KEINE ZWANGSARBEIT…?

Es gibt mal wieder ein neues Forschungsvorhaben, eine neue Erhebung, neue Fragen. Diesmal zur

Arbeitsverpflichtungen von Kindern und Jugendlichen in den Jugendhilfeeinrichtungen der DDR

Auffällig ist bei der Beschreibung des Projektes, dass das Wort ZWANGSARBEIT wieder einmal vorsichtig vermieden wird. Gefragt wird vielmehr “ob und in welcher Form es in Einrichtungen der Jugendhilfe der DDR zu unverhältnismäßigen Arbeitsverpflichtungen gekommen ist”.

Die Ostbeauftragte Gleicke jedenfalls ruft zur Teilnahme auf.

Wer gewinnt bei einer solchen Erhebung? Schwer zu sagen… Spötter meinen: auf jeden Fall die, die sich hier einen Posten verschafft haben. Ob Ehemalige von diesem Projekt profitieren, bleibt abzuwarten. 

Wir veröffentlichen hier mal den kompletten Fragebogen in einzelnen PDF-Dateien.

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Wer sich über das Institut schlau machen will, kann dies hier tun.

800kinderheim02

Auf jeden Fall interessant ist der Heimatlas der DDR, in dem man wahrscheinlich alle Heime finden kann. Er ist gut aufgearbeitet und sehr intuitiv gestaltet.

 

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08.09.2015: Demo in Hannover

Wir wollen, was uns zusteht: Eine angemessene Entschädigung!

Friedliche Demo ehemaliger Heimkinder vor dem evangelischen Landeskirchenamt in Hannover, Rote Reihe 6, 10:00 Uhr bis ca. 14:00 Uhr.

Wir hoffen auf rege Beteiligung und schön große, ausdrucksstarke mitgebrachte Transparente!

karte rothe reihe

Noch Fragen? Bitte melden bei
Walter Hans, Tel.: 04102-31547

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Gewalt war an der Tagesordnung

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Die Beiträge anklicken, um sie größer zu sehen!

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Der Superbeschiss – Teil 2

Von Hannover geht eine wirklich gute Initiative aus: geklaute Löhne einfordern!

Sich auf unsere Berechnungen stützend (s. hier), schreiben ehemalige Heimkinder an die Landeskirche Hannover und fordern diese auf, die hinterzogenen Löhne samt Zinsen und Zinseszinsen zu überweisen.

Sollte die Landeskirche sich weigern, haben sie weitere Aktionen angekündigt.

“Die Zeit, mit Schrotkugeln in der Gegend rumzuballern”, sagte ein Betroffener und Mitinitiator der Aktion, “ist endgültig vorbei! Wir schießen jetzt nur noch mit Kanonen!”

Wir finden, dass ist ein nachahmenswerte Aktion!

Ein Beispiel-Anschreiben (für die, die sich unsicher sind, wie so etwas aussehen könnte):

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit diesem Schreiben mache ich den mir unrechtmäßiger Weise entzogenen Lohn geltend.

Begründung: 
Ich war von (Daten eingeben) bis (Daten eingeben) in dem/den Heim/en (Daten eingeben) und wurde dort gezwungen, 10 Stunden täglich, 6 Tage die Woche zu arbeiten. Einen Lohn für die von mir geleistete Arbeit habe ich nie erhalten.

Zur Berechnung des Lohnes:
s. beigefügtes Dokument (Ausdruck der Berechnungen hinzufügen oder eigene Berechnungen anstellen).

Ich bitte Sie, den mir geschuldeten Lohn auf mein Konto (Konto, BLZ, Bankname) baldmöglichst einzuzahlen. 

Sollte Sie die mir zustehende Zahlung verweigern, behalte ich mir selbstverständlich die Veröffentlichung Ihrer Ablehnung sowie weitere Schritte vor.

Mit freundlichem Gruß
(Name und Unterschrift)

Die schwarze Schrift jeweils durch eigene Angaben ersetzen!

 

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Klage gegen die Brüdergemeinde Korntal

Die folgenden, anonymisierten Informationen ließ uns der Kläger zukommen. Wir meinen, dass jeder weitere Kommentar überflüssig sei.

Wir wünschen dem Kläger viel Kraft und natürlich den größtmöglichen Erfolg in seiner Klage und werden auch weiterhin informieren!

landgericht

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Heimkinderkonferenz am 14.06.2014 in Münster/Westf.

Die zeithistorische Aufarbeitung von staatlichen Verbrechen verläuft wellenförmig in mehreren Phasen mit initial langer Latenz des Beschweigens, dann wird es in kürzer werdenden Abständen Thema in der Öffentlichkeit. So setzt sich letztlich eine historische Aufarbeitung und auch partielle Entschädigung der Opfer durch. Beispiele: Genozid an den Hereros, NS-Zwangsarbeit, NS- Zwangssterilisation, Verbrechen der Wehrmacht, aktuell die Entschädigung ehemaliger Ghetto- Bwohner (Ghetto-Rentengesetz ZRBG). Immer ist es das Zusammenwirken von Opferverbänden, basispolitischen Kräften, engagierten Politikern, Historikern, sowie Medien und öffentlicher Meinung, das den Prozess vorantreibt.

Das Schweigen zum Thema „Ehemalige Heimkinder“ wurde erstmals in der Heimkinderbewegung Ende der 60er Jahre gebrochen, damals mit schnellen Erfolgen im Rahmen der Aufbruchstimmung der 68er Bewegung.

2007 gab es zwei Anhörungen vor dem Petitionsausschuss des Bundestages, die Reihe der Veröffentlichungen in Presse und Fernsehen reißt seitdem nicht ab. Ob es die Vorgänge um das Landesfürsorgeheim in Glückstadt in Schleswig-Holstein sind (lokale Presse und Die Zeit) oder die Zwangsarbeit für große Firmen wie MIELE und HELLA in Ostwestfalen (Report Mainz) oder aktuell die Fernsehberichte zum St. Johannis-Stift in Niedermarsberg, es spricht wenig dafür, dass sich die angestoßenen Auseinandersetzungen von selbst erledigen. Wie schon vorher in solchen Geschichts-Aufarbeitungs-Debatten: Sie lassen sich nicht durch Schlussstrich-Rhetorik beenden und das Verdrängte kehrt immer wieder.

Die Archive der großen Heime und Fürsorgeerziehungsbehörden jener Jahre sind voll von noch nicht gesichteten Dokumenten. Die Initiative der historischen Aufarbeitung ist nicht einzelnen Institutionen und Behörden im Sinne einer eigenen tendenziösen „Geschichtsaufarbeitung“ zu überlassen. Es gilt jetzt, die Einzelbefunde zusammenzuführen, um einschätzen zu können, wie viel „System“ hinter den Einzelgeschichten und Einzelfällen erkennbar werden kann. Noch ist es Zeit, die „Ehemaligen“ jener Jahre auf allen Seiten selbst zu Wort kommen zu lassen, ehemalige Heimkinder ebenso wie Erzieherinnen und Erzieher, die die zuständigen Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter der Landesjugendämter und kommunalen Jugendämter und ihre Verantwortlichen damals in Leitungspositionen sowie Verbandsvertreter.

Das Ergebnis der zwei Anhörungen im Petitionsausschuss des Bundestages war der Runde Tisch Heimerziehung (RTH), bezogen auf 700.000 bis 800.000 Kinder und Jugendliche, die im Rahmen der Fürsorgeerziehung (FE) und Freiwilligen Erziehungshilfe (FEH) in Heimen untergebracht waren. Säuglinge, Kleinkinder, Kinder und Jugendliche in Behinderteneinrichtungen, die ebenfalls betroffen waren, wurden nicht berücksichtigt.
Für letztgenannte Betroffenengruppe gilt eine Besonderheit, die ein weiteres erschreckendes Licht auf die frühe Bundesrepublik wirft: Eingangsvoraussetzung für die Einweisung in eine Behinderteneinrichtung ist eine psychiatrische Diagnose z.B. Geisteskrankheit, Schwachsinn, Epilepsie). Vielfach waren es Kinder- und Jugendpsychiater, die in der NS-Zeit an Kinder- Euthanasieprogrammen direkt oder indirekt (z.B. als Gutachter an Erbgesundheitsgerichten) mitgewirkt hatten, in der Besatzungszeit zu langen Freiheitsstrafen verurteilt wurden, dann entnazifiziert wurden und wieder in leitende Position kamen, die Kinder und Jugendliche, die in FE oder FEH waren, als Schwachsinnig diagnostizierten und so die bedingt durch die Kindereuthanasie leerstehenden großen Behinderteneinrichtungen „auffüllten“. Es waren Tausende.
Diese ehemaligen Heimkinder fordern jetzt zunehmend Gehör in der Öffentlichkeit und fordert eineangemessene Entschädigung für ihr lebenslanges Leid.

In der Konferenz, durchgeführt von der Fraktion Die Linke im LWL und dem Verein ehemaliger Heimkinder e.V. (VEH e.V.) am 14. Juni in Münster, wird das zentrale Thema sein, mit welchen konzertierten politischen Aktivitäten die jetzt, insbesondere über die nicht abreißende Medienaktivitäten, hergestellte Öffentlichkeit genutzt werden kann, einen Schritt in diesem historischen Prozess weiter zu kommen.

Konferenzziel ist: In einer konzertierten Aktion zwischen VEH e.V., Medien und der Partei Die Linke, unterstützt von im Thema spezialisierten Juristen, in der aktuellen Forschung aktiven Historikern und die Öffentlichkeit herstellenden Medienvertretern sollen folgende Forderungen formuliert werden und in ein politisches Programm mit konkreten Schritten zur Realisierung umgesetzt werden:

  1. Anhörung im Bundestag
  2. Erneuter Runder Tisch Heimerziehung, jetzt mit Beteiligung aller Betroffener
  3. Rente analog dem Ghetto-Gesetz (ZRBG)
  4. Beteiligung der Industrie an dem aufzulegenden Fonds

Tagungsverlauf
10:30 Uhr Einlass und Kaffeetrinken
11:00 Uhr Eröffnung und Begrüßung
11:15 Uhr Geschlossene Unterbringung – Kontinuität eines Unrechtsystems (Dr. Burkhard Wiebel)
11:45 Uhr Die Haasenburg – Wenn nichts geschieht (Torsten Krause, MDL Brandenburg, Fraktion DIE LINKE)
12:15 Uhr Der Bundestag und die ehemaligen Heimkinder (Heidrun Dittrich, eh. MDB Fraktion DIE LINKE im Bundestag)
12:30 Uhr Mittagspause

13: 15 Uhr Ehemalige Heimkinder – mit und ohne Behinderung – berichten über Zwangsarbeit in konkreten Firmen
14:15 Uhr Juristische Möglichkeiten zur Durchsetzung einer Entschädigung (Michael Witti)
14:45 Uhr Kaffeepause
15:15 Uhr Forderungskatalog des VEH e.V.
15:30 Uhr Podiumsdiskussion: Vorstand VEH e.V., Torsten Krause, Björn Ludes, Michael Witti, Heidrun Dittrich, Burkhard Wiebel (Moderation)
17:30 Uhr Zusammenfassung, Aktivitäten
18:00 Uhr Schlusswort

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und hoffen auf eine interessante und zielgerichtete Konferenz!

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Untersuchungsausschuss zur Gewalt gegen Heimkinder

Wir bitten alle Ehemaligen, Freundinnen und Freunde folgende Petition zu unterschreiben!

http://www.bioskop-forum.de/publikationen/newsletter-behindertenpolitik.html

http://www.bioskop-forum.de/begruendung-heim-petition.html

Der VEH e.V. solidarisiert sich uneingeschränkt mit der Petition seines Mitglieds Rolf Michael Decker!

Allzu lange haben wir nachgefragt und bekamen keine aussagekräftige Antworten. Nun fragen wir nicht mehr! Die Wischiwaschi-Antworten reichen!

Ab sofort fordern wir!

Ein Untersuchungsausschuss – nicht nur diese Petition betreffend – muss kommen! Es gibt, aus unserer Sicht, keine Alternativen dazu!

Unter anderem wollen wir wissen:

  • warum – wenn überhaupt – nur am Rande des “Runden Tisches Heimerziehung” (RTH) über Zwangsarbeit geredet wurde;
  • warum immer nur vom “Zwang zur Arbeit” die Rede war/ist;
  • warum keine Vertreter der Industrie und Bauernverbände geladen und gehört worden sind;
  • warum keine Vertreter der Krankenkassen, die ja immerhin die Schäden, Spätschäden und Folgen finanziell abfedern mussten, anwesend waren;
  • warum Heime für Kinder mit Behinderungen und Psychiatrien rausgefallen sind;
  • warum es absolut keine Aufklärung über Säuglings- und Kleinkinderheime gab/gibt.

Tatsache ist, dass die „Kleine Wahrheitsfindungskommission“ von Frau Dr. Antje Vollmer kläglich gescheitert ist! Es ging von Anfang an weniger um die Wahrheit, als um minimalistische Zugeständnisse für die Überlebenden deutscher Kinderheimhöllen.

Die einseitigen „Empfehlungen“ unter der maßgeblichen Federführung der Täternachfolgeorganisationen aus Kirchen und Staat zeigen in ihren heutigen Auswirkungen, dass es hierbei niemals um die Wiedererlangung der Würde der Überlebenden ging und auch heute noch nicht geht.

Es ging und geht nur um das ruhige Gewissen der Täternachfolger, die sich nun auch noch in die Brust werfen und stolz auf diese beschämenden Minimalleistungen sind!

Demütigende Regelungen, wie die auf 10.000 € gedeckelten „Sachleistungen“, die erst dann greifen, wenn das ehemalige Heimkind Kostenvoranschläge einreicht, oder Rechnungen (Vorleistungen) vorlegt, spotten jeder Beschreibung. Jedes ehemalige Heimkind hat ein Recht – ohne bitten und betteln zu müssen – auf diese Summe! In vollem Umfang und nicht nur per vorgelegten Kostenvoranschlägen.

Glauben Staat und Kirchen. wir seien immer noch “dummen” Heimkinder von damals?

Begreift endlich,

  • dass wir vollwertige Menschen mit Würde und Rechten sind!
  • dass wir uns nicht für die brutalen sexuellen, physischen und psychischen Foltern bezahlen lassen wollen – mit Summen, die IHR festlegt!
  • dass wir fordern, was uns zusteht:
    • die gestohlenen Renten und anderen Sozialbeiträge,
    • die unterschlagenen Löhne für die Heim- und Zwangsarbeit,
    • die “verschwundenen” Waisenrenten und Sparbücher, die ihr (in Einzelfällen) angeblich für uns angelegt habt,
    • Schmerzensgelder für blutige Prügelexzesse, für sexuelle und psychische Übergriffe,
    • Ausgleichszahlungen für die zerbrochenen Biografien, die lebenslangen Leiden, die ihr verursacht habt!

Als Soforthandlungen verlangen wir:

  • ein Ende der langen Wartezeiten für Beratungstermine bei euren “Anlaufstellen” (immerhin werden diese Stellen von UNSEREN Geldern finanziert!),
  • ein Ende der zögerlichen Zahlungen,
  • ein Ende der aberwitzigen Prüfungen von Kostenvoranschlägen und Rechnungen,
  • ein Ende der demütigenden Überweisungen direkt an Händler, Verkäufer, Handwerken,
  • eine Ausweitung der Zahlungen an ALLE Heimkinder! Kleinkinder, Säuglinge, psychatrisierte Kinder und Kinder mit Behinderungen selbstverständlich eingeschlossen,
  • eine Ausweitung der sogenannten Rentenersatzleistungen, die mit Rente eh nichts zu tun haben, auf Arbeiten, die VOR dem 14. Lebensjahr zu leisten waren,
  • eine Verlängerung des “Fonds ehemalige Heimkinder” über das Jahr 2014 hinaus,
  • regelmäßige, großformatige Anzeigen in allen überregionalen Zeitungen, um allen Ehemaligen die Chance zu geben, den Fonds in Anspruch zu nehmen!

Die von euch so gnädig gezahlten Hilfsgelder sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein!

Unsere Würde als Kinder habt ihr ja bereits “erfolgreich” zerstört – mit all den für uns zu ertragenden Konsequenzen.

Wir werden es nicht zulassen, dass ihr uns nun, im Alter, weiterhin oder wieder demütigt und unsere Würde nehmt!

Dirk Friedrich
Verein ehemaliger Heimkinder e.V.

 

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Forschungsberichtes zu Zwangsarbeit in der ehemaligen DDR

Presseerklärungen
Dienstag, den 15. April 2014 um 12:09 Uhr
Präsentation des Forschungsberichtes zur Zwangsarbeit am 16. Juni 2014 in den Räumen der Deutschen Gesellschaft
Zwangsarbeit in der DDR war ein staatlich gelenktes System – Der Westen hatte ausreichend Informationen – Runder Tisch geplant.Der vor einem Jahr von der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) in Auftrag gegebene und von IKEA finanzierte Forschungsbericht zur Zwangsarbeit wird am 16. Juni 14 Uhr in den Räumen der Deutschen Gesellschaft, 10117 Berlin, Voßstraße 22 vorgestellt.Der Leiter des Projektes, Dr. Christian Sachse, erklärte dazu: „Nach einem Jahr angespannter Recherchen können wir an hunderten Details nachweisen, dass die Zwangsarbeit in der DDR wirtschaftliche Ausbeutung mit politischer Repression zu einem staatlich gesteuerten System verband. Dieses Wissen war im Westen Deutschlands über die vier Jahrzehnte der Teilung hinweg präsent.“

Der Bundesvorsitzende der UOKG, Rainer Wagner, lenkt den Blick auf die weiteren Schritte: „Der Forschungsbericht zur Zwangsarbeit in der DDR benennt differenziert die Verantwortung der Bundesregierung, der Firmen im Westen, aber auch der Volkseigenen Betriebe und staatlichen Funktionäre in der DDR. Wir fordern im Namen der Opfer, dass alle ihrer Verantwortung nachkommen und gemeinsam mit der UOKG über Wege der Entschädigung sprechen.“

Zu diesem Zweck beruft die UOKG noch 2014 einen Runden Tisch Zwangsarbeit ein. Wir  gehen davon aus, dass sich keine der Firmen und Institutionen unserer Einladung entziehen wird.

Weiterführende Informationen:
www.christian-sachse.de
www.ddr-zwangsarbeit.info

Ehemalige Heimkinder, T-Shirt

 

 

 

 

 

 

 

 

Dazu ein Kommentar von Lutz Adler:
“Dass die Zwangsarbeit in der DDR wirtschaftliche Ausbeutung mit politischer Repression zu einem staatlich gesteuerten System verband!“

Zuerst muss hier den Initiatoren der Arbeit, Prof. C. Sachse und auch dem Finanzier, der Fa. IKEA, gedankt werden. Das ist sicher für die Betroffenen – und da mache ich keinen Unterschied zwischen Ost und West – eine Befreiung. Im Westen des Landes war es offensichtlich reine Gier und Gewinnstreben von Kirchen und Staat. Also Kapitalismus in seiner hässlichsten und menschenverachtenden Form!

Bei 300% Gewinn gibt es kein Verbrechen mehr, was nicht begangen wird!

Die Verantwortlichen gehören an diesen geplanten Tisch, ohne wenn und aber.

Milliarden sind verdient worden, ein sozialistischer Staat ist auf den Knochen von zwangsarbeitenden Kindern errichtet und erhalten worden. Die Betroffenen kämpfen bis heute, schwer traumatisiert und oft mit erheblichen Einschränkungen Ihrer Gesundheit, mit den Folgen.

Es waren KINDER!!

ddr-kinder ikea

Es ist an der Zeit dass endlich Klarheit und Gerechtigkeit geschaffen werden. Die Forderung nach den vorenthaltenen Löhnen und endlich auch nach angemessenen Ehren- bzw. Opferrenten, die sich deutlich aus dem Renten-Wirrwarr herausheben ist eine allzu verständliche und gerechte Forderung.

Wer Renten-Ersatzleistungen zahlt, der muss sich auch gefallen lassen, dass nach den vorenthaltenen Löhnen gefragt wird! Nur Antworten hat es bislang aus Arroganz oder Scham nie gegeben.

Es ist Zeit für Antworten!

Oder sollte da doch anderes dahinter gestanden haben? So, wie es sich nun immer deutlicher zeigt, wussten alle Beteiligten längst von den unsäglichen Verflechtungen. Meine Frage dazu: Weshalb ist das so vehement am RTH-West – und in wessen Auftrag – von Frau Vollmer bestritten und vermieden worden?

Was am ABH-Ost mit den Delegierten passierte, die dieses Thema auf den dortigen Tisch bringen wollten, ist ja indessen, so hoffe ich wenigstens, hinlänglich bekannt. Zur Erinnerung: diese Delegierten sind unter Aufsicht und mit Hilfe des Prof. P. Schruth aus der Veranstaltung entfernt worden. Aber sie haben nie aufgehört, das öffentlich zu benennen. Großer Dank an dieser Stelle an Frau N. Kraul.

Die Fragen vom Februar 2011 sind noch immer aktuell, weil unbeantwortet.

  • Wo ist unser gerechter Anteil am ehemaligen SED Vermögen, der von so vielen Kindern in Jugendwerkhöfen, Durchgangsheimen und Spezialkinderheimen erarbeitet wurde?
  • Wer hat das ohne unsere Zustimmung und für was ausgegeben?
  • Wann werden die Verantwortlichen herangezogen, für Ersatz zu sorgen?

Es kann nicht wirklich Sache der Opfer sein, darüber auch nur einen Gedanken zu verschwenden zu müssen. Das ist die Aufgabe jener, die wussten was und wer Rechte daran hatte. Alle diese Fragen sollten am ABH-Ost erörtert werden. Und genau diese Fragen sind unterdrückt worden. In wessen Auftrag und auf wessen Weisung, sollte der Prof. P. Schruth beantworten können. Der bis heute durch niemanden legitimierte angebliche „Vertreter der Heimkinder der BRD“ als „Ombudsmann“, der doch allen einen solchen Bärendienst erwiesen hat.

heimkinder ost

Weiter in Verruf kann man dieses Amt eigentlich kaum bringen. Was eigentlich gut gedacht und sicher auch seine Berechtigung im Lande hat, ist hier mehr als nur in Misskredit gebracht worden.

Es ist – und auch das ist keine neue Forderung – längst an der Zeit, reinen Tisch zu machen. Alle Beschlüsse des ABH-Ost sind manipuliert und nicht rechtens. Was da im AB-Heimerziehung Ost veröffentlicht wurde, beruht auf Manipulationen der Teilnehmer, die mit unlauteren Methoden unter Druck gesetzt worden sind. Es muss endlich die Wahrheit über diese Veranstaltung an die Öffentlichkeit und die Verantwortlichen müssen Farbe bekennen. Was dort als angebliches Ergebnis gedruckt wurde, ist nicht das Papier wert auf dem es steht!

In der letzten bekannten Presseerklärung dieser Farce ist gefordert worden, man solle zum Stand von Sommer 2011 zurückkehren. Ja richtig, das setzt voraus, das endlich alle Beschlüsse als das entlarvt werden, was sie immer waren und sind: nämlich ungültig, da gegen jede demokratische Regel verstoßen wurde.

Ich kann nur – und tue dies hiermit – die noch verbliebenen Teilnehmer dieser Runde auffordern, sich öffentlich zu diesen Dingen zu bekennen und das Wort zu ergreifen, und endlich frei und offen ihre Meinung zu sagen. Ohne Rücksicht auf ihre eigen Reputation. Die ist in den Augen der meisten Betroffenen eh längst den Bach runter.

Aufarbeiten geht halt nicht in Teilen sondern nur in Gänze, auch wenn das weh tut und – was noch wichtiger ist – Geld kostet. Wichtig für die um ihre Lebenschancen betrogenen ZwangsarbeiterInnen jeden Alters im System der Diktatur der SED, als Knechte und in der Industrie!

Ist diese Gesellschaft, diese Regierung und dieses Volk nun in der Lage, das zu bekennen und sich den Dingen, die so viele Menschen im Lande betreffen, endlich aufzuarbeiten und die Schuld zu begleichen? Die ist im Übrigen eine Bringschuld.

Die Betroffenen haben Ihre Leistung längst erbracht, auf ihre vorenthaltenen Löhne aber warten sie seit Jahrzehnten!

Lutz Adler
Im April 2014

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Handelseinig

DDR-Zwangsarbeit und die Verantwortung deutscher Firmen – 02.03.2014
Ein WDR 5 Radiofeature von Gabriele Knetsch

Als Ikea im Herbst 2012 einräumen musste, davon gewusst zu haben, dass politische Gefangene in der DDR zur Arbeit an Ikea-Produkten gezwungen wurden, da war schnell klar: Dies ist nur die Spitze eines Eisbergs.

Zahlreiche westliche Unternehmen wie Quelle, Aldi, Kaufhof und C&A hatten die Arbeitskraft der unter inakzeptablen Bedingungen und oft wegen fadenscheiniger Anschuldigungen einsitzenden Häftlinge ausgenutzt. Doch bis heute verweigern die meisten Firmen eine historische Aufarbeitung, geschweige denn die Bereitschaft zu Entschädigungen. Häftlingsarbeit war in der DDR ein Wirtschaftsfaktor. Politische Häftlinge waren Devisenbringer in doppeltem Sinne: Sie produzierten günstig für das “nicht-sozialistische Ausland”, und wurden anschließend gegen D-Mark von der Bundesrepublik „freigekauft“. Ost und West profitierten von den intensiven Geschäftskontakten.

Der Beitrag zum Hören (Youtube):
Handelseinig

Beitrag als PDF-Datei
handeleinig100

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Presseerklärung des Arbeitskreises Fonds Heimerziehung der DDR (ABH-DDR)

19.01.2014

Bis heute hat die Politik nicht verbindlich erklärt, wie sie den Fonds Heimerziehung DDR für alle ehemaligen Heimkinder ausreichend ausstattet, nachdem 40 Millionen aufgebraucht sind.

Die (letzte) Bundesregierung hatte in der 183. Sitzung des Bundestages vom 13.6.2012 erklärt, dass sie das unfassbare Leid, das vielen Kindern und Jugendlichen in den Heimen der DDR angetan wurde, nicht ungeschehen machen kann. Aber mit dem Fonds sollte das zugefügte Unrecht anerkannt werden und allen geholfen werden, die daraus erlittenen Folgen aus der Zeit der Heimunterbringung zu mildern.

Aus dem uns vorliegenden Protokoll eines Eckpunktepapiers der Jugend- und Finanzministerien der Errichter des Fonds vom 16.01.2014 wird uns ein Vorschlag zur Fortführung des Fonds unterbreitet, welches reduzierte Leistungskriterien einführt und den von der Bundesregierung in der 183. Sitzung formulierten Ansprüchen widerspricht. So werden

  • die vormals allen versprochenen 10.000 € an Sachleistungen nun an einschränkende Bedingungen geknüpft (nur noch für Therapien, Aufarbeitungen, Qualifizierungsmaßnahmen),

  • alternativ hierzu 3000 € pauschal gewährt (5.000 € bei finanzieller Bedürftigkeit als Folge der Heimerfahrung),

  • die Inanspruchnahme der Leistungen an eine einzige Vereinbarung geknüpft und – eine beschleunigte Anspruchsanmeldung bis Mitte 2014 eingeführt (als Ausschlussfrist).

Der ABH-DDR ist mit diesem Vorschlag grundsätzlich nicht einverstanden, weil er

  • dem Sinn und Zweck des von der Bundesregierung ursprünglich gewollten Fonds widerspricht (siehe 183. Sitzung des Bundestages),

  • fälschlicherweise unterstellt, die bisherige Praxis der Leistungsgewährung des Fonds Heimerziehung DDR hätte nicht den Empfehlungen des Runden Tisches Heimerziehung entsprochen und müsse jetzt mit einer Leistungsreduzierung korrigiert werden: Jede Sachleistung bis zu 10.000 € war stets dazu da, die Folgen der erlebten repressiven Heimerziehung im Einzelfall zu mildern,

  • dem Gleichbehandlungsgrundsatz dahingehend widerspricht, dass alle ehemaligen Heimkinder gleiche Leistungen in Anspruch nehmen können (kein Windhundprinzip nach dem Motto, wer schneller etwas wollte, bekam alles, wer zu spät kam, muss sehen, was übrig bleibt),

  • darauf hinausläuft, mit der Beschleunigung der Abwicklung die individuelle wie gesellschaftlich- wissenschaftliche Aufarbeitung abzuschneiden,

  • die grundsätzlich nur freiwillig sinnvolle Therapie des Erlebte mit der Verlockung des Geldes erkauft,

  • eine besondere Bedürftigkeitsprüfung für die Inanspruchnahme der Pauschale von 5.000 € einführt.

 Wir schlagen vor, zum Ausgangspunkt des Inkrafttretens des Fonds Heimerziehung DDR Mitte 2012 zurück zu kehren und

  • sich klar zu machen, dass die Glaubwürdigkeit von Versprechungen der staatlichen Errichter des Fonds gegenüber Opfern nicht von der Zahlungsmoral des Staates abhängig sein darf,

  • die Fonds ohne einschränkende Bedingungen für alle Betroffene im erforderlichen Umfang aufzustocken sind (hier haben stets gleiche Leistungskriterien in West wie Ost zu gelten)

  • und mit der Aufstockung des Fonds endlich dafür zu sorgen, dass die ungerechte Schlechterstellung von ehemaligen Heimkindern der DDR aufgehoben wird, die keine Rentenersatzleistungen erhalten, weil für ihre Zwangsarbeit in den Heimen geringsten Beiträge zur Sozialversicherung gezahlt wurden.

Wir weisen an dieser Stelle darauf hin, dass die Gesellschaft für das ehemaligen Heimkindern zugefügte Leid und Unrecht verantwortlich bleibt, unabhängig von Ausschlussfristen, versprochenen Geldleistungen und einem gewünschten Ende des (belastenden) Themas. Wir sind deshalb gegen eine Beendigung der Fonds durch Fristsetzungen.

Wenn die staatlichen Errichter des Fonds ihre Bitte um Verzeihung gegenüber den ehemaligen Heimkindern wirklich ernst gemeint haben, sollte es ihre Pflicht und Verantwortung gegenüber den Opfern der repressiven Heimerziehung beider Deutschen Staaten sein, das Mandat des Bundestages (der Länder und Kirchen) uneingeschränkt in den neuen und alten Bundesländern umzusetzen.

Für den ABH-DDR:
Ralf Weber
Roland Militz
Katrin Begoin
Rainer Buchwald
Roland Günsche
Prof. Dr. Peter Schruth

Dazu ein Kommentar von Lutz Adler, ehemaliges Heimkind Ost:

Ja, man und auch frau hätte eigentlich gewarnt sein müssen, nach den Debakel und dem doch so öffentlich vorgeführten Schauspiel des RTH – West. Gewarnt durch die ungleiche Besetzung durch die Verfahrensweise der Moderatorin Frau Vollmer und durch die unbedingte Vermeidung des Begriffs Zwangsarbeit im Abschlussbericht.

Hätte man und frau natürlich auch.

Allerdings, den Versuch von Einzelnen, das plakativ in den Raum und auf den Tisch des ABH – Ost zu legen, hat man schnell unter der Moderation eines Prof. vereitelt. Da sind nun die Ergebnisse, die man selbst verschuldet hat, sicher nicht angenehm zu verkünden. Aber es soll nicht vergessen werden, dass die Unterzeichner der nun erschienen Presseerklärung genau diese Damen und Herren waren, die wider besseres Wissen und gegen alle Kritik genau diesen Scherbenhaufen zu verantworten haben.

Rechnen wenigstens – das hätten die Damen und Herren sollen. Im Besonderen nachrechnen was Ihnen da verkauft werden sollte.

Nein, nicht einmal diese Mühe hat man sich gemacht. Diese Menschen waren offensichtlich so mit ihrer eigenen Selbstdarstellung beschäftigt, dass sie nicht einmal gemerkt haben, wie ein Prof. der dafür eigens angeheuert war, sie über den Tisch zu ziehen bemüht war. Einen Fonds im Osten des Landes zu errichten steht und stand schon damals im krassen Gegensatz zum Einigungsvertrag und damit ebenfalls zum SED Unrechtsbereingungsgesetz. Das und nur das hatten die Kritiker ins Feld geführt.

So wäre den Betroffenen die heutige Situation der Gewissens- und auch der Einkommensschnüffelei erspart geblieben. Ja, und vielleicht auch ein Gefühl das andere schon wieder – oder immer noch besser wissen, was für sie gut ist. Ja, auch ein Gefühl der Erniedrigung und des Ausgeliefertseins, was die Betroffenen schon ein Leben lang begleitet.

Jetzt werden die Bedingungen des Fonds, der ein einziger Betrug an den Opfern ist, auch noch einseitig so verändert, dass es kaum noch jemand wagen wird, einen Antrag zu stellen. Das war von Anfang an „Ziel und Absicht der Errichter“ des ungesetzlichen Fonds im Osten des Landes.

Wäre man – und da ist ebenfalls Kritik geäußert worden – den Vorschlägen zur Änderung des StrafrechtlichenRehabilitationsGesetz im Osten gefolgt, hätten heute rund 90 % der Betroffenen einen Rechtsanspruch auf eine Rente nach dem § 17a des OEG max. 250,00€ und 306,76 € p.M. für zu Unrecht erlittenen Haft. All das wurde in den Wind geschlagen oder eben unterdrückt. In einem zutiefst undemokratischen Verfahren von dem die Initiatoren wussten dass es nicht rechtens war und ist.

So wie man Parteien nicht von Sitzungen des Bundestages durch Beschluss ausschließen kann, so kann man auch nicht Delegierte eines Bundeslandes mit gültiger Einladung wie am ABH – Ost geschehen, durch inszenierte Wahlen aus der Veranstaltung entfernen und ausschließen.

Meine Empfehlung an die Verfasser dieser Pressemeldung. Erklären „sie“ alle gemeinsam – und das dazu Mut und Wahrhaftigkeit gehört, ist, denke ich klar – dass der ABH – Ost und auch der „AB- Heimkinder der ehemaligen DDR“ auf gefälschten Voraussetzungen beruht. Dass der Moderator und auch die Verantwortliche des Ministeriums, die eigentlich die korrekte Durchführung beaufsichtigen sollte, eine unzulässige Einflussnahme ausgeübt haben.

Erklären Sie alle gemeinsam, dass alle Beschlüsse des ABH – Ost damit ungültig und hinfällig sind. So denke ich, wäre eine von Ihnen ja angemahnte Rückkehr zum Stand von 2012 ehrlicher. Zum Stand – um auch da genau zu sein – vom Februar 14. – 15.02.2012 in Berlin mit den Delegierten die so undemokratisch ausgeschlossen wurden.

Einigkeit sollte schon darüber bestehen, dass die Personen, die damals die Krux von heute zu verantworten haben, dies nicht noch ein zweites Mal versuchen können dürften. Ja, auch ein Prof. wäre sicher zu ersetzen. Mein Vorschlag: Prof. Pfeifer vom KFN wäre da wohl eine gute Alternative.

Fragen würde ich den mit Sicherheit gern.

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