Eine ehemalige Erzieherin meldet sich zu Wort

In diesem Brief möchte ich von meiner Erfahrung im Probst-Wenker-Kinderheim in Gelsenkirchen-Horst berichten. Ich habe dort 1968 mein Anerkennungsjahr als Kinderpflegerin gemacht und ein weiteres Jahr dort gearbeitet.

Ich war 16 Jahre alt als ich meine Arbeit begonnen habe. In der Kinderpflegerinnenausbildung ist das Thema “Gewalt in der Erziehung” nicht wirklich erwähnt worden.
Das Haus wurde von katholischen Schwestern (Vincentinerinnen?) geleitet und galt als ein modernes Haus (Neubau).
Die Kinder lebten in 16er Gruppen auf einer Station, eine Ordensschwester (ausgebildete Kinderpflegerin), eine Helferin ohne Ausbildung und ich waren die Betreuer. Unser jüngstes Kind war 1,5 Jahre alt, die Älteste 10 Jahre. Nach einer Einarbeitungszeit (6 Monate?) wurde mir am Wochenende die ganze Gruppe allein in Obhut gegeben. Auch hatte ich zusätzlich zu meinem Tagesdienst die Nachtbereitschaft zu übernehmen.

Den Erziehungsstil der Nonne kann man ohne Einschränkung als autoritär bezeichnen, Disziplin, Ruhe, Sauberkeit und Ordnung im Haus waren die wichtigsten Grundsätze und wurden mit Gewalt durchgesetzt.
Ich muß leider von mir sagen, daß ich mich diesem Stil untergeordnet habe und keine Fragen dazu stellen konnte. Das heißt, das auch ich Kinder geschlagen habe. Ich habe so nach und nach dann doch ein Gefühl des Unrechts dazu bekommen. Das wurde unterstützt von anderen Kräften im Haus, besonders von einer jungen Erzieherin, die anders gearbeitet hat. Ich konnte später in ihre Gruppe wechseln und habe viel von ihr gelernt.

Ich möchte mich an dieser Stelle für das Unrecht, daß ich Kindern getan habe entschuldigen und meinem Bedauern ausdrücken, es tut mir leid.

Ich wünsche Ihnen guten Erfolg bei Ihrer Arbeit.

Der Auslöser für meinen Brief ist ein Interwiew mit Antje Vollmer im nw-radio über den grünen Tisch für ehemalige Heimkinder.

Maria H.
(Der vollständiger Name wurde hier aus Personenschutzgründen abgekürzt.)

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In eigener Sache

Heute war ein ereignisreicher Tag der eine Menge Kraft und Konzentration gekostet hat!

Ein ZDF-Kamerateam der Sendung “mona lisa” zeichnete bei mir Zuhause auf. Das Thema war der Skandal um die Menschenrechtsverletzungen durch Medikamententests und der Missbrauch von Psychopharmaka in der Behindertenhilfe, wie auch in den Einrichtungen der Psychiatrien und der “normalen” Kinderheimen. Die sträfliche Ignoranz des RUNDEN TISCH-HEIMERZIEHUNG unter Frau Vollmer, der diese Verbrechen an der Menschenwürde großzügig unter den RT kehrte. Die Ergebnisse der Aufzeichnungen werden demnächst in einer Sendung von “mona lisa” öffentlich.

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Ich kann nur hoffen, das diese Sendung den betroffenen Ehemaligen, ein wenig Genugtuung bringen wird!

Das wir, der VEH, am Thema bleiben und unser möglichstes tun, um Licht in diese Verbrechen zu bringen, steht außer Zweifel. Wir wollen Ergebnisse sehen!

Tatsächlich, dessen sollte man sich aber bewusst sein, stehen wir erst am Anfang der Aufklärung und Aufarbeitung. Viele Unterlagen sind noch nicht gesichtet und eingeordnet.

Die Pharmaindustrie, die Nachfolger der Organisationen und Heiminstitutionen sind aufgefordert die Verantwortung für diese Verbrechen zu übernehmen! Noch wird “verniedlicht” und “klein gehalten”. Doch damit werden wir uns nicht zufrieden geben!

Das schlimme Kapitel, das ungebremst aus der verbrecherischen Nazizeit in den damaligen Neuanfang der entstehenden Bundesrepublik übernommen wurde, muss von allen Seiten beleuchtet werden. Zu fragen ist, wie es möglich war, das keine Kontrolle und/oder Heimaufsicht tätig geworden ist. Das noch Jahrzehnte nach dem Naziregime die Pharmaindustrie und die verantwortlichen Ärzte und Heimleitungen diese Verbrechen an wehrlosen Babys, Kleinkindern und Heranwachsenden verüben durften. – Punktum! – Wir bleiben am Thema!

Dirk Friedrich – VEH-Vorsitzender

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Kinder- und Jugendrechtetagung

Die Umsetzung der Kinderrechtskonvention benötigt 27 Jahre nach der Unterzeichnung entschieden mehr Dynamik. Einen Beitrag wird DIE LINKE. im Hessischen Landtag mit der Tagung zu Kinder- und Jugendrechten am 25. März 2017 leisten. Wir laden Sie sehr herzlich ein, daran teilzunehmen!

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Wir haben zwei höchst kompetente Referenten eingeladen. Dr. Wolfgang Hammer, ehemaliger Abteilungsleiter für Jugendhilfe in Hamburg spricht zum Thema  „Kinder gehören niemandem – außer sich selbst!“. Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Wiesner, Jurist und „Vater“ des SGB VIII, Berlin referiert zum Thema „Das Kinder- und Jugendhilferecht ändert sich – zum besseren?“
Anschließend werden wir uns unter fachkundiger Anleitung an vier Kinder- und Jugendrechten mit der Realität beschäftigen und Umsetzungsschritte festhalten.

In der Anlage erhalten Sie die Vorankündigung. Wir können Ihnen gerne demnächst den etwas ausführlicheren Flyer auch per Post zukommen lassen. Wenn Sie eine bestimmte Anzahl benötigen, bitte ich Sie um Rückmeldung.

Sie können sich schon jetzt anmelden. Am einfachsten ist eine Rückmail. Die Veranstaltung ist für Sie kostenfrei.

Name_____________________________________________________

Organisation________________________________________________

Anschrift___________________________________________________

Mailadresse_________________________________________________

Telefonnummer______________________________________________

Ich melde mich für folgenden Workshop an:

  1. Recht auf Unversehrtheit                                                                          o
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Bewegt sich etwas oder bewegt sich nichts?

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weiterlesen: https://17juni1953.wordpress.com/2016/11/07/heimkinder-bewegt-sich-etwas-oder-bewegt-sich-nichts/

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Geschlossene Heime sind einfach nur falsch!

Heidi Dettinger: “Geschlossene Heime sind einfach nur falsch!”

Posted on October 1 2016

ob_5e9a03_dettingerIm Rahmen meiner Arbeit in der “Freien Arbeitsgruppe JHH 2006”, eine 9-köpfige Opferinitiative behinderter Kleinkinder und Kinder in Volmarstein, bin ich schriftlich oder virtuell einigen interessanten Persönlichkeiten begegnet. Heidi Dettinger vom “Verein ehemaliger Heimkinder e. V.” hat an der Demonstration gegen die Verleihung der Hans-Ehrenberg-Plakette in Bochum teilgenommen. Eine meiner Assistentinnen interviewte sie per Filmkamera. Jetzt ist es endlich Zeit, diese Persönlichkeit vorzustellen.

Heidi Dettinger, Sie gehören zum „Verein ehemaliger Heimkinder e.V.“ (VeH). Was trieb Sie dorthin?

Ich bin selber ehemaliges Heimkind mit Jahrzehnte langer Verdrängungsgeschichte. Aber das klappt offensichtlich nicht ein ganzes Leben lang und als ich anfing, mich mit diesem Teil meiner Geschichte auseinander zu setzen, brauchte ich dringend Verbündete. Nach einiger Sucherei fand ich dann den Verein.

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15 Fragen an die Stiftung “Hilfe und Anerkennung”

  1. Die ungerechte Auszahlungssumme in Höhe von 9.000 € wird mit einem vereinfachten Antragsverfahren begründet.
    Kann dieses VEREINFACHTE Verfahren konkret und für jedes Opfer verständlich erläutert werden?
  2. Wird oder ist bereits sichergestellt, dass die Leistungen nicht mit anderen Sozialleistungen (z.B. Sozialhilfe, Arbeitslosengeld, Rente) verrechnet werden?
  3. Können Opfervertreter jene Opfer vertreten, die aus den verschiedensten Gründen (z.B. fehlende Schreibkraft, geistige
    Behinderung) diese Anträge nicht selbst stellen können?
  4. Sind zur Vereinfachung des Verfahrens Gruppenanträge unter Beifügung bereits vorhandener Erlebnisberichte möglich? Wenn nein, warum eigentlich nicht?
  5. Wird sichergestellt, dass die Opfervertreter für ihre Bemühungen (Porto, Telefongespräche) maximal 10 € pro Opfer nehmen dürfen?
  6. a) Werden Fragebögen benötigt?
    b) Wird auf peinliche Fragen, die den sexuellen Bereich berühren, verzichtet?
    c) Wann und wo werden diese Fragebögen zur Kontrolle im Internet abrufbar sein?
  7. Was geschieht mit den erhobenen Daten? Wo und wie werden diese gesichert, wie lange bleiben sie gespeichert?
  8. Welche Anlaufstellen mit welchen konkreten Adressen einschließlich e-Mailadresse und Telefaxnummer werden wo eingerichtet?
  9. Ab wann kann konkret die Antragstellung erfolgen?
  10. Werden die Anlaufstellen personell so aufgestellt, dass die
    Bearbeitungszeit nicht länger als 4 Wochen dauert? (Jeden Monat sterben weitere Opfer, die überhaupt keine Geldleistungen erhalten!)
  11. Ab wann und in welcher Form erfolgt die Öffentlichkeitsarbeit der Anlaufstellen?
  12. Werden Anzeigen geschaltet, Zeitungen, TV und Rundfunkanstalten in regelmäßigen Abständen über die relevanten Punkte des Fragebogens informiert und verständlich aufgeklärt?
  13. Wird sich darum bemüht, den Begriff “Entschädigung” im Zusammenhang mit dem sogenannten Stiftungsfons zu meiden und somit Falschmeldungen der Presse zu verhindern?
  14. Welche Auszahlungsfristen sind nach der Antragstellung
    vorgesehen?
  15. Es ist bekannt, dass auch behinderte Heimkinder (für
    Volmarstein dokumentiert) und Opfer der Psychatrie Zwangsarbeit leisten mussten. Ohne diese Zwangsarbeit hätte bespielsweise ein Heim für Behinderte gar nicht arbeitsfähig und damit existenzfähig sein können.
    Frage: Wenn Ehemalige in den Heimen der Behindertenhilfe und/oder der Psychiatrie gearbeitet haben, ohne dass Lohn oder Abgaben bezahlt wurden, warum bekommen diese dann einen Pauschalbetrag über 3.000 bis 5.000 Euro und nicht berechnet nach Monaten, wie andere Ehemalige auch?
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“Entschädigung” nur bei Wohlverhalten

Franz Sales Haus und missbrauchte ehemalige Heimkinder

Entschädigung nur bei Wohlverhalten

Wiederholt haben wir im newsletter (1) über die Missachtung und mangelnde bis ausbleibende Entschädigung von Menschen berichtet, die in den 50er bis 70er Jahren in Behinderteneinrichtungen als Kinder misshandelt, missbraucht und vergewaltigt wurden. Insbesondere haben wir die Petition zur Aufarbeitung dieser Verbrechen gegen die Menschlichkeit von Rolf-Michael Decker unterstützt (siehe newsletter Nr. 56/Juli 2014, S. 2ff).

Um Teil haben sich nach Bekanntwerden dieser Übelstände Einrichtungen zur Entschädigung der Betroffenen bereit erklärt. Das gilt auch für das Essener Behindertenheim Franz Sales Haus. Nun kann man/frau diese Zahlungsbereitschaft gundsätzlich positiv bewerten. Verwundert müssen wir jedoch zur Kenntnis nehmen, dass das Franz Sales Haus nicht jedem früheren Opfer eine Entschädigung zugesteht – zum Beispiel Rolf-Michael Decker. Warum? In der Ablehnungsbegründung schreibt das Franz Sales Haus, die Entschädigungen des Heimkinderfonds seien „freiwillige Leistungen“, auf die kein Rechtsanspruch bestehe.

Unseres Wissens gibt es im Sozialrecht die gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtaufgaben, die ein Leistungsträger erbringen muss und die freiwilligen Zusatzleistungen, die der Träger aus eigenem Ermessen zahlt. Diese Unterscheidung hebt aber nicht den Rechtsgrundsatz der Gleichbehandlung auf, unabhängig davon, ob es sich um freiwillige oder Pglichtaufgaben handelt. Das heißt: Hat sich ein Träger zur freiwilligen Zahlung an eine Betroffenengruppe wie die Entschädigung ehemaliger Heimkinder verpflichtet, so sollte die Zahlung bei Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen erfolgen, ungeachtet der Person, ihres Verhaltens oder sonstiger Charaktereigenschaften. Bei Rolf-Michael Decker liegen jedenfalls die Voraussetzungen zur Zahlung vor. Dies hat sogar das Oberlandesgericht Hamm als unabhängige Instanz in einem Urteil festgestellt (siehe newsletter Nr. 55/März 2014, S. 5). Dennoch verweigert das Franz Sales Haus ihm die Entschädigung, womit der Grundsatz der Gleichbehandlung gebrochen wird. Dass Herr Decker dem Franz Sales Haus unbequem ist, weil er entgegen den pseudowissenschaftlichen Studien eines Bernhard Frings die konsequente Aufarbeitung der vergangenen Geschehnisse fordert, kann kein Ablehnungsgrund sein. Damit sich die Leserinnen und Leser selbst ein Urteil über die Entscheidungsgründe des Franz Sales Hauses machen können, dokumentieren wir den Ablehnungsbescheid.

(1) Der newsletter ist eine Beilage der Zeitschrift Bioskop

Dokumentation: Ablehnungsschreiben des Franz Sales Haus
Franz Sales Haus 20.05.2016

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2-Klassen-System auch bei ehemaligen Heimkindern

Nun ist es also amtlich:
Es gibt 2 Klassen von Ehemaligen:
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Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass die Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ nunmehr errichtet werden kann.

In der Besprechung der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am 16. Juni 2016 wurde eine Lösung zu den zuletzt noch offenen Fragen gefunden.

Betroffene, die als Kinder und Jugendliche in der Zeit von 1949 bis 1975 (BRD) bzw. bis 1990 (DDR) in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe und stationären psychiatrischen Einrichtungen Leid und Unrecht erfahren haben und heute noch Folgewirkungen haben, sollen eine pauschale Geldleistung in Höhe von 9.000 Euro erhalten. Sofern Betroffene Arbeit in erheblichem Umfang ohne Einzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen geleistet haben, sollen sie abhängig von der Dauer der Arbeit zusätzlich eine Rentenersatzleistung in Höhe von 3.000 Euro bzw. 5.000 Euro erhalten.

Die Stiftung soll zum 1. Januar 2017 starten, so dass Anmeldungen ab diesem Zeitpunkt erfolgen können.

Um Sie über den weiteren Verfahrensgang und Einzelheiten zu informieren, möchte die Arbeitsgruppe bestehend aus Bund, Ländern und Kirchen Sie gerne zu einem weiteren Gespräch einladen. Sofern Sie daran teilnehmen wollen, bitte ich Sie, sich dafür vorsorglich

Freitag, den 15. Juli 2016, 15:30 Uhr – 16:30 Uhr,
Ort: Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Berlin
vorzumerken.

Eine Einladung mit genauen Angaben wird Ihnen noch übermittelt.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag Salma Belkadi
_________________
Referat SER 3
Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Rochusstrasse 1
53123 Bonn
Tel: +49 (0)228 99 527-3522
Telefax: 0228 99 527-3078
E-Mail (pers.): salma.belkadi@bmas.bund.de
E-Mail: SER3@bmas.bund.de
Internet: http://www.bmas.bund.de

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Die Linke fragt, der LWL antwortet

2016-05-27_Antwort_Hilfsfonds_ehemalige_Heimkinder

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10 Jahre Freie Arbeitsgruppe Johanna-Helene-Heim 2006

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