Arbeitsgruppe fordert Entschädigung durch die Evangelische Stiftung. Dies wird kategorisch abgelehnt. Verschwiegen werden darf aber auch nicht: Finanzielle Einzelfallhilfe wird in jedem Fall und großzügig gewährt.

Unsere Pressekonferenz im Mai des Jahres dient der Erörterung der Fragen: Was haben wir erreicht? Was wollen wir noch? Wie sehen wir den Umgang der in der Verantwortung stehenden Behörden mit ihrer Vergangenheit? Wie steht es um die bisherigen Bemühungen von Bund, Ländern und der evangelischen Kirchenleitung zur Entschädigung der behinderten Heimopfer?

Helmut Jacob
03.03.2016

Anmerkung des Vereins ehemaliger Heimkinder:
Kein Grund zur Freude, dass es diese Gruppe überhaupt geben muss! Ein Grund aber zum Gratulieren! !0 Jahre Mut, 10 Ausdauer, 10 Jahre Recherche, 10 Solidarität, 10 Jahre Kraft!
Wir gratulieren!

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Juristische und psychologische Hilfen beim OEG-Verfahren

Wir freuen uns riesig, dass wir ein juristisch wie auch wissenschaftlich fundiertes Team gefunden haben, das ehemalige Heimkinder, die den Weg zum OEG gehen wollen, unterstützen wird.

Alle ehemaligen Heimkinder – auch diejenigen, die keinen Beratungshilfeschein oder Prozesskostenhilfe erhalten – werden auf Wunsch vertreten und beraten.

Formaler Ablauf:
Wie bislang auch, wird der VEH e.V. den Ehemaligen, die sich entscheiden, einen Antrag nach dem OEG zu stellen, bei den ersten Schritten behilflich sein:

  1. Was ist das OEG überhaupt?
  2. Für wen ist das OEG zuständig, wer kann einen Antrag stellen?
  3. Wo bekommt man weiterführende Informationen, wo die nötigen Formulare?
  4. Wo und wie kann man die Entschädigung beantragen?
  5. Wie kommt man an die notwendigen Unterlagen zur Heimunterbringung, welche Unterlagen sind überhaupt notwendig, braucht es Zeugenaussagen? Mit anderen Worten: Hilfe beim Ausfüllen des Antrages.

Manche dieser Fragen sind schnell geklärt und gelten allgemein:

  1. Das Opferentschädigungsgesetz (OEG) ist ein allgemein und in der ganzen
    Bundesrepublik gültiges Gesetz, es ist nicht auf ehemalige Heimkinder
    zugeschnitten, trifft aber in den meisten Fällen auch auf diese zu.
  2. Das OEG ist für alle zuständig, die eine Gewalttat erlitten haben und nicht privat durch den Schädiger entschädigt wurden/werden konnten. Einen Antrag kann prinzipiell jeder und jede stellen.
  3. Nachzuweisen (glaubhaft zu machenI ist:
    1. Die erlittene Gewalttat
    2. Cie Schädigung an der Gesundheit.
  4. Man bekommt reichlich weiterführende Informationen im Internet, besonders gut und umfassend sind diese auf der Seite des Bundeslandes Bayern.
    http://www.zbfs.bayern.de/opferentschaedigung/gewaltopfer/antrag/index.php
    Falls ein/e Ehemalige/r keinen Internetzugang hat, kann man sich an das
    zuständige Versorgungsamt oder den VEH e.V. wenden.
  5. Ein erster Schritt zur Beantragung ist das Ausfüllen, Unterzeichnen und Einsenden des Formulars, dem möglichst alle vorhandenen Unterlagen (Atteste, vorhandene Gutachten, Beschädigungsausweis etc.) in Kopie beigefügt werden sollten. Rücksprache mit dem Hausarzt und/oder Psychologen ist sehr empfehlenswert!
  6. Diese Frage ist nur individuell zu klären und ist außerdem häufig die schwierigste Frage. Aber in der Regel gibt es auch hier Lösungen, die diskutiert und angegangen werden können und müssen.Bei all diesen Punkten kann der VEH e.V. falls nötig und so gut es geht behilflich sein. Sollten wir einzelne Fragen nicht klären können, werden wir gemeinsam nach Lösungen suchen.

Im besten Fall läuft nun alles reibungslos ab: Eine Rentenzahlung z.B. wird dem/der Ehemaligen zugesprochen, diese/r ist damit einverstanden und alle sind glücklich.

Leider aber zeigt die Erfahrung, dass es höchst selten so unkompliziert abläuft. In dem Falle sollte überlegt werden, ob ein Widerspruch eingelegt wird. Dann (und in komplizierten Fällen natürlich früher) sollte eine fundierte Rechtsberatung hinzugezogen werden, die durch den VEH e.V. vermittlelt werden kann.

Und hier kommt das Angebot des Juristen zum Tragen: Dieser hat mit seiner Kanzlei eine Vereinbarung getroffen, ehemalige Heimkinder, auf welche die o.g. Konditionen zutreffen, zu vertreten. Grundsätzlich können die Kosten über Beratungshilfe im Widerspruchsverfahren und über Prozesskostenhilfe im Gerichtsverfahren abgedeckt werden. Sollte dies im Einzelfall nicht möglich sein, können individuelle Vereinbarungen mit der Kanzlei getroffen werden, so dass jedem die nötige Unterstützung gewährt werden kann.

Um das zu verdeutlichen:
Eine Rente nach OEG wird rückwirkend vom Tage der Antragsstellung gezahlt. Bei einer angenommenen Opferrente nach dem OEG von monatlich 200 Euro und einer Verfahrensdauer von einem Jahr fällt also eine rückwirkende Zahlung von 2.400 Euro an, aus der dann die offenen Kosten bezahlt werden. Diese Zahlen sind natürlich rein fiktiv. Die Höhe der Rente richtet sich der Schwere des erlittenen Gesundheitsschadens. Fällt die Rente höher aus, sind die Rückzahlungen höher, ebenso, wenn das Verfahren länger dauert oder sich über mehrere Instanzen hinziehen sollte. 

Psychologische Gutachten sind meist Verfahrens- und Erfolgsgarant
Einen rein medizinischen Schaden festzustellen, ist relativ einfach. Um das mal banal zu sagen: Arm ab ist Arm ab. Da gibt es wenig zu deuten. Schwieriger wird dies, wenn es sich um einen psychologischen Schaden handelt (der aber durchaus auch körperliche Konsequenzen zur Folge haben kann) – und/oder wenn die Schädigung so lange zurück liegt, wie bei ehemaligen Heimkindern. Hier fordert das Gericht nicht selten ein psychologisches Gutachten ein, welches der Staatskasse zur Last fällt. Dies geschieht allerdings nur dann, wenn der Geschädigte selbst aussagekräftige Befunde vorlegen kann, die dann lediglich noch überprüft werden müssen.

Nun kommt es auf das Gericht bzw. den Richter an, ob er einen Gutachter bestellt oder man selbst die Wahl eines Gutachters hat. Bei gerichtsbestellten Gutachtern passiert es allerdings regelmäßig, dass diese einseitig und deutlich unvorteilhaft für den Kläger ausfallen. In diesem Fall ist es angesagt, ein eigenes, gerichtsunabhängiges Gutachten in der Hinterhand zu haben. OEG-Fälle werden zu ca. 80 % durch medizinische/psychologische Gutachten entschieden.

Hierbei kommt nun der zweite Teil unseres Vorschlages zum Tragen: Die Mitarbeiterin eines engagierten Psychologen, Lehrbeauftragter an der Bochumer Universität, hat sich bereit erklärt, diese Gutachten zu erstellen. Natürlich müssen auch diese honoriert werden, aber auch hier wird sich die Bezahlung in Grenzen halten und kann aus der rückwirkenden Zahlung der Rente nach OEG beglichen werden. Die Höhe der Zahlung für solch ein Gutachten hat der von uns empfohlene Gutachter auf 600 Euro beziffert, wobei auch hier individuelle Vereinbarungen möglich sind

Welche Rolle spielt der VEH e.V. bei all diesem?
Wir werden lediglich die Vermittler zu juristischen und psychologischen Fachkräften sein und im Prinzip das tun, was wir auch bislang getan haben: Im Vorfeld beraten und Hilfestellungen geben. Der Verein kann natürlich keine Rechtsberatungen leisten, aber wir werden uns weiterhin bemühen, für Ratsuchende da zu sein und die ersten Schritte zu begleiten.

Zu Jurist und Psychologen stehen wir in engem Kontakt, da wir die größtmögliche Qualität anzubieten versuchen.

Wie immer sind unsere Beratungen und Hilfen selbstverständlich kostenlos!
Wichtig ist uns vor allem, den Ehemaligen Möglichkeiten aufzuzeigen. Sollten wir etwas nicht wissen, leiten wir selbstredend an kompetente Menschen weiter. Wichtig ist uns auch, eine mögliche Flut von Vorab-Anfragen von der Kanzlei bzw. der Gutachterin fern zu halten, um es diesen zu ermöglichen, sich den wirklich wichtigen – und von uns nicht zu klärenden – Fragen und Arbeiten zu widmen. Schließlich sollen die Kosten so gering wie nur möglich bleiben!

Was wird von den Ehemaligen erwartet und was kommt auf sie bei einer Klage zu?
Ehemalige Heimkinder, die diese – wir meinen wirklich großartigen Angebote – von Jurist und Psychologin aufnehmen wollen, werden gebeten, sich beim Vorstand des VEH e.V. zu melden. Am besten unter den E-Mail-Adressen von Dirk Friedrich d.friedrich@veh-ev.eu oder Heidi Dettinger h.dettinger@veh-ev.eu, notfalls auch telefonisch bei Heidi Dettinger unter 05032-964647. Sie werden von uns dann an Juristen bzw. Gutachterin weitervermittelt.

Wie oben bereits angesprochen, soll diese Vermittlung dazu dienen, Kanzlei und Gutachterin vor einem unnötigen Aufwand zu schützen, um diesen ein möglichst umfassendes und effektives Arbeiten zu ermöglichen.

Es wird die Mitarbeit des Klägers/der Klägerin erwartet. Das heißt, dass diese sich bemühen, ihre Unterlagen und anderes Material, das zur Klageerhebung wichtig ist, dem Juristen und, falls notwendig, auch der Psychologin zur Verfügung zu stellen und die erforderlichen Auskünfte zu geben.

Jeder und jede, der/die eine Klage nach dem OEG anstrebt, muss sich mit Geduld wappnen, da es durchaus zu einer ziemlich langen Verfahrensdauer kommen kann. Wir können hier nur raten, nicht den Mut sinken zu lassen und, soweit möglich, sich Personen im privaten Umfeld zu suchen, die unterstützen und Kraft geben können. Ausdrücklich empfehlen wir, sich bereits während der Antragsstellung mit dem Hausarzt zu beraten!

Natürlich sind wir auch weiterhin bereit, uns mit allen auseinanderzusetzen, die dies brauchen oder sich mit einem von uns aussprechen wollen – auch über den Prozess.

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Martin Mitchell teilt mit:

Auf Seite 16 der 16-seitigen Ausgabe: Berlin, September/Oktober 2015 – 65. Jahrgang Nr. 755/56 der »Freiheitsglocke« – »Vereinigung der Opfer des Stalinismus e.V. – Gemeinschaft von Verfolgten und Gegnern des Kummunismus« fand ich heute (24.11.2015) folgende Pressemitteilung:
Pressemitteilung:
Erklärung „Betroffene Heimkinder der DDR“
Der Vertreter der Heimkinder im Fonds Heimerziehung DDR und Mitglied im Lenkungsausschuss Heimfonds DDR, Ralf Weber, gibt nachfolgende und durch einstimmigen Beschluss der Arbeitsgruppe „Betroffene Heimkinder der DDR“ (ABH DDR) legitimierte Erklärung ab.
1. Der Zusammenschluss und die im Interesse der betroffenen Heimkinder beider deutscher Staaten gemeinsam gegründete Arbeitsgruppe ehemaliger Heimkinder Deutschland (AeHD) wird mit sofortiger Wirkung aufgekündigt.
Beide Gruppen sind nicht mehr berechtigt im Namen des AeHD zu handeln, oder Erklärungen abzugeben.
Die Auflösung der gemeinsamen Arbeitsgruppe, wird durch den Austritt, der vormals selbständig agierenden Arbeitsgruppe ABH DDR, aus dem AeHD notwendig. Die sachliche Zusammenarbeit der beiden Betroffenengruppen ist mit sofortiger Wirkung beendet.
Dieser Schritt wird notwendig, nachdem es zu Eigenmächtigkeiten einer Person gekommen ist und damit eine Arbeitsgrundlage nicht mehr auf gemeinsamer Vertrauensbasis stattfinden kann.
2. Die von der Politik eingesetzte Ombudsperson [ Prof. Dr. Peter Schruth ] ist wegen eigenmächtiger Handlungen und damit einhergehenden massiven Vertrauensbruch und dem Verlust einer gemeinsamen Arbeitsgrundlage, zwischen seiner Person und den Vertretern der Heimkinder DDR, der Arbeitsgruppe ABH DDR, für die Funktion einer Ombudsperson nicht mehr geeignet.
Das Vertrauen der Arbeitsgruppe ABH DDR, gegenüber der Ombudsperson ist nicht mehr gegeben.
3. Mit dem Austritt aus dem AeHD nimmt die Arbeitsgruppe „Betroffene Heimkinder der DDR“ (ABH DDR) die Interessenvertretung der Heimkinder der DDR wieder selbständig wahr. Die Interessenvertretung für die Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ für Opfer der Heimerziehung aus Psychiatrien und der Behindertenhilfe, wird ebenfalls durch die Arbeitsgruppe ABH DDR wahr genommen. Im ABH DDR sind Betroffene dieser Opfergruppen vertreten.
Berlin den 28.September 2015
gez. Rainer Buchwald, gez. Roland Günsche,
gez. Roland Militz, gez. Ralf Weber
Ansprechpartner Ralf Weber: [
E-Mail: roland_militz@gmx.de
Das Ganze existiert nur am Ende dieses 16-seitigen PDF-Dokuments, das aber keine aufrurfbare Internet-Adresse hat. Das könnt Ihr nur irgenwie durch googlen finden.
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KEINE ZWANGSARBEIT…?

Es gibt mal wieder ein neues Forschungsvorhaben, eine neue Erhebung, neue Fragen. Diesmal zur

Arbeitsverpflichtungen von Kindern und Jugendlichen in den Jugendhilfeeinrichtungen der DDR

Auffällig ist bei der Beschreibung des Projektes, dass das Wort ZWANGSARBEIT wieder einmal vorsichtig vermieden wird. Gefragt wird vielmehr “ob und in welcher Form es in Einrichtungen der Jugendhilfe der DDR zu unverhältnismäßigen Arbeitsverpflichtungen gekommen ist”.

Die Ostbeauftragte Gleicke jedenfalls ruft zur Teilnahme auf.

Wer gewinnt bei einer solchen Erhebung? Schwer zu sagen… Spötter meinen: auf jeden Fall die, die sich hier einen Posten verschafft haben. Ob Ehemalige von diesem Projekt profitieren, bleibt abzuwarten. 

Wir veröffentlichen hier mal den kompletten Fragebogen in einzelnen PDF-Dateien.

Download (PDF, 69KB)

Download (PDF, 82KB)

Download (PDF, 143KB)

Download (PDF, 41KB)

Download (PDF, 41KB)

Wer sich über das Institut schlau machen will, kann dies hier tun.

800kinderheim02

Auf jeden Fall interessant ist der Heimatlas der DDR, in dem man wahrscheinlich alle Heime finden kann. Er ist gut aufgearbeitet und sehr intuitiv gestaltet.

 

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Warum landen “schwierige” Kinder im Ausland

„Der Fall ,Paul‘ aus Dorsten liegt mir quer im Magen“, so Annerose Bilzer, Bürgerfunkerin aus Herten. Sie ist einem brisanten Thema nachgegangen. Die Sendung war am Sonntag, 1. November, um 20 Uhr auf Radio Vest zu hören.

Hintergrund: Über Medienberichte in der ARD-Sendung „Monitor“ erfuhr sie erstmals, dass „schwierige Kinder” ins Ausland gebracht werden, zu sogenannten Individual-Maßnahmen. Sie wollte mehr darüber wissen, nicht nur über die Presse. Sie suchte und fand eine Betroffene: Jasmin R. aus dem Kreis Recklinghausen.

Jasmin war bereit, ihre Geschichte Annerose Bilzer in einem aufrüttelnden Radio-Interview zu erzählen. Ein halbes Jahr lang hatte Jasmin die Schule verweigert, landete im Drogenmilieu, drohte dort unter zugehen, nachdem ihre „kleine heile Kindwelt“ zusammenbrach. Weder schön noch hilfreich waren die Unterbringungen in den Einrichtungen, weder im Sauerland, noch in Bad Salzschlirf/Violeta GmbH/Fulda, in der Wohngruppe für Mädchen mit Borderline. Auch nicht die Unterbringung bei einem Maßnahmeträger, der auch unter einer GmbH in Gelsenkirchen firmierte. Das brachte lediglich einen weiteren schnellen Abbruch.

Therapie in Kirgisien
Sie landete zur Therapie in Kirgisien. „Ja, diese schulische Maßnahme hat sich dann als Auslandsprojekt entpuppt. Und da war ich erstmal sehr schockiert und baff gewesen. Also da hat`s in mir richtig gebrodelt. Dass ich so ins kalte Wasser geschubst wurde! Und dann hatte ich noch zwei Tage Zeit, Klamotten zu packen. Und da ging’s auch schon los.“
Trotzdem fand sie aus allem positiv heraus. Es war ein langer Weg, bis die junge Frau zu ihrem Hauptschulabschluss kam. Und es wird noch ein langer Weg werden, bis sie ihren gewünschten Realschulabschluss in Händen halten wird. Sie wurde zu einer Kämpfernatur – aus der Not geboren.

Parallelen zu Paul in Gelsenkirchen?
Annerose Bilzer fragt sich: Gab es in Jasmins jungem Leben Parallelen zum „Fall Paul” aus Gelsenkirchen, der mit 11 Jahren zu einer Individualmaßnahme nach Ungarn gebracht wurde, obwohl er nach der Grundschule die Empfehlung für das Gymnasium bekam? Was war mit dem Jungen geschehen, der scheinbar, trotz seelischer Not, gut lernen konnte?
Warum gab es keinen Plan B, weder für Jasmin noch für Paul? Mangelt es hier in Deutschland an Kompetenz in den Jugendämtern? Sind diese überfordert? Und wer sieht richtig hin, wenn ein Projekt im In- oder Ausland einmal angelaufen ist? Gibt es gezielte Kontrollen bei der dortigen Unterbringung von Kindern und Jugendlichen? Gibt es einen Ombudsmann/-frau, an den/die sich die Kinder in Not wenden können, eine Adresse, die beim Jugendamt zu erfragen ist? Jasmin fühlte sich oft wie ein Pingpongball. Obwohl sie kein böser Mensch von Grund auf an war, bekam sie stets die falsche Hilfe, wurde hin- und hergeschoben, verzweifelte fast, bis sie nach Kirgisien/Zentralasien kam…

Hier das Interview:
Interview Annerose Bilzer

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VEH e.V. – Sektion Bayern

An alle ehemaligen Heimkinder im Raum Bayern

unser Mitglied Gabriela (selbst ehemaliges Heimkind) möchte gern in Bayern ein “Sektion Bayern” des VEH e.V. ins Leben rufen und wir unterstützen sie gern dabei.

Sollten Sie Interesse haben, melden Sie sich doch bitte bei ihr.

Hier ihr Aufruf an alle Ehemaligen aus dem Raum Bayern:

VEH e.V. – Sektion Bayern
Wir rufen alle ehemaligen Heimkinder im gesamten Raum Bayern auf, sich zu beteiligen. Hier können wir uns austauschen, unterstützen oder einfach kennenlernen.
Ansprechpartnerin: Gabriela
E-Mail: VEH-Bayern@kabelmail.de

In diesem Sinne!
Mit freundlichem Gruß

Heidi Dettinger
Verein ehemaliger Heimkinder e.V., Vorstand

PS: Dieser Aufruf darf auch gern an Nicht-Mitglieder weiter gegeben werden!

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Fonds für Ehemalige aus Einrichtungen der Behindertenhilfe und der Psychiatrie

Man lese und staune: und es gibt sie doch! Zwei Klassen von ehemaligen Heimkindern, nämlich!

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Medikamentenmissbrauch in Heimen

Aus gegebenem Anlass hier noch einmal das Formular zum Medikamentenmissbrauch bzw. zu Medikamentenversuche in deutschen Heimen. Bitte runterladen und möglichst genau ausfüllen. Sollten Belege vorhanden sein (Medikamentenangaben in den Akten, Namen von Ärzten etc. unbedingt in Kopie anfügen!) und an die angegebene Adresse schicken.

Oder melden Sie sich bei dem Vorstand des VEH e.V!

 

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Demo in Hannover

Hier zwei Presseberichte von der Demo am 08.09.2015. Bitte auf die Artikel klicken, um sie zu vergrößern.

Download (PDF, 3.41MB)

Download (PDF, 9.43MB)

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