Wahlboykott 2013

Folgendes Schreiben bekamen wir von einem ehemaligen Heimkind:

“Sehr geehrte Damen und Herren,
ich wende mich an Sie weil ich Aktivitäten vermisse die von der Politik zurzeit intensiv betrieben wird.

  1. Unser Bundestagspräsident ist besorgt dass niemand zur Bundestagswahl 2013 geht. Er ist nicht besorgt über das Unrecht das uns Heimkindern angetan wurde und das der Großteil der ehemaligen Heimkinder in Altersarmut leben muss.
  2. Die Presse ruft zur Bundestagswahl auf und spricht von Wahlpflicht
  3. Es gibt Politiker die sogar die Wahlpflicht einführen wollen

Und was tun die Interessen Verbände der ehemaligen Heimkinder nichts.

Was geschieht denn bei der Wahl.

  1. Wir Wähler besorgen Personen ein Amt in der Kommune, Landtag, Bundestag und die betroffenen verdienen ein Einkommen das in der Regel weit über dem liegt was sie in ihren Beruf verdienen
  2. Wir sichern diesen Personen eine Pension zu die weit über die Rente der Arbeitnehmer liegt ohne das diese in die Rentenkasse zahlen
  3. Wir verschaffen diesen Personen in der Öffentlichkeit einen Bekanntheitsgrad und Ansehen das die Profilsucht dieser Leute befriedigen soll.

Als Gegenleistung müssen Sie schwören Schaden vom Deutschen-Volk anzuwenden.

Wir ehemaligen Heimkinder sind das Volk und die gewählten Politiker halten den Schaden von uns nicht ab.

2010 werden alle berechtigten Forderungen von den Kommunen, Land, Bund, Kirchen vom runden Tisch Gewicht.

Es ist nicht möglich eine Opferrente zu bekommen, Ausnahmen gibt es aber 1-2 Opferrenten stehen Mil. Geschädigter gegen über.

Wir Heimkinder sollten uns nicht für Dumm verkaufen lassen und die Politiker für ihr Fehlverhalten noch belohnen und diese Leute auch noch wählen.

Wir sollten unsere einzige Waffe einsetzen die wir haben, unsere Stimme. Jeder Kommunal-, Landes-, Bundestagswahl muss boykottiert werden. Per Internet den Politikern und Parteien mitteilen warum man nicht wählt. Seit 2010 boykottiere ich jede Wahl, ich schildere den Politikern mein Leben. Aber was ist 1 Stimme. Es müssen alle noch lebende Heimkinder aufstehen und deswegen wende ich mich an Sie, rufen Sie ihre Mitglieder auf alle Wahlen zu bokottieren und den Parteien und Politikern per Internet mitzuteilen warum Sie nicht zur Wahl gehen und es sich was ändern wenn 1 Mil. Heimkinder nicht wählen.

Mit freundlichen Grüßen

Helmut Weiler”

Wir finden, dass das ein Ansatz ist, über den sich nachzudenken lohnt. Zumindest was die etablierten Parteien angeht!

 

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Warnung vor erneutem Missbrauch sexuell Missbrauchter – Opfer sollen Alibi für Almosen werden

Helmut Jacob schreibt in seinem Blog

Die Geschäftsstelle des Fonds Sexueller Missbrauch sucht interessierte Betroffene für die ehrenamtliche Mitarbeit in einem der Entscheidungsgremien der Clearingstelle.

Auf der Grundlage der Empfehlungen des Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch“ sollen Betroffene als Expertinnen und Experten in künftige Hilfesysteme einbezogen werden. In Umsetzung dieser Empfehlung möchten wir die Teilnahme Betroffener sexuellen Missbrauchs im Rahmen des ersten Teils des ergänzenden Hilfesystems, des Fonds Sexueller Missbrauch im familiären Bereich, sicherstellen. Die Entscheidungsgremien der Clearingstelle werden mit jeweils einer Person aus der psychotherapeutischen, der medizinischen sowie der juristischen Berufsgruppe besetzt. Zusätzlich besteht in jedem Gremium ein Sitz für eine Betroffene oder einen Betroffenen von sexuellem Kindesmissbrauch.

Die Aufgabe der Gremien der Clearingstelle ist es, über die bei der Geschäftsstelle Fonds Sexueller Missbrauch eingehenden und anonymisierten Anträge von Betroffenen sexuellen Kindesmissbrauchs im familiären Bereich auf Hilfeleistungen zu entscheiden.

Die Gremiumssitzungen finden regelmäßig statt, Sitzungsort ist grundsätzlich Berlin. Erstattet werden lediglich Reise- und Übernachtungskosten. Eine Aufwandsentschädigung wird nicht gezahlt. Ferner sind aufgrund datenschutzrechtlicher Vorgaben die Abgabe einer Verschwiegenheitserklärung sowie das Einverständnis zur Einholung eines erweiterten Führungszeugnisses erforderlich. Die Mitgliedschaft im Weissen Ring schließt eine Tätigkeit als Clearingstellenmitglied aus

www.mutmachen.info/wp-content/uploads/2013/07/Rekrutierungsschreiben-Betroffene-1.pdf

Anmerkungen:

  1. Opfer sollen “über die bei der Geschäftsstelle Fonds Sexueller Missbrauch eingehenden und anonymisierten Anträge von Betroffenen sexuellen Kindesmissbrauchs im familiären Bereich auf Hilfeleistungen” mitentscheiden.
    Damit wächst die Gefahr, dass die Opfer zu Tätern werden, weil sie mit ihrer Entscheidung den Opfern schaden könnten. Erinnern wir uns an unsere sogenannten Opfervertreter am “Runden Tisch Heimerziehung”, die mit der Zustimmung zum Abschlussbericht den Grundstein für die Auszahlung eines Almosens gelegt haben. Die meisten Heimopfer empfinden dies als weitere Misshandlung, Ehrverletzung und Vergewaltigung ihrer Würde.
  2. Diese ehemaligen Opfer sollen ihre Aufgabe kostenlos wahrnehmen. Es ist selbstverständlich, dass sich die psychotherapeutischen, medizinischen und juristischen Kräfte in der Clearingstelle für ihre Aktivitäten bezahlen lassen. Jetzt liegt es an den Tätern und ihren Rechtsnachfolgern, soviel Anstand aufzubringen, dass sie gegen diese weitere Ausbeutung von Opfern lautstark protestieren. Aber es ist schon abzusehen: Sie werden feige oder genüsslich schweigen.
    “Die Mitgliedschaft im Weissen Ring schließt eine Tätigkeit als Clearingstellenmitglied aus.”
  3. Dies ist eine weitere Unverschämtheit! Der Weisse Ring, der sich auf die Seite der Opfer stellt, über juristische Kenntnisse und Hilfen verfügt, darf nicht mitmachen! Soviel Hilfe soll den Opfern nun doch nicht zuteilwerden. Wieder schießt mir der “Runde Tisch Heimerziehung” durch den Kopf.

Ich empfehle jedem Opfer, in diesem Gremium nicht mitzumachen. Es wird schon im Anschreiben über den Tisch gezogen.

Bitte verteilt meine Warnung in den noch vorhandenen Foren.
Siehe auch:
15.07.2013: netzwerkB Pressemitteilung zum Rekrutierungsschreiben 
“Ausschreibung für die Stelle eines Vorzeigeopfers …
Wir finden es merkwürdig bis absurt wie man hier mit den Betroffenen umgeht. Dazu zählt auch wie man mit uns als Interessenvereinigung umgeht.”
Offener Brief netzwerkB an: Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs Johannes-Wilhelm Rörig
Offener Brief dreier Opfer sexueller Gewalt an die Geschäftsstelle Fonds Sexueller Missbrauch zum Rekrutierungsschreiben vom 15. Juli 2013
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Amnesty International beschäftigt sich lieber mit Ägypten und Syrien…

Uns erreichte folgende Korrespondenz eines unserer Mitglieder:

An Amnesty International 23. Mai 2013 – Meinung eines Bürgers und Mitgliedes zum neuen Report.

Sehr geehrte Damen und Herren
“Die Dokumentation der Skrupellosigkeit und des Versagens von Staaten, die ihren
eigenen Bürgern die Rechte nehmen oder nicht in der Lage sind, ihre Rechte zu schützen. Rechte wie Meinungsfreiheit, körperliche Unversehrtheit, Versammlungsfreiheit, das Recht auf Bildung, zu denen sich ja die allermeisten Staaten selbst mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte bekannt haben. Die erschreckende Bilanz für 2012: In über 112 Staaten haben wir Folter oder andere Misshandlungen registriert, ebenfalls in über 100 Staaten wurde die Meinungsfreiheit unterdrückt “.

Ihr weltweites Engagement für Menschenrechte ruft große Anerkennung und Beifall bei
allen Menschen rund um den Globus hervor.

Aber Unverständnis, Endtäuschung oder auch Angst entsteht bei vielen Bürgern, wenn
das “starke” Deutschland bei offensichtlichen, auch schwersten Menschenrechtsverletzungen im eigenem Land, großzügig Augen und Ohren verschließt.

Auch der deutsche Rechtsstaat ist kaum noch befähigt oder gewillt, trotz Bekenntnis zur
Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die Rechte seiner Bürger, das Recht auf
Leben und körperliche Unversehrtheit, umfassend und wirksam zu schützen.

Diskriminierung, Misshandlung bis Körperverletzung und Folter (EU-Def.). Korruption in
erstaunlicher freier Skrupellosigkeit und ich erwähne es ungern, Verbrechen gegen das
Leben eigener Bürger, sind auch im deutschen EU-Land nicht mehr zu ignorierende
Tatsachen.

Im Anhang, Fall verbrecherischer Menschenrechtsverletzungen über 17 Jahre im
deutschen Rechtsstaat.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche noch vielen Opfer den erfolgreichen Beistand durch Amnesty International.

Mit freundlichen Grüßen Rüdiger Blohm
Anhang: Dt. Rechtsstaat (PDF)

Antwort amnesty.info@amnesty.de 24.05.2013 14:24
Sehr geehrter Herr Blohm,
vielen Dank für Ihre e Mail.

Amnesty International beobachtet natürlich auch die Menschenrechtslage in
Deutschland: http://www.amnesty.org/en/region/germany

Die Schwerpunkte unserer Arbeit werden maßgeblich von unseren Mitgliedern
(in der deutschen Sektion also überwiegend auch deutsche Staatsbürger)
bestimmt, die sich ehrenamtlich für andere Menschen einsetzen. Diese haben
entschieden, dass wir uns derzeit auf Länder wir Ägypten und Syrien
konzentrieren.

Vielen Dank, AIBeste Grüße Marilena Savvides – Fachreferentin | Welcome Center –
AMNESTY INTERNATIONAL – Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V.
Zentrale Dienste . Zinnowitzer Straße 8 . 10115 Berlin Datum: 23.05.2013 17:33
Anhang “2013 Dt. Rechtsstaat pdf” gelöscht von Marilena Savvides / DE

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Wer ist hier behindert – oder: Wer behindert wen?

Unter obigem Titel veröffentlichte der evangelische Pfarrer a.D. Schäfer vor zwei Tagen folgenden Text nebst Anhang auf seinem Blog:

»Wie Sie wissen, hat sich die Diakonie von Anfang an dafür eingesetzt, dass der Runde Tisch Heimerziehung und der Fonds Heimerziehung auch die Interessen der Betroffenen, die als Kinder und Jugendliche in Einrichtungen der Behinderten­hilfe waren, berücksichtigt werden. Das ist bislang nicht gelungen«.

So heißt es in der Antwort des derzeitigen Diakoniepräsidenten (EKD). Das Dokument ist unten zu sehen.

Von dem behaupteten Einsatz der Diakonie habe ich nichts wahrgenommen. Aber wenn doch, dann möchte ich gern belegt haben, mit welchen Mitteln und Worten es der Diakonie nicht gelungen ist, Frau Vollmer als Leiterin  des Runden Tisches davon abzubringen, ausschließlich Erziehungsheime zu thematisieren und nicht die Zustände in den Behindertenheimen.

Wäre doch schön, wenn die Diakonie glaubhaft machen könnte, daß Menschen mit Behinderung, wenn auch damals übelst behandelt, wenigsten heute nicht mehr Menschen zweiter Klasse sind.

Ich wüßte zudem gern, ob die Einrichtungen für Behinderte tatsächlich Geld in den Heimkinderfonds eingezahlt haben, wenn ja, ob der Fonds das Geld zurücküberwiesen hat, und schließlich, ob das Geld der Behindertenheime nun direkt an die Antragsteller aus diesen Heimen geht oder ob diese Behinderten weiter behindert werden, die paar Kröten zu erhalten. Bitte aber auch dafür Belege!

Warum sollte man den Rechtsnachfolgern von Einrichtungen, in denen Verbrechen an wehrlosen Kindern begangen wurden, die aber den ehemaligen Heimkindern aus den Erziehungsheimen nur nach Prüfung ihrer Belege Glauben schenken, warum sollte man denen einfach nur so glauben?

dw-ekd-antwort

 

Diese schier unerträglich Lüge des Herrn OKR Johannes Stockmeier wurde von Dirk Friedrich, 1. Vorsitzender des Vereins ehemaliger Heimkinder e.V. kurz und wütend kommentiert:

“Das ist die Höhe! – Dreister kann Mensch wahrhaftig nicht lügen!

Das Thema “Betroffene aus Einrichtungen der Behindertenhilfe” war, soweit meine Kenntnis, nur kurz und das am Anfang des RTH erwähnt worden. Mehr kam von diesen Banausen nicht!

Lügenden OKRs sollte man die Ausgangstür zeigen und sie beim Rauswurf in die Hacken hauen!

Wie krank sind diese Kirchenvertreter eigentlich?”

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“… ich und mein Film übernehmen die volle Verantwortung für den Rücktritt von Papst Benedikt”

Was für eine Behauptung! Aber Gibneys Geschichte führt tatsächlich bis in den Vatikan zu Papst Benedikt. Hat der Film deshalb in Deutschland noch keinen Verleih gefunden? Alex Gibney deckt auf, wie ein besonders perfider Fall sexuellen Missbrauchs von Kindern systematisch vom Vatikan totgeschwiegen wurde – jahrzehntelang.

Alex Gibney:
“Ich bin Katholik und katholisch erzogen worden. Gerade deshalb hat mich diese Geschichte sehr bewegt. Es gab schon viele Geschichten über Missbrauch, aber mir war es wichtig, diesen Fall zu verfolgen – bis ganz nach oben.”

Das Unglaubliche daran war, dass der Täter, der pädophile Pater Murphy, eine Gehörlosenschule in Wisconsin leitete und dort zwischen 1950 und 1974 mindestens zweihundert taubstumme Kinder sexuell missbraucht hat. Oft nahmen die Übergriffe im Beichtstuhl ihren Anfang.

Arthur Budzinski (St. John’s School for the deaf 1953 – 1964):
“Mir wurde vergeben, ich wurde gesegnet und dann wurde ich berührt. Ich schwitzte wie verrückt. Ich war total nervös, ich merkte, wie ich zitterte. Und dachte nur noch: genug. Genug. Als Pater Murphy von mir abließ, ging ich sofort ins Bett. Mir war schlecht. Ich lag unter der Decke und war von mir selbst  angewidert.”

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Nie wieder!

Folgender Text aus Dirk Schäfers Blog ist ein Kommentar zu den unsäglichen Vorgängen in den Heimen der Haasenburg GmbH (wir berichteten) und den Untersuchungen, die nun – längst überfällig – zu den Vorgängen in diesen Kinderheimhöllen aufgenommen wurden.
Wir danken Lutz Adler für das Überlassen des Textes.

“Nie wieder!”

Was wird aus Kindern die verbogen, belogen, missbraucht, geprügelt werden, denen man Bildung vorenthält und die durch Zwangsarbeit oder den Zwang zur Arbeit ausgebeutet werden? Was wird aus Kindern die ohne Urteile und Prüfung eingesperrt und Drill ausgesetzt werden? Was wird aus Kindern die das ertragen mussten ohne die Möglichkeit, sich zu wehren oder Schutz zu finden? Ich kann das sicher nicht allgemein beurteilen, aber aus mir ist ein Mann von 58 Jahren geworden.

Seit mehr als 40 Jahren vermeide ich viele Alltäglichkeiten, ohne dass es jemand sehen kann. Ich übe mich in Unauffälligkeit. Ich vermeide geschlossene Räume von denen ich die Türen nicht sehen kann. Ich könnte eingesperrt werden! Ich fahre nicht einmal mit der Bahn, weil es ist ein abgeschlossener Raum, den ich nicht freiwillig verlassen kann. Das geht nur wenn der Zug hält. Ich könnte ein Konzert besuchen, kann ich aber nicht, mir jagen viele Menschen, die gemeinsam an Veranstaltungen teilnehmen, Angst und Panik ein. Ich kann nicht entkommen wenn ich möchte. Ich könnte mit Freunden gemeinsam essen gehen, das normalste von der Welt, kann ich aber nicht, es ist eine Tortur für mich, warten zu müssen bis alle Ihr Essen haben, es könnte mir gestohlen werden. Ich werde zappelig und unsicher, also vermeide ich es. Ich bin misstrauisch und argwöhnisch und beleuchte alles und Jeden der sich mir nähert. Ja, ich zerstöre unbewusst vielleicht konstruktive Synergien. Das sind ein paar wenige der  Auffälligkeiten, die mir selbst auffallen. Sicher gibt es aber noch so einige Dinge, die ich gar nicht weiß und selbst bemerke, wissenschaftlich betrachtet.

Es ist für mich zur Gewohnheit geworden so zu sein, so zu handeln und so zu leben. Aber wie viel Leben ist das eigentlich? Wenig genug und sehr, sehr anstrengend. Das weiß ich von mir. Was hat die Gesellschaft versäumt und was hätte ich ohne diese Einschränkungen, die ich selbst indessen als Behinderung empfinde, erreichen können?

Eine Million behinderte Menschen, die ähnliche oder gleiche Einschränkungen haben und wir reden über Inklusion? Wir reden über Menschenwürde und Menschenrechte und über die Bereicherung von Gesellschaften durch kritische Bürger, die Ihre Rechte auf der Straße einfordern. Wir belehren andere, Demonstrationen als Bürgerbeteiligung wahr zu nehmen und nicht als Bedrohung zu empfinden. Natürlich tun wir das, oder mindestens unsere Vertreter auf Zeit. Richtig und gut, aber sollten wir nicht zuerst dafür Sorge tragen, dass wir den heute Betroffenen von Heimerziehung – in welcher Form auch immer – die Würde zurück geben und Ihnen ein finanziell gesicherten Lebensabend trotz Behinderung oder gerade deshalb ermöglichen.  Wir haben in diesem Land einiges wieder gut zu machen, in Form angemessener Renten und Entschädigung für erlittenes Unrecht und Ausbeutung.

Sollten wir nicht endlich damit aufhören, diese Opfer zu produzieren? Sollten wir nicht endlich solche Formen des Umganges mit Kindern beenden? Sollten wir nicht endlich alles in unserer Macht stehende unternehmen, die Täter solcher „Erziehungspraktiken“ zu verurteilen? Sollten wir nicht endlich unserer Kinder mit Rechten ausstatten, die diese auch einfordern können, weil Sie diese verstehen? Sollten wir uns nicht endlich fragen, wie viel Schaden wir durch nichts tun anrichten
Ich denke, wir müssen!

Wir müssen das einfordern. Bildermann kenn ich nicht, aber ich bilde mir ein, dass wir uns das alle fragen lassen müssen, auch und aktuell zuerst in Brandenburg. Es ist so eine Sache mit „nie wieder“ in unserem Land, ist es nicht an der Zeit damit endlich anzufangen?
Ich dachte, hoffte und glaubte letztendlich auch, dass wir etwas gelernt haben. So als Land, als  Gesellschaft , als das sogenannte Volk.

Offenbar haben wir das nicht. Oder wollen wir vielleicht nicht? Es wirkt auf mich, als wollten wir nicht. Als litten wir alle unter Amnesie und offenbar haben wir sie gern, unsere Amnesie. Sonst müssten wir uns ja täglich mit Fragen auseinandersetzen auf die es Antworten gibt.

Antworten zum Beispiel auf die Frage: Woher kommt der NSU. Wer hat das gewusst und zugelassen? Wir oder die, die dafür bezahlt werden so etwas zu bemerken, öffentlich zu machen, ja, auch die Bürger zu schützen. Die haben es gewusst und offensichtlich auch bemerkt , nur weder öffentlich gemacht noch die Ihnen anvertraute Sicherheit der Bürger im Auge behalten.

Ich habe keine Amnesie und bemerke das sich vieles wiederholt. Zum Besipiel die Art und Weise, wie ich in einem Spezialheim der DDR erzogen wurde. Diese Methoden wiederholen sich nun in einem privatisierten geschossenen Kinderheim in Deutschland. Und das, nachdem wir geschädigten Heimkinder von damals bis heute nicht entschädigt haben für diese Misshandlungen. Nun geschehen diese Misshandlungen wieder. Was haben wir also tatsächlich gelernt als Gesellschaft? Nach zwei großen Kriegen haben wir uns die Beteuerung „Nie wieder“ auf die Fahnen geschrieben. Nach der Aufdeckung des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen an der Odenwaldschule  riefen wir wieder: „Nie wieder“

Und nun? Die Fortsetzung sog. Erziehungsmethoden in einer GmbH in Brandenburg. Nein, kein bedauerlicher Einzelfall, sondern die konsequente Fortsetzung und Folge der Nicht-Bewältigung, der Nicht-Aufarbeitung , Nicht-Verhinderung, und der nicht angemessenen Entschädigung der Opfer solchen Tuns. Es reicht einfach nicht „Nie wieder“ zu sagen. Wir müssen diese Geschichten gemeinsam aufarbeiten und bewältigen. Wir können nur verhindern, was wir verstanden und beendet haben. Wie groß soll der angerichtete Schaden an den Kinderseelen noch werden?

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