Deutschland – eine eiskalte Insel im Meer

Österreich hat ein Heimopferrentengesetz!

Sozialausschuss: Rente für misshandelte Heimkinder

beschlossen 6. April 2017, 17:26 14 POSTINGS Monatlich 300 Euro ab Juli 2017 Wien –

Das Vorhaben der Regierung, misshandelten Heimkindern eine gesetzliche Rentenleistung von 300 Euro monatlich zukommen zu lassen, hat im Sozialausschuss des Nationalrats am Donnerstag Unterstützung von SPÖ, ÖVP, Grünen und Neos erhalten. Offen ist noch eine Ausweitung auf Pflegekinder und Mindestsicherungsbezieher. Für Letzteres braucht es eine Verfassungsbestimmung.

Wer in Heimen des Bundes, der Länder und der Kirche missbraucht bzw. misshandelt wurde und dafür eine pauschalierte Entschädigungsleistung vom Heimträger erhalten hat, wird ab Erreichen des Regelpensionsalters bzw. ab Pensionsantritt eine monatliche Zahlung von 300 Euro erhalten. Dieser Betrag gilt laut Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) brutto für netto und wird erstmals ab Juli 2017 ausbezahlt, berichtete die Parlamentskorrespondenz aus dem Ausschuss.

7.000 Fälle

Man rechne damit, dass davon zunächst etwa 2.000 Personen Gebrauch machen werden. Insgesamt geht die Regierung von rund 7.000 Fällen aus, die jährlichen Kosten werden auf vorläufig acht Millionen Euro geschätzt. Damit soll der Einkommensnachteil, der durch staatliches Wegschauen bzw. Nichthinschauen entstanden ist, ein wenig reduziert werden, betonte Stöger.

Ausführlich diskutiert wurde im Ausschuss auch über einen – nicht eingebrachten – Abänderungsantrag der Regierungsparteien. Unter Bezugnahme darauf erklärte Stöger, dass er die Einrichtung einer zentralen Beratungsstelle für wichtig erachtet. Zu klären sei auch noch die Frage der Ausweitung des Bezieherkreises auf Pflegekinder oder Mindestsicherungsbezieher. Um zu gewährleisten, dass die Rentenleistungen nicht auf die Mindestsicherung angerechnet werden, brauche es jedoch eine verfassungsrechtliche Bestimmung.

Hoffnung auf einstimmigen Beschluss

Ausschussvorsitzender Josef Muchitsch (SPÖ) teilte mit, dass die Sozialsprecher der einzelnen Fraktionen am 19. April über die einzelnen Punkte beraten werden. Er hoffe, dass dann im Nationalratsplenum ein einstimmiger Beschluss des Heimopferrentengesetzes (HOG) möglich ist. Vor der Debatte war im Ausschuss ein Expertenhearing angesetzt. Udo Jesionek, Präsident der Verbrechensopfer-Hilfsorganisation Weisser Ring, pochte dabei auf Begleitmaßnahmen und warnte vor Retraumatisierungen. Waltraud Klasnic sprach sich im Namen der von der Kirche eingesetzten Opferschutzanwaltschaft für die Einbeziehung von Missbrauchsopfern auch in Internaten und Pflegefamilien aus. Johanna Zimmerl vom Kinderschutzverein “die möwe” ortete gewisse Ungleichbehandlung, da Opfer von familiärer Gewalt von der Rente ausgeschlossen sind. (APA, 6.4.2017) –

derstandard.at/2000055518528/Rente-fuer-misshandelte-Heimkinder-im-Sozialausschuss-beschlossen

Interessierte werden den genauen Gesetzesentwurf in Kürze auf unserer Homepage im Downloadbareich finden.

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EuGMR: O’Keeffe gegen Irland

Inzwischen liegt dieses wichtige Urteil auch in Deutsch vor!

Download (PDF, 277KB)

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Care Leavers Autralia Network -> VEH e.V.

Care Leavers Australia Network (CLAN) hat dem ständigen Vertreter Australiens bei der UNO  eine Eingabe überreicht für die Anti-Folter-Kommission der UNO! Auf unseren Kontakt hin schrieb uns Leonie Sheedy, Vorsitzende von CLAN:

An der Verein ehemaliger Heimkinder e.V. von Care Leavers Australia Network (CLAN)

11.11.2014

Vielen, vielen Dank für eure Mail.

Es ist sehr gut zu wissen, dass unsere Eingabe an die Anti-Folter-Kommission viel für deutsche ehemalige Heimkinder bedeutet.

CLAN geht an die UNO

CLAN geht an die UNO

Natürlich könnt ihr alles aus unserer Eingabe benutzen, was eurer Meinung dazu dient, dass Deutschen ehemalige Heimkindern Gerechtigkeit widerfährt.

Desto mehr die Anti-Folter-Kommission von diesen Foltern geschehen an Kindern in Waisenhäusern etc. erfährt, umso besser.

Ich kann euch also nur ermutigen, als NGO eine Eingabe bei der Anti-Folter-Kommission zu machen, weil Deutschland dann einen Bericht vor dem Kommittee abgeben muss. Es mag ein oder zwei Jahre dauern, aber sicher könnt ihr rausfinden, wann Deutschland mit seinem Bericht an der Reihe ist.

Es ist sehr interessant, was ihr von den Sachleistungen des Fonds schreibt. Wir von CLAN (Care Leaver Australian Network) hätten das nie so akzeptiert. Lange genug wurden wir von der Regierung kontrolliert!

Wir kämpfen seit nunmehr 7 Jahren um unser Recht – s. Twitter zu unseren Protesten in Melbourne am Montag.

Ich würde euer Schreiben gern auch an Peter McClellan, Vorsitzender der Königlichen Kommission zur Untersuchung von institutionellem Kindesmissbrauch und an die Journalistin Annette Black, weitergeben. Ich hoffe, ihr habt nichts dagegen.

Außerdem wäre es gut, wenn ihr einen Bericht über Pro und Kontra der Zahlungen, wie sie in Deutschland gehandhabt werden, direkt an die Königliche Kommission schicken würdet. Die werden nämlich im Januar einen Entwurf zu Entschädigungen für ehemalige Heimkinder in Australien herausgeben.

Mit freundlichem Gruß

Leonie Sheedy
Vorstand CLAN

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Wir werden ihren Vorschlag aufgreifen und als erstes einen Bericht für die Königliche Kommission zur Untersuchung von institutionellem Kindesmissbrauch an den Richter Peter McClellan und die renommierte Journalistin Annette Blackwell schreiben und auf den Weg schicken.

Gleichzeitig werden wir einen Bericht für den deutschen Botschafter der UNO in New York, Dr. Harald Braun, ausarbeiten und ihm diesen zukommen lassen.

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O`Keeffe gegen Irland

Dank Martin Mitchells unermüdlicher Arbeit können wir heute das Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte verlinken. Leider liegt es nur in englisch vor – ist aber hochinteressant. Sobald es einem deutschen Ehemaligen gelingt, mit seinem Anliegen an diesen Gerichtshof zu kommen, wird auch für Deutschland ein solches Urteil gefällt werden!

http://hudoc.echr.coe.int/sites/eng/pages/search.aspx?i=001-140235

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Amnesty International beschäftigt sich lieber mit Ägypten und Syrien…

Uns erreichte folgende Korrespondenz eines unserer Mitglieder:

An Amnesty International 23. Mai 2013 – Meinung eines Bürgers und Mitgliedes zum neuen Report.

Sehr geehrte Damen und Herren
“Die Dokumentation der Skrupellosigkeit und des Versagens von Staaten, die ihren
eigenen Bürgern die Rechte nehmen oder nicht in der Lage sind, ihre Rechte zu schützen. Rechte wie Meinungsfreiheit, körperliche Unversehrtheit, Versammlungsfreiheit, das Recht auf Bildung, zu denen sich ja die allermeisten Staaten selbst mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte bekannt haben. Die erschreckende Bilanz für 2012: In über 112 Staaten haben wir Folter oder andere Misshandlungen registriert, ebenfalls in über 100 Staaten wurde die Meinungsfreiheit unterdrückt “.

Ihr weltweites Engagement für Menschenrechte ruft große Anerkennung und Beifall bei
allen Menschen rund um den Globus hervor.

Aber Unverständnis, Endtäuschung oder auch Angst entsteht bei vielen Bürgern, wenn
das “starke” Deutschland bei offensichtlichen, auch schwersten Menschenrechtsverletzungen im eigenem Land, großzügig Augen und Ohren verschließt.

Auch der deutsche Rechtsstaat ist kaum noch befähigt oder gewillt, trotz Bekenntnis zur
Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die Rechte seiner Bürger, das Recht auf
Leben und körperliche Unversehrtheit, umfassend und wirksam zu schützen.

Diskriminierung, Misshandlung bis Körperverletzung und Folter (EU-Def.). Korruption in
erstaunlicher freier Skrupellosigkeit und ich erwähne es ungern, Verbrechen gegen das
Leben eigener Bürger, sind auch im deutschen EU-Land nicht mehr zu ignorierende
Tatsachen.

Im Anhang, Fall verbrecherischer Menschenrechtsverletzungen über 17 Jahre im
deutschen Rechtsstaat.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche noch vielen Opfer den erfolgreichen Beistand durch Amnesty International.

Mit freundlichen Grüßen Rüdiger Blohm
Anhang: Dt. Rechtsstaat (PDF)

Antwort amnesty.info@amnesty.de 24.05.2013 14:24
Sehr geehrter Herr Blohm,
vielen Dank für Ihre e Mail.

Amnesty International beobachtet natürlich auch die Menschenrechtslage in
Deutschland: http://www.amnesty.org/en/region/germany

Die Schwerpunkte unserer Arbeit werden maßgeblich von unseren Mitgliedern
(in der deutschen Sektion also überwiegend auch deutsche Staatsbürger)
bestimmt, die sich ehrenamtlich für andere Menschen einsetzen. Diese haben
entschieden, dass wir uns derzeit auf Länder wir Ägypten und Syrien
konzentrieren.

Vielen Dank, AIBeste Grüße Marilena Savvides – Fachreferentin | Welcome Center –
AMNESTY INTERNATIONAL – Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V.
Zentrale Dienste . Zinnowitzer Straße 8 . 10115 Berlin Datum: 23.05.2013 17:33
Anhang “2013 Dt. Rechtsstaat pdf” gelöscht von Marilena Savvides / DE

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Irische Menschenrechtskommission: Frauen in den Magdalen-Wäschereien schutzlos

DER IRISCHE STAAT WAR NICHT IN DER LAGE, DIE MENSCHENRECHTE DER FRAUEN IN DEN MAGDALEN WÄSCHEREIEN ZU SCHÜTZEN – WIEDERGUTMACHUNGSSYSTEM MUSS DEN MENSCHENRECHTSVERLETZUNGEN RECHNUNG TRAGEN

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Stand: 18. Juni 2013
Die irische Menschenrechtskommission (Human Rights Commission, IHRC) hat heute den Folgebericht über die staatliche Beteiligung an den Magdalen-Wäschereien veröffentlicht der besagt, der Staat sei seiner Verpflichtung, die Menschenrechte von Mädchen und Frauen in den Magdalen Wäschereien zu schützen, nicht nachgekommen. Die IHRC ruft auf zu einer umfassenden Wiedergutmachung, die individuelle Vergütung, Entschädigung und Rehabilitation der Frauen im Einklang mit staatlichen Menschenrechtsverpflichtungen. Außerdem macht die IHRC eine Reihe von Empfehlungen für erforderliche Maßnahmen, damit sich ähnliches Unrecht in der Zukunft nicht wiederholt.

Der IHRC Folgebericht begutachtet die Fakten in dem Bericht des interministeriellen Ausschusses unter dem Vorsitz von Senator Martin McAleese und beurteilt die Auswirkungen des Unrechtes auf die Menschenrechte für den Staat. Außerdem werden die Feststellungen des IHRC Berichtes von 2010 in Anbetracht der nun verfügbaren Informationen über die Wäschereien neu bewertet. Die IHRC kommt zum Schluss, dass die Menschenrechte der Mädchen und Frauen in den Magdalen Wäschereien nicht in vollem Umfang in Bezug auf Gleichheit, Freiheit, Achtung der Privatsphäre, Bildung sowie dem Verbot von Zwangs-, Pflichtarbeit oder Knechtschaft geachtet wurden.

Anlässlich der Vorstellung des Berichts, sagte Professor Siobhán Mullally, IHRC Kommissar:
„Der Bericht des Interministeriellen Ausschuss (IDC) hat umfangreiche staatliche Beteiligung an den Magdalen Wäschereien bestätigt, zieht aber nicht die richtigen Rückschlüsse in Bezug auf die menschenrechtlichen Verpflichtungen des Staates. Um diese Lücke zu schließen, hat die IHRC die Ergebnisse des IDC-Berichtes an Hand von einer Reihe von menschenrechtlichen Standards bewertet. Wir schließen aus den verfügbaren Beweisen, dass die Menschenrechte von Mädchen und Frauen in den Wäschereien nicht vollständig eingehalten werden. Der Staat handelte unrecht indem er diese Frauen weder adäquat schützte noch auf ihre Klagen über einen langen Zeitraum zu reagieren. Glaubwürdige Vorwürfe des Missbrauchs sollten immer umgehend, gründlich und unabhängig untersucht werden.“

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Professor Mullally fuhr fort:
„Die IHRC wird für eine umfassende Wiedergutmachung, die einen Ausgleich für die Auswirkungen der Menschenrechtsverletzungen für jede einzelne Frau, die in den Wäschereien arbeitete, eintreten. Das Ausmaß der Verstöße und ihre anhaltenden Auswirkungen (auf das Leben der Frauen, Red.) muss bei der Bestimmung der individuellen Vergütung und laufenden Unterstützungen in Betracht gezogen werden. Ferner sollten Maßnahmen ergriffen werden, um zu gewährleisten, dass diese Frauen Wiedergutmachung in Form von verlorenen Löhne, Renten und Sozialleistungen bekommen. Unterstützung muss geleistet werden im Bereich Wohnraum, Bildung, Gesundheit sowie besondere Unterstützung, um mit den psychologischen Auswirkungen der Zeit in den Wäschereien umzugehen.“

Zum Bereich der nicht im vollen Umfang eingehaltenen Menschenrechte, sagte Professor Mullally:
„Die Rechte der Frauen stehen im Mittelpunkt der Einschätzungen des IHRC. Die Magdalen Wäschereien wurden eindeutig mit diskriminierenden Regelungen betrieben. Das Recht von Frauen auf Gleichbehandlung gab es nicht in den Magdalen Wäschereien, da die Regelungen nur auf sie angewendet wurden. Es gab kein Recht auf Bildung für die Mädchen, die wenig oder keine formale Bildung erhielten, nicht einmal Unterricht im Schreiben und Rechnen.“

Professor Mullally fuhr fort:
„Das Recht auf Freiheit von Mädchen und Frauen, die durch die Strafjustiz oder die Jugendämter in die Wäschereien, wurde nicht eingehalten. Es gibt viele willkürliche Inhaftierungen bei denen Mädchen ohne gerichtliche Anordnung in die Magdalen Wäschereien eingesperrt wurden oder nach ihrer Entlassung aus einer sogenannten Besserungsanstalt als eine Form der Verwaltungshaft dorthin verbracht.“

Die Arbeitsbedingungen in den Magdalen Wäschereien erklärte Sinead Lucey, Senior Legal Officer des IHRC:
„Mädchen und Frauen, die in den Magdalen Wäschereien leben mussten, wurden einer Form von Zwangs- oder Pflichtarbeit unterworfen, die eindeutig gegen Irlands Verpflichtungen nach der 1930 Zwangsarbeitskonvention verstießen. Dies wird verschärft durch die Tatsache, dass nicht nur verschiedene irische Regierungen diese Praktiken nicht verbaten und beendeten, sondern im Gegenteil: der Staat selbst profitierte von dieser Zwangs- oder Pflichtarbeit, wenn er kommerzielle Verträge mit den Wäschereien abschloss, weil diese billigsten Angebote hatten. Der entscheidende Faktor war allerdings, dass die Arbeiterinnen unbezahlt waren. Darüber hinaus bedeutet der Zwang zur Arbeit Knechtschaft nach Artikel 4 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) und auch hier ist der Staat gescheitert darin, solche Praktiken zu unterbinden, wenn er im Gegenteil wissentlich erlaubt, dass Mädchen und Frauen ohne Lohn und unter Zwangsmaßnahmen in den Wäschereien arbeiten.“

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Sinead Lucey fuhr fort:
„Wir müssen von den Verletzungen der Menschenrechte von Mädchen und Frauen in den Magdalen Wäschereien lernen, um sicherzustellen, dass sich ähnliches Unrecht nicht wiederholen wird. Das Recht auf Gleichheit ist ein grundlegendes Prinzip der Menschenrechte. Der Staat darf niemals selbstgefällig und diskriminierend besonders die Schwächsten der Gesellschaft behandeln. Umfassendere Schutzmechanismen sind notwendig. Stärkere Regulierung und Aufsicht der Beziehung zwischen Staat und nicht-staatlichen Akteuren bei der Durchführung von Funktionen oder Dienstleistungen des Staates sind dringend erforderlich. Darüber müssen Gesetze erlassen werden, die Zwangs- oder Pflichtarbeit oder Leibeigenschaft als kriminelle Straftat mit hohem Verfolgungsdruck ausweisen. Insgesamt muss es der Staat unterlassen, bestimmte gesellschaftliche Gruppen zu kriminalisieren und zu institutionalisieren sondern muss vielmehr dazu übergehen, diese Gruppen zu unterstützen, denn das Gemeinwohl braucht auch dieses Potenzial.“

Schlüsselempfehlungen

Der Staat sollte:

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  • ein umfassendes Wiedergutmachungprojekt ins Leben rufen, welches individuellen Ausgleich bietet für die Auswirkungen der Menschenrechtsverletzungen von Frauen in den Magdalen Wäschereien;
  • Maßnahmen durchführen, die sicher stellen, dass überlebende Frauen der Magdalen Wäschereien die Entschädigung und Rehabilitation für die erlebten Verletzungen bekommen;
  • als Wiedergutmachung den betroffenen Frauen die verlorenen Löhne, Renten und Sozialleistungen auszahlen, die sie auf Grund der geleisteten Zwangsarbeit verloren haben;
  • für geeignete Rehabilitationsmaßnahmen einschließlich Wohnraum, Gesundheit und Wohlfahrt, Bildung und Hilfe bei den psychologischen Auswirkungen sorgen;
  • Wechselwirkungen mit nicht-staatlichen Akteuren überprüfen, um sicherzustellen, dass die staatlichen Regulierungs- und Aufsichtsfunktionen robust genug sind, um Menschenrechtsverletzungen zu verhindern, bzw. derartigen Vorwürfen gründlich und effektiv zu untersuchen, und gegebenenfalls zu entschädigen;
  • sicherstellen, dass alle glaubwürdigen Anschuldigungen von Missbrauch, die eine Verletzung der staatlichen menschenrechtlichen Verpflichtungen beinhalten, umgehend, gründlich und unabhängig untersucht werden;
  • die Praxis beenden, Menschen mit geistiger Behinderung in psychiatrische Anstalten einzusperren;
  • eine unmittelbare und obligatorische staatliche Kontrolle und Lizenzierung von Heimen für Menschen mit Behinderungen einfahren;
  • ein System für die Bereitstellung von Informations- und Suchdienste verabschieden für Menschen verabschieden, darunter auch für diejenigen, die informell in der Vergangenheit angenommen wurden.

Das englisch-sprachige Original finden Sie hier

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Österreich: Kirche verlor in Streit um Opfer-Datenauskunft

Nun ist es amtlich:
jene Kommission, stets auf die eigene Unabhängigkeit gepocht hat und kirchliche Missbrauchsverbrechen aufklären sollte, ist in Wahrheit ein Teil der Erzdiözese Wien und somit in keiner Weise ‚unabhängig’. In einem aktuellen Bescheid der Datenschutzkommission der Republik Österreich, der nach der Anfrage eines Missbrauchsopfers erfolgte, heißt es:
1. Die sogenannte “Unabhängige Opferschutzkommission” ist organisatorischer Teil der
Erzdiözese Wien und muss deswegen selbst keine Datenschutzgesetze einhalten

2. Die österreichische Bischofskonferenz unterliegt ebenso wie alle anderen Organisationen dem Datenschutzrecht und muss per Bescheid, entgegen ihrer bisherigen Weigerung, allen Betroffenen Auskunft über Art und Inhalt der gespeicherten Daten erteilen.

ARGE Daten: Grundrechte von Opfern massiv verletzt
Die Klasnic-Kommission hatte bisher die Aushändigung von Daten an Missbrauchsopfer u.a. mit dem Argument der kirchenrechtlichen “geistlichen Verschwiegenheitspflicht” verweigert.

Opfer-Plattform und Rechtsanwalt fordern nun die Löschung der Opfer-Daten.

Die Pfoten immer schön gefaltet lassen!

“Der Bescheid der Datenschutzkommission offenbart schwere Mängel in der Umsetzung des Datenschutzgesetzes durch die katholische Kirche “, kritisiert Hans Zeger, Obmann der ARGE Daten. „Mit der Konstruktion einer ‘innerkirchlichen Datenschutzkommission’ wurde versucht, Grundrechte von Betroffenen unzulässig zu beschränken. Im Ergebnis werden kirchliche Missbrauchsopfer zum zweiten Mal Opfer der Kirche. Auch im Bereich Grundrechte und Achtung der Privatsphäre besteht für die Kirche höchster Erneuerungsbedarf.”
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Oder auch hier:
Mann hatte sich an Opferschutzanwaltschaft gewandt und wurde von kirchlicher Datenschutz-Einrichtung kontaktiert

Wien – Ein Missbrauchsopfer hat nun von der Datenschutzkommission der Republik in einem Verfahren gegen die römisch-katholische Kirche recht bekommen. Der Mann, der von der Opferschutzanwaltschaft entschädigt worden war, hatte Auskunft über seine gespeicherten Daten verlangt und wurde daraufhin von der kirchlichen Datenschutzkommission kontaktiert. Diese verweigerte allerdings die Auskunft und verwies wiederum zurück an Opferschutzanwaltschaft.

Der Beschwerdeführer hatte ein “Datenleck” vermutet, da er sich an die Opferschutzanwaltschaft sowie an die kirchliche Stiftung Opferschutz (die für die Entschädigungen aufkommt) gewandt hatte, die Antwort jedoch von der kirchlichen Datenschutzkommission kam. Dort hatte man festgehalten, dass man lediglich die Existenz von “Datenarten” beauskunfte und über keine Inhalte verfüge.
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Klinische Tests an Kindern in Kantons-Kinderheimen und -Psychiatrien?

Münsterlingen/Schweiz
Nahmen ehemalige Heimkinder aus Fischingen in der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen an klinischen Tests teil? Diese Frage kann nur eine Untersuchung klären. Falls erforderlich, wollen die Parteien aktiv werden.

Der Verein Kloster Fischingen hat die Aufarbeitung der Geschehnisse im ehemaligen Kinderheim in die Wege geleitet. Doch nun klagt das ehemalige Heimkind Walter Nowak auch die Psychiatrische Klinik Münsterlingen an. Er befürchtet, Teil einer Versuchsreihe gewesen zu sein. Es steht deshalb die Frage im Raum, ob an Heimkindern Wirkstoffe für neue Antidepressiva getestet worden sind wie unsere Zeitung gestern berichtete.

Kantonale Heilanstalt
Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, müssten die Akten der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen unter die Lupe genommen werden. Für die dortigen Vorgänge ist der Kanton Thurgau zuständig. Die Psychiatrie war damals in den 70er-Jahren eine Kantonale Heilanstalt. «Wir haben keine Kenntnisse über Experimente und auch keine Kenntnisse über Dokumentationen», sagt Regierungsrat Bernhard Koch. Sollte eine Aufarbeitung notwendig werden, wäre seines Erachtens «wohl der Kanton zuständig».

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EFPAC in Brüssel – ein europäisches Netzwerk knüpfen

Workshop „Erwachsene Überlebende von Kindesmissbrauch: Hin zu einem europäischen Netzwerk“ im Europäischen Parlament in Brüssel – ein Bericht

Eingeladen hat Marina Yannakoudakis, MEP, Schirmherrin der EFPAC (Europäische Föderation von in der Kindheit missbrauchten Menschen)

Vorweg sei gesagt: Trotz Einladung der britischen MEP und einer extra Einladung war kein einziger deutscher Parlamentarier anwesend. Beschämend!

Außer den nichtanwesenden deutschen MEPs waren insgesamt ca. 30 Menschen verschiedenster Nationalitäten anwesend.

Warum eine europäische Föderation? Die MItarbeiterInnen der anwesenden Gruppen waren sich einig: Kein Land ist eine Insel.

Wir brauchen eine europäische Föderation, um uns gegenseitig zu stützen, uns zuzuarbeiten, mit einer Stimme zu sprechen. Und um dieser europäischen Stimme mehr Gewicht zu geben. Angedacht wurden verschiedene Möglichkeiten der Arbeit:

  • EFPAC europaweit als Referenz gegen Missbrauch (welcher Art auch immer) von Kindern aufzubauen;
  • Europaweit ein verschärftes Bewusstsein für den Missbrauch zu schaffen und dafür zu sorgen, dass bessere, vereinheitlichte Gesetze geschaffen und diese durchgesetzt werden;
  • Wissenschaftliche Arbeiten zu Gewalt gegen Kinder zu fördern;
  • Ein besonderes Augenmerk in diesem Zusammenhang auf Kinder mit Behinderungen zu halten;
  • Die Beschaffung von Finanzmitteln, um diese Arbeiten bzw. die bereits geleisteten Arbeiten der einzelnen Gruppen voranzutreiben bzw. zu erleichtern.

Als Gruppenmitglieder stellten sich vor:

Die katalanische Gruppe „Federación Vicki Bernadet“,
benannt nach ihrem Gründungsmitglied Vicki, über 8 Jahre in Kindheit und Jugend Opfer sexueller Gewalt im familialen Umfeld.

Laia Alamany Ferré schilderte, dass die Gruppe, die seit 1997 existiert, von der katalanischen und der aragonesischen Autonomieregierung gefördert wird und eine Gruppe von hochmotivierten und –spezialisierten Profis ist, die nicht nur Anlaufzentren für Überlebende sexueller Gewalt sind, selber Therapien anbieten bzw. vermitteln sondern auch wissenschaftlich arbeiten. Ihr Ziel ist es, „Werkzeug“ zu schaffen für AllgemeinmedizinierInnen, KinderärztInnen, PsychologInnen, LehrerInnen aber auch Eltern und Großeltern um es den o.g. zu erleichtern, zu erkennen, dass ein Kind sexuelle Gewalt erlebt hat/erlebt.

Ein wichtiges Arbeitsgebiet für die Federación ist es, die sexuelle Gewalt an körperlich und/oder geistig behinderten Menschen aufzudecken, der laut wissenschaftlichen Untersuchungen bei 80% (!) liegt.

Der Verein ehemaliger Heimkinder e.V. 
Hier schilderte Heidi Dettinger die desolate Situation in der sich die Insassen deutscher Heime in den 1945er bis hinein in die späten 70er (oder später) befanden.

Sie schilderte besonders die Ausmaße der Zwangsarbeit verbunden mit den psychischen und körperlichen Grausamkeiten bis hin zu teilweise jahrelanger sexueller Gewalt. Des weiteren schilderte sie die heutige Arbeit des VEH e.V., die nicht vorhandene Förderung dieser Arbeit, die Unaufmerksamkeit und praktische Fahrlässigkeit, mit der die Überlebenden im heutigen Deutschland (Ost und West) zu kämpfen haben.

Die englische Gruppe NAPAC
(Nationale Gruppe in der Kindheit missbrauchter Menschen) wurde vorgestellt von Peter Saunders, selber Überlebender und (Mit-)begründer von NAPAC.

Auch hier fiel auf: Die Gruppe wird von englischen Wohlfahrtsverbänden gefördert, so dass es ihnen möglich ist, fest angestellte Kräfte zu beschäftigen, sie außerdem über ein Büro in London verfügen und es ihnen möglich ist, zu Kongressen, Treffen und Workshops wie dem hier beschriebenen in Brüssel zu reisen, ohne ihre Kassen „plündern“ zu müssen.

Die Gruppe arbeitet sehr viel mit Telefonberatung – d.h. sie hat ihre eigene Hotline – und mit sehr guten kleinen Broschüren zu Themen, die Überlebenden von sexueller Gewalt unter den Nägeln brennen. Sie bieten außerdem Therapien und Workshops zum Thema an.

Ein Teil der laufenden Arbeit ist investigativ und Peter Saunders erzählte sehr plastisch von dem unsäglichen Skandal um Jimmy Savile, der England erschüttert und immer weitere Kreise zieht – bis in höchste Regierungs- und Kirchenkreise und hinein ins englische Königshaus.

Außer den o.g. Gruppen waren noch anwesend:

  • Christian Banks der Gruppe „MOGiS“ (MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren). Christian Banks stellte die Online-Befragung „Sexuelller Missbrauch an Kindern und Jugendlichen und Beeinträchtigung der Lebensqualität“ kurz vor.
  • Ein belgischer Sportmediziner, der über die laufenden Untersuchungen über sexuelle Gewalt im Vereinssport berichtete und den Schul- und Vereinssport praktisch eine „Tummelwiese“ für Vergewaltiger nannte, die dringenst durchleuchtet werden müsse.
  • Eine belgische Gruppe, die für Missbrauchs- und Gewaltopfer eine Chatline anbietet, da es besonders für Jugendliche leichter sei, sich via Chat zu öffnen, als zum Telefon zu greifen. Diese Chatline ist noch in der Erprobungsphase und der VEH e.V. wurde gebeten, als Beobachter an dieser Chatline teilzunehmen.

Meine Einschätzung dieser Veranstaltung (die nach dem offiziellen Teil in Einzelgesprächen mit den Anwesenden bestätigt wurde) ist, dass sie ein wichtiger Schritt in Richtung einer europäischen Zusammenarbeit war, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, unsere Arbeit – sowohl auf europäischer, als auch auf nationaler Ebene – als förderungswürdig darzustellen.

Und dass es sehr gut ist, zu wissen, dass andere mit denselben Problemen kämpfen und eventuell von ihren Lösungsansätzen zu lernen.

Beschämend finde ich, dass die Arbeit der anwesenden Gruppen in ihren jeweiligen Ländern honoriert und gewürdigt wurden, dass die Gruppen sowohl strukturelle als auch finanzielle Hilfen für ihre wichtige Arbeit bekommen – nur Deutschland lässt seine ehemaligen Heimkinder, Überlebende deutscher Kinderheimhöllen, im Regen stehen, bzw. meint, dass mit einem Almosen für einige wenige Ehemalige alles vom Tisch sei!

Mehr denn je bin ich der Meinung, dass wir ihnen zeigen müssen und zeigen werden, dass wir uns damit nicht zufrieden geben werden!

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VEH-Vertreterin mit EFPAC in Brüssel

Wir rufen alle deutschen Mitglieder des Europäischen Parlamentes auf, sich an dem Workshop zu beteiligen!

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