!!! BETROFFENE GESUCHT !!!

Für das Nachrichtenmagazin Aktuelle Stunde im WDR Fernsehen berichte ich seit dem vergangenen Herbst über Medikamentenversuche und –missbräuche, die Kinder in Heimen, Psychiatrien und Behinderteneinrichtungen in der Nachkriegszeit erleiden mussten. Bei meinen Recherchen und Gesprächen mit Experten ist immer wieder die Frage nach einer angemessenen Aufarbeitung, Aufklärung und Entschädigung für Betroffene aufgekommen. Politik und Behörden verweisen dazu neuerdings auf die Stiftung „Anerkennung und Hilfe“, die Anfang des Jahres ihre Arbeit aufgenommen hat.

Ich möchte nun gern herausfinden, wie die Stiftung arbeitet, wie die Anlaufstellen auf die Betroffenen eingehen, welche Hilfsangebote sie leisten und wie das Prozedere im Allgemeinen abläuft. Dafür bin ich nun auf der Suche nach einem Betroffenen aus NRW, der sich an die Stiftung wenden möchte, weil er in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie oder Einrichtung der Behindertenhilfe in NRW Medikamentenversuche und –missbräuche erfahren hat.

Bevor wir Dreharbeiten anstoßen, würden selbstverständlich vertrauliche Gespräche stattfinden. Gemeinsam mit dem Betroffenen wird dann überlegt, wie ein Beitrag über die Erfahrungen in der Vergangenheit und die jetzige Aufarbeitung aussehen kann. Erst dann würden wir ein Interview führen und weitere Dreharbeiten planen. Denkbar wäre etwa der gemeinsame Besuch bei der Anlaufstelle der Stiftung.

Über Rückmeldungen von Betroffenen oder Hinweise auf weitere Ansprechpartner würde ich mich sehr freuen: carolyn.wissing@fm.wdr.de

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15 Fragen an die Stiftung “Hilfe und Anerkennung”

  1. Die ungerechte Auszahlungssumme in Höhe von 9.000 € wird mit einem vereinfachten Antragsverfahren begründet.
    Kann dieses VEREINFACHTE Verfahren konkret und für jedes Opfer verständlich erläutert werden?
  2. Wird oder ist bereits sichergestellt, dass die Leistungen nicht mit anderen Sozialleistungen (z.B. Sozialhilfe, Arbeitslosengeld, Rente) verrechnet werden?
  3. Können Opfervertreter jene Opfer vertreten, die aus den verschiedensten Gründen (z.B. fehlende Schreibkraft, geistige
    Behinderung) diese Anträge nicht selbst stellen können?
  4. Sind zur Vereinfachung des Verfahrens Gruppenanträge unter Beifügung bereits vorhandener Erlebnisberichte möglich? Wenn nein, warum eigentlich nicht?
  5. Wird sichergestellt, dass die Opfervertreter für ihre Bemühungen (Porto, Telefongespräche) maximal 10 € pro Opfer nehmen dürfen?
  6. a) Werden Fragebögen benötigt?
    b) Wird auf peinliche Fragen, die den sexuellen Bereich berühren, verzichtet?
    c) Wann und wo werden diese Fragebögen zur Kontrolle im Internet abrufbar sein?
  7. Was geschieht mit den erhobenen Daten? Wo und wie werden diese gesichert, wie lange bleiben sie gespeichert?
  8. Welche Anlaufstellen mit welchen konkreten Adressen einschließlich e-Mailadresse und Telefaxnummer werden wo eingerichtet?
  9. Ab wann kann konkret die Antragstellung erfolgen?
  10. Werden die Anlaufstellen personell so aufgestellt, dass die
    Bearbeitungszeit nicht länger als 4 Wochen dauert? (Jeden Monat sterben weitere Opfer, die überhaupt keine Geldleistungen erhalten!)
  11. Ab wann und in welcher Form erfolgt die Öffentlichkeitsarbeit der Anlaufstellen?
  12. Werden Anzeigen geschaltet, Zeitungen, TV und Rundfunkanstalten in regelmäßigen Abständen über die relevanten Punkte des Fragebogens informiert und verständlich aufgeklärt?
  13. Wird sich darum bemüht, den Begriff “Entschädigung” im Zusammenhang mit dem sogenannten Stiftungsfons zu meiden und somit Falschmeldungen der Presse zu verhindern?
  14. Welche Auszahlungsfristen sind nach der Antragstellung
    vorgesehen?
  15. Es ist bekannt, dass auch behinderte Heimkinder (für
    Volmarstein dokumentiert) und Opfer der Psychatrie Zwangsarbeit leisten mussten. Ohne diese Zwangsarbeit hätte bespielsweise ein Heim für Behinderte gar nicht arbeitsfähig und damit existenzfähig sein können.
    Frage: Wenn Ehemalige in den Heimen der Behindertenhilfe und/oder der Psychiatrie gearbeitet haben, ohne dass Lohn oder Abgaben bezahlt wurden, warum bekommen diese dann einen Pauschalbetrag über 3.000 bis 5.000 Euro und nicht berechnet nach Monaten, wie andere Ehemalige auch?
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Noch immer keine Wiedergutmachung für behinderte Heimopfer

Die Empörung ist groß und berechtigt: „Die Fortsetzung einer Reihe von Skandalen!“

Helmut Jacob aus Wetter an der Ruhr ist empört. Seit 10 Jahren betreut er die Homepage einer Opfergruppe: www.gewalt-im-jhh.de. Fünf behinderte ehemalige Heimkinder und vier ehemalige Mitarbeiter fanden sich 2006 zusammen, um Gerechtigkeit für die damaligen Schüler und Schülerinnen im Johanna-Helenen-Heim der Volmarsteiner Anstalten bei Hagen zu erkämpfen. In den Nachkriegsjahrzehnten wurden zahlreiche Kinder Opfer von physischer, psychischer und sexueller Gewalt.

Jacob: „Die damals Hilflosesten der Gesellschaft, behinderte Klein- und Schulkinder, erhalten bis heute nicht einen Cent Wiedergutmachung!“ Er listet die Reihe der Skandale auf: Am „Runden Tisch Heimerziehung“ (RTH) unter Vorsitz der Politikerin und Theologin Antje Vollmer wurden die behinderten Opfer rüde abgewimmelt. Der RTH bearbeite nur die Skandale im Bereich der Erziehungshilfe, zu der die Behindertenhilfe nicht gehöre. Dabei ist klar: Im Kinderheim Johanna-Helenen-Heim fand Schulbildung statt und sollte auch Erziehung stattfinden. Auch wenn beiden Ansprüchen nicht gerecht wurde, so wäre es nicht logisch, das Johanna-Helenen-Heim jenseits der Erziehungshilfe zu sehen.

Jacob: „Der zweite Skandal ist die angebliche Bereitschaft zur Wiedergutmachung für sexuell missbrauchte Kinder durch die Evangelische Kirche.“ Wer aus deren Töpfen maximal 5000 € erhalten will, muss einen seitenlangen Antrag ausfüllen. Jacob: „Die unverzeihliche Aufforderung war: ‘Schildern Sie den Tathergang’“. Es reicht offenbar nicht, die Örtlichkeiten zu schildern, in denen die Missbräuche stattfanden. Die Warnung des Webmasters, dass solche Schilderungen schlimmste Retraumatisierungen nach sich ziehen können, wurde von der Anlaufstelle ignoriert. Jacob führte selbst eine behutsame Befragung durch, in vielen Tagen und verbunden mit manchen Tränen eines Opfers. Jetzt beantwortete er für das Opfer diese Aufforderung zur Tatschilderung. Prompt erhielt er die Antwort, dass sich das Opfer persönlich äußern müsse.

Daraufhin riet der Webmaster vom Ausfüllen des Fragebogens ab.

„Der letzte Skandal“, so Helmut Jacob entsetzt, „ist die immer noch nicht stattgefundene Wiedergutmachung.“ Inzwischen seien alle Gruppenmitglieder zu der Meinung gelangt, dass Bund, Länder und Kirchen offensichtlich die “biologische Lösung“ bevorzugen, um die Zahl der Anspruchsberechtigten durch Todesfälle zu minimieren. „Es ist erschütternd, aber auch bezeichnend, dass Verbrechen, die seit 2006 im Fokus der Öffentlichkeit stehen, immer noch nicht reguliert sind.“ Die Gruppe muss im zehnten Jahr ihres Bestehens erschüttert zusehen, wie mehr und mehr ehemalige Mitschüler versterben, auch an Krankheiten infolge der Gewalt in der „Hölle von Volmarstein“.

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20.12.2014: DEMO in Köln

Demo am 20.12.2014 in Köln – Treffen um 9:30 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz
Wir fordern: Sofortige Leistungen für ehemalige Heimkinder, die in Behinderteneinrichtungen und in der Psychiatrie leiden mussten!

Seit Bestehen der Bundesrepublik respektive der Deutschen Demokratischen Republik lebten etwa ein Million Kinder in Säuglings- und Kinderheimen, in Waisenhäusern, in Heimen für Ju­gendliche mit oder ohne Behinderungen, in Heimen für „schwererziehbare“ Jugendliche und in der Psychiatrie. Die Heime waren mehrheitlich in Händen der Kirchen beider Konfessionen (BRD), des Staates und in privater Hand.

Die Kinder waren oftmals schlecht ernährt, schlecht gekleidet, kaum bzw. schlecht medizinisch versorgt. Sie bekamen Medikamente, um im Sinne der Heimbetreiber zu funktionieren und es wurden an ihnen medizinische Experimente durchgeführt.

Viele mussten bereits vom sechsten Lebensjahr an Zwangsarbeit leisten – vor der Schule, nach der Schule oder anstatt Schule, in den Ferien, an Sonn- und Feiertagen. Für ihre Arbeit bekamen sie weder Lohn ausbezahlt, noch wurden für sie Sozialabgaben entrichtet. Entspre­chend sieht für sie heute ihre Rente aus!

Ihnen wurde psychische, physische und sexuelle Gewalt angetan. Sie wurden tage- bis mona­telang eingesperrt, allein, im Dunkeln.

Beziehungen zu Familienangehörigen wurden verhindert oder erschwert, Briefe zensiert, Pa­kete oder Päckchen erreichten sie kaum. Selbst Freundschaften innerhalb des Heimes wurden unterbunden. Oftmals standen die Kinder unter einem rigorosen Schweigegebot und sie wur­den zwangsmissioniert.

Die Überlebenden dieser „schwarzen Pädagogik“ haben seit 2 Jahren und noch bis Ende die­ses Monats die Möglichkeit, zumindest einen Ausgleich für die Rentenzahlungen und eine „Hil­fe in Anerkennung für das erlittene Leid“ zu beantragen.

Allerdings gibt es gravierende Ausnahmen:

  • Kindern, die in Behinderteneinrichtungen leben mussten, stehen heute keine Rentenausgleichszahlung zu!

  • Kinder, die in die Psychiatrie gezwungen wurden, gehen ganz leer aus!

Immer wieder wurden sie vertröstet, immer wieder hingehalten von Kirchen und Politik. Nun hat die Arbeits- und Sozialministerkonferenz sich wieder eine neue Hinhalte-Taktik ausge­dacht:

Eine bereits 2013 eingerichtete Arbeitsgruppe soll nun „neue Vorschläge“ einholen, wie das erlittene Unrecht und Leid „mithilfe von Anpassungen der Regelsysteme anerkannt werden kann“.

Wie lange müssen diese geschundenen Menschen noch warten?

Warum wurden sie nicht von Anfang an bei dem Fonds Heimerziehung mit bedacht?

Wie viele müssen noch sterben, bevor sie Leistungen bekommen?

Zur Erinnerung: Artikel 3 Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Von Ausnahmen steht da nichts!

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WICHTIG: Falsche Gutachten

Wichtig für alle ehemaligen Heimkinder, denen wegen eines schlampigen, falschen oder gar gefälschten Gutachtens “Schwachsinn”, “Lernschwäche”, ein zu falscher IQ (Intelligence Quotient = Intelligenzgrad) attestiert wurde – zumal für die, die ob dieses Gutachtens in einer Behinderteneinrichtung oder einer psychiatrischen Klinik eingewiesen wurden:

Melden Sie sich unbedingt beim Verein ehemaliger Heimkinder e.V. unter der E-Mail

d.friedrich@veh-ev.eu, h.dettinger@veh-ev.eu

Wichtig, um diesem Gutachten aus Ihrer Kindheit oder Jugend etwas entgegenzustellen und evtl. ein neues Gutachten zu bekommen!

Wichtig für das eigene Selbstwertgefühl, für die Überwindung des Stigmas im eigenen Kopf.

Wichtig könnte dies aber auch in gerichtlichen Auseinandersetzungen oder bei einem OEG-Antrag (OpferEntschädigungsGesetz) werden.

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Böses Spiel mit Psychiatrieopfern

Westpol, 29.06.2014

Ein düsteres Kapitel: Zu Tausenden wurden junge Menschen aufgrund fadenscheiniger Gutachten zu Unrecht in die Psychiatrie gesteckt. Offiziell sind sie heute rehabilitiert. Doch eine finanzielle Entschädigung lässt auf sich warten. Der Bund ist bereit, die Länder blockieren. NRW macht keine Ausnahme. Hier bedient man sich eines alten Spiels: Die Verantwortlichkeit wird hin und her geschoben.

Das Video:
http://www1.wdr.de/fernsehen/regional/westpol/sendungen/psychiatrieopfer102.html

Weiteres zum Thema:

Download (PDF, 180KB)

Download (PDF, 216KB)

http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2014/0410/hoelle.php5

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Heimkinderkonferenz am 14.06.2014 in Münster/Westf.

Die zeithistorische Aufarbeitung von staatlichen Verbrechen verläuft wellenförmig in mehreren Phasen mit initial langer Latenz des Beschweigens, dann wird es in kürzer werdenden Abständen Thema in der Öffentlichkeit. So setzt sich letztlich eine historische Aufarbeitung und auch partielle Entschädigung der Opfer durch. Beispiele: Genozid an den Hereros, NS-Zwangsarbeit, NS- Zwangssterilisation, Verbrechen der Wehrmacht, aktuell die Entschädigung ehemaliger Ghetto- Bwohner (Ghetto-Rentengesetz ZRBG). Immer ist es das Zusammenwirken von Opferverbänden, basispolitischen Kräften, engagierten Politikern, Historikern, sowie Medien und öffentlicher Meinung, das den Prozess vorantreibt.

Das Schweigen zum Thema „Ehemalige Heimkinder“ wurde erstmals in der Heimkinderbewegung Ende der 60er Jahre gebrochen, damals mit schnellen Erfolgen im Rahmen der Aufbruchstimmung der 68er Bewegung.

2007 gab es zwei Anhörungen vor dem Petitionsausschuss des Bundestages, die Reihe der Veröffentlichungen in Presse und Fernsehen reißt seitdem nicht ab. Ob es die Vorgänge um das Landesfürsorgeheim in Glückstadt in Schleswig-Holstein sind (lokale Presse und Die Zeit) oder die Zwangsarbeit für große Firmen wie MIELE und HELLA in Ostwestfalen (Report Mainz) oder aktuell die Fernsehberichte zum St. Johannis-Stift in Niedermarsberg, es spricht wenig dafür, dass sich die angestoßenen Auseinandersetzungen von selbst erledigen. Wie schon vorher in solchen Geschichts-Aufarbeitungs-Debatten: Sie lassen sich nicht durch Schlussstrich-Rhetorik beenden und das Verdrängte kehrt immer wieder.

Die Archive der großen Heime und Fürsorgeerziehungsbehörden jener Jahre sind voll von noch nicht gesichteten Dokumenten. Die Initiative der historischen Aufarbeitung ist nicht einzelnen Institutionen und Behörden im Sinne einer eigenen tendenziösen „Geschichtsaufarbeitung“ zu überlassen. Es gilt jetzt, die Einzelbefunde zusammenzuführen, um einschätzen zu können, wie viel „System“ hinter den Einzelgeschichten und Einzelfällen erkennbar werden kann. Noch ist es Zeit, die „Ehemaligen“ jener Jahre auf allen Seiten selbst zu Wort kommen zu lassen, ehemalige Heimkinder ebenso wie Erzieherinnen und Erzieher, die die zuständigen Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter der Landesjugendämter und kommunalen Jugendämter und ihre Verantwortlichen damals in Leitungspositionen sowie Verbandsvertreter.

Das Ergebnis der zwei Anhörungen im Petitionsausschuss des Bundestages war der Runde Tisch Heimerziehung (RTH), bezogen auf 700.000 bis 800.000 Kinder und Jugendliche, die im Rahmen der Fürsorgeerziehung (FE) und Freiwilligen Erziehungshilfe (FEH) in Heimen untergebracht waren. Säuglinge, Kleinkinder, Kinder und Jugendliche in Behinderteneinrichtungen, die ebenfalls betroffen waren, wurden nicht berücksichtigt.
Für letztgenannte Betroffenengruppe gilt eine Besonderheit, die ein weiteres erschreckendes Licht auf die frühe Bundesrepublik wirft: Eingangsvoraussetzung für die Einweisung in eine Behinderteneinrichtung ist eine psychiatrische Diagnose z.B. Geisteskrankheit, Schwachsinn, Epilepsie). Vielfach waren es Kinder- und Jugendpsychiater, die in der NS-Zeit an Kinder- Euthanasieprogrammen direkt oder indirekt (z.B. als Gutachter an Erbgesundheitsgerichten) mitgewirkt hatten, in der Besatzungszeit zu langen Freiheitsstrafen verurteilt wurden, dann entnazifiziert wurden und wieder in leitende Position kamen, die Kinder und Jugendliche, die in FE oder FEH waren, als Schwachsinnig diagnostizierten und so die bedingt durch die Kindereuthanasie leerstehenden großen Behinderteneinrichtungen „auffüllten“. Es waren Tausende.
Diese ehemaligen Heimkinder fordern jetzt zunehmend Gehör in der Öffentlichkeit und fordert eineangemessene Entschädigung für ihr lebenslanges Leid.

In der Konferenz, durchgeführt von der Fraktion Die Linke im LWL und dem Verein ehemaliger Heimkinder e.V. (VEH e.V.) am 14. Juni in Münster, wird das zentrale Thema sein, mit welchen konzertierten politischen Aktivitäten die jetzt, insbesondere über die nicht abreißende Medienaktivitäten, hergestellte Öffentlichkeit genutzt werden kann, einen Schritt in diesem historischen Prozess weiter zu kommen.

Konferenzziel ist: In einer konzertierten Aktion zwischen VEH e.V., Medien und der Partei Die Linke, unterstützt von im Thema spezialisierten Juristen, in der aktuellen Forschung aktiven Historikern und die Öffentlichkeit herstellenden Medienvertretern sollen folgende Forderungen formuliert werden und in ein politisches Programm mit konkreten Schritten zur Realisierung umgesetzt werden:

  1. Anhörung im Bundestag
  2. Erneuter Runder Tisch Heimerziehung, jetzt mit Beteiligung aller Betroffener
  3. Rente analog dem Ghetto-Gesetz (ZRBG)
  4. Beteiligung der Industrie an dem aufzulegenden Fonds

Tagungsverlauf
10:30 Uhr Einlass und Kaffeetrinken
11:00 Uhr Eröffnung und Begrüßung
11:15 Uhr Geschlossene Unterbringung – Kontinuität eines Unrechtsystems (Dr. Burkhard Wiebel)
11:45 Uhr Die Haasenburg – Wenn nichts geschieht (Torsten Krause, MDL Brandenburg, Fraktion DIE LINKE)
12:15 Uhr Der Bundestag und die ehemaligen Heimkinder (Heidrun Dittrich, eh. MDB Fraktion DIE LINKE im Bundestag)
12:30 Uhr Mittagspause

13: 15 Uhr Ehemalige Heimkinder – mit und ohne Behinderung – berichten über Zwangsarbeit in konkreten Firmen
14:15 Uhr Juristische Möglichkeiten zur Durchsetzung einer Entschädigung (Michael Witti)
14:45 Uhr Kaffeepause
15:15 Uhr Forderungskatalog des VEH e.V.
15:30 Uhr Podiumsdiskussion: Vorstand VEH e.V., Torsten Krause, Björn Ludes, Michael Witti, Heidrun Dittrich, Burkhard Wiebel (Moderation)
17:30 Uhr Zusammenfassung, Aktivitäten
18:00 Uhr Schlusswort

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und hoffen auf eine interessante und zielgerichtete Konferenz!

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Hölle Kinderpsychiatrie

Psychiatrie

“Hölle Kinderpsychiatrie – Gewalt und Missbrauch hinter Anstaltsmauern” nannte der WDR völlig zu Recht die Dokumentation über Marsberg/Sauerland und Schleswig.

Wer diesen bewegenden und wichtigen Film heute nicht sehen konnte, kann dies nun hier nachholen:

https://www.youtube.com/watch?v=dz2dm3O7o_8

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Hölle Kinderpsychiatrie

Unsere Mitglied Karl-Heinz Großmann und Wolfgang Petersen erzählen aus ihrer schlimmen Heimzeit in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Nieder-Masberg/Sauerland bzw. Schleswig.
Am Sonntag, 6. April 2014 gibt es um 19:30 Uhr in der WDR 3-Sendung Westpol ein Vorbericht über Nieder-Masberg.
Am Montag den 7.April 2014  sendet der WDR den Dokumentarfilm:
“Hölle Kinderpsychiatrie – Gewalt und Missbrauch hinter Anstaltsmauern”
Ein Film von Nadja Kerschkewicz, Anne Kynast und Martin Suckow.
Die Story deckt auf:
Wie Karl-Heinz Großmann und Wolfgang Petersen wurden damals tausende Kinder und Jugendliche in die Psychiatrien abgeschoben – und erlebten dort einen Alltag voller Strafen und Gewalt. Erst nach unseren Recherchen hat sich der Träger der Kinderpsychiatrie Marsberg, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, bei den Opfern entschuldigt. Wie aber konnten die Zustände hinter den Klinikmauern so lange unentdeckt bleiben? Warum hat jahrzehntelang niemand die Verantwortung dafür übernommen?
grossmann wolfgang peters
Der Text des WDR dazu:
“Euch Idioten glaubt ja keiner.” Mit diesem Leitsatz im Kopf schwiegen sie fast 50 Jahre. Stellvertretend für Tausende Kinder und Jugendliche sprechen zwei ehemalige Patienten über Misshandlungen in der Jugendpsychiatrie in Marsberg/Sauerland und Schleswig.
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Westpol bittet um Mithilfe

Liebe ehemalige Heimkinder,

ich bin Journalistin beim WDR und arbeite zusammen mit zwei Kollegen an einer TV-Dokumentation über Kinder, die in der Nachkriegszeit aus Kinderheimen in Psychiatrien verlegt wurden. Dafür möchte ich in Eurem Forum gern einen Aufruf posten, in dem wir nach Menschen suchen, die in der Nachkriegszeit in Psychiatrien waren.

Zu unserem Film: In Psychiatrien sind nach dem Krieg ähnlich schlimme Dinge passiert wie in den Heimen: die Kinder wurden geschlagen, eingesperrt, mit Medikamenten ruhig gestellt. Doch kaum jemand spricht darüber und es gibt auch keinerlei Entschädigung oder Rentenersatzleistungen für Psychiatrieopfer. Das wollen wir ändern. In unserem Film begleiten wir exemplarisch zwei Menschen, den Mut haben, uns und der Öffentlichkeit von ihren Erlebnissen zu berichten.

Unser Aufruf: Zeitzeugen aus Psychiatrien in der Nachkriegszeit gesucht!

Wir produzieren für das WDR Fernsehen eine Dokumentation über die Zustände in Psychiatrien in der Nachkriegszeit. Und dafür brauchen wir Ihre Hilfe: Wir suchen Menschen, die in der Nachkriegszeit (1945-1980) als Patient in einer Psychiatrie waren und bereit sind, von ihren häufig schlimmen Erfahrungen zu berichten. Nicht unbedingt vor der Kamera, sondern einfach am Telefon oder per Brief oder Mail. Das geht auch anonym. Schon einmal herzlichen Dank für Ihr Vertrauen!
In welcher Einrichtung sind Sie gewesen? Was haben Sie als Patientin oder Patient dort erlebt? Haben Sie noch alte Patientenakten oder andere Dokumente? Haben Sie Tagebuch geführt oder alte Briefe aus dieser Zeit an Ihre Eltern geschrieben und aufgehoben?

Wir freuen uns auf Ihre Berichte!

WDR Fernsehen – Redaktion Westpol
Stichwort „Kinderpsychiatrie“
Stromstr. 24
40221 Düsseldorf
Tel.: 0211-8900- 131
E-Mail: westpol@wdr.de

Links zu weiteren Westpol-Filmen zum Thema “Kinderpsychiatrie”:

24.03.13 Sexueller Missbrauch in der Kinderpsychiatrie http://www.wdr.de/tv/westpol/sendungsbeitraege/2013/0324/kinderpsychiatrie.jsp

10.03.13 Gewalt in der Kinderpsychiatrie – Aufklärung unerwünscht http://www.wdr.de/tv/westpol/sendungsbeitraege/2013/0310/kinderpsychiatrie.jsp

03.03.13
Gewalt in der Kinderpsychiatrie – Herr Petersen und seine Petition http://www.wdr.de/tv/westpol/sendungsbeitraege/2013/0303/kinderpsychiatrie.jsp

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