Wer seine Kinder liebt, der züchtigt sie

Eine 45minütige Dokumentation des ARD am Montag, 06.04.23 um 23.30 Uhr

Erst seit 2000 ist es hierzulande verboten, Kinder zu schlagen. Früher galt Prügel in konservativen Kreisen als elterliches Recht. Drei Opfer, geboren in den 40er-/50er-Jahren, erzählen, wie sie Schmerz und Demütigung erlebten. Dazu historische Bilder. Foto: Tilman Röhrig, Sohn eines Pfarrers.

Leider eine Sendung für Nachteulen…

kinder 50-60er jahre

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Hölle Kinderpsychiatrie

Unsere Mitglied Karl-Heinz Großmann und Wolfgang Petersen erzählen aus ihrer schlimmen Heimzeit in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Nieder-Masberg/Sauerland bzw. Schleswig.
Am Sonntag, 6. April 2014 gibt es um 19:30 Uhr in der WDR 3-Sendung Westpol ein Vorbericht über Nieder-Masberg.
Am Montag den 7.April 2014  sendet der WDR den Dokumentarfilm:
“Hölle Kinderpsychiatrie – Gewalt und Missbrauch hinter Anstaltsmauern”
Ein Film von Nadja Kerschkewicz, Anne Kynast und Martin Suckow.
Die Story deckt auf:
Wie Karl-Heinz Großmann und Wolfgang Petersen wurden damals tausende Kinder und Jugendliche in die Psychiatrien abgeschoben – und erlebten dort einen Alltag voller Strafen und Gewalt. Erst nach unseren Recherchen hat sich der Träger der Kinderpsychiatrie Marsberg, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, bei den Opfern entschuldigt. Wie aber konnten die Zustände hinter den Klinikmauern so lange unentdeckt bleiben? Warum hat jahrzehntelang niemand die Verantwortung dafür übernommen?
grossmann wolfgang peters
Der Text des WDR dazu:
“Euch Idioten glaubt ja keiner.” Mit diesem Leitsatz im Kopf schwiegen sie fast 50 Jahre. Stellvertretend für Tausende Kinder und Jugendliche sprechen zwei ehemalige Patienten über Misshandlungen in der Jugendpsychiatrie in Marsberg/Sauerland und Schleswig.
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Zynismus + Ironie = Brechmittel

Wer Fragen hat zu diesem im Bundestag offensichtlich geläufigen Rezept, der lese die Antwort des MdB Weinberg an einen Überlebenden deutscher Heimerziehung…

Sehr geehrter Herr Werner,
vielen Dank für Ihre E-Mail an Herrn Wolfgang Bosbach MdB, in der Sie sich mit dem Fonds für die ehemaligen Heimkinder auseinandersetzten. Herr Bosbach hat mich als thematisch zuständigen Arbeitsgruppenvorsitzenden gebeten, Ihnen zu antworten.
Lassen Sie mich Ihnen vorab versichern, dass ich das erlittene Unrecht und das Leid, das Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Heimen in der Bundesrepublik und in der ehemaligen DDR widerfahren ist, zutiefst bedaure und dass ich die Einrichtung der beiden Hilfefonds unterstützt habe und sehr begrüße.
Die von Ihnen angeregte Aufarbeitung der Heimerziehungspraxis hat bereits der Runde Tisch “Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren” geleistet. Der Runde Tisch, der vom Deutschen Bundestag einstimmig und in fraktionsübergreifendem Konsens eingesetzt wurde, hat in fast zweijähriger Arbeit die Heimerziehung der jungen Bundesrepublik untersucht und hinterfragt. Er hat Betroffene, ehemalige Betreuungspersonen und Verantwortliche angehört, Rechtsgrundlagen diskutiert, pädagogische und psychologische Fragen erörtert und gesellschaftliche Entwicklungen nachgezeichnet. In seinem Abschlussbericht stellte der Runde Tisch fest, dass es in der Heimerziehung vielfaches Unrecht und Leid gab. Er empfahl zur Rehabilitierung ein Maßnahmenbündel, darunter auch finanzielle Hilfen und eine Entschuldigung der damals Verantwortlichen. Im Übrigen können auch nur die damals Verantwortlichen eine Entschuldigung aussprechen und nicht der Deutsche Bundestag.

bundestag23

Aufgrund der Empfehlungen des Runden Tisches hat der Deutsche Bundestag 2011 beschlossen, ehemaligen Heimkindern, denen Unrecht und Leid während ihrer Heimunterbringung zugefügt wurde, finanzielle Hilfen zu gewähren. Und zwar dann, wenn noch heute Folgeschäden oder ein besonderer Hilfebedarf bestehen, und diese nicht über die Hilfe- und Versicherungssysteme abgedeckt werden können. Außerdem soll in den Fällen, in denen es wegen seinerzeit nicht gezahlter Sozialversicherungsbeiträge zu geringeren Rentenansprüchen gekommen ist, ein Ausgleich gewährt werden. Das bedeutet: Die Leistungen des Fonds sind  keine Entschädigungsleistungen, sondern Hilfen zur Überwindung der Folgen des damals Erlebten.
Der Runde Tisch hat mit wissenschaftlicher Unterstützung herausgearbeitet, dass für das Leid der ehemaligen Heimkinder juristisch diejenigen verantwortlich sind, die unmittelbar für das betroffene Kind Verantwortung getragen haben: die Eltern, Vormünder, Pfleger, die Heimleitung und das Heimpersonal, aber auch die Heimaufsicht und die Jugendämter. Gegenüber diesen Personen oder Institutionen hätten Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden können. Wenn diese Ansprüche in der Vergangenheit nicht angemeldet wurden, sind sie inzwischen verjährt. Daher wollte der Deutsche Bundestag mit der Einrichtung der Fonds einen Beitrag leisten zur Herstellung des Rechtsfriedens. Allerdings war von Beginn an klar, dass die Fonds niemals den vollständigen Ausgleich aller Rechtsverletzungen anbieten wollten und auch nicht konnten.
Die Fonds selbst haben die Rechtsform einer nicht rechtsfähigen Stiftung des Privatrechts und ihre Entscheidungen sind keine hoheitlichen Verwaltungsakte. Bund und Länder (und in den westdeutschen Bundesländern auch die Kirchen) erbringen – angesichts der Rechtslage – letztlich freiwillige Leistungen auf die kein Rechtsanspruch besteht.
Was die Dauer der Antragsbearbeitung angeht: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Beratungsstellen nehmen sich viel Zeit für die Betroffenen, zwischen 18 und 20 Stunden insgesamt. Nicht nur für Gespräche, sondern auch – falls erforderlich -, um Betroffene bei den Wegen zu Ärzten oder psychologischen Hilfen oder bei der Aktensuche und Akteneinsicht zu begleiten. Oft sind viele Gespräche nötig, um gemeinsam zu klären, welche Hilfeleistung erforderlich ist. Dann muss geklärt werden, ob diese Hilfeleistung über den Leistungskatalog der bereits bestehenden Hilfesysteme abgedeckt wird. Und erst wenn das abgeklärt und ausgeschlossen werden kann, kann eine Hilfeleistung aus dem Fonds geprüft werden. Die Beraterin oder der Berater erarbeitet gemeinsam mit dem Betroffenen eine Vereinbarung über mögliche Hilfeleistungen, die dann vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben auf ihre Schlüssigkeit geprüft wird. Dieser Prozess dauert mehrere Wochen. Wir wissen, dass er aufgrund von Personalengpässen und der Vielzahl der Anträge auch schon mal noch länger dauern kann. Wir werden versuchen, diesen Prozess zu beschleunigen.
Zu Ihrem letzten Punkt, der Erbringung des Nachweises einer Heimunterbringung: Sie werden mir sicherlich zustimmen, dass jedes ehemalige Heimkind, das Leistungen aus dem Fonds beziehen möchte, nachweisen muss, dass es im Heim gewesen ist. Grundsätzlich soll als Nachweis des Heimaufenthalts ein Einweisungs- und ein Entlassungsdokument vorgelegt werden. Fehlen diese Nachweise, kann stattdessen eine eidesstattliche Erklärung ausreichen. Ich finde nicht, dass diese Form der Nachweiserbringung eine Zumutung ist.
Sehr geehrter Herr Werner, ich hoffe, dass ich Sie davon überzeugen konnte, dass dem Deutschen Bundestag die Anliegen der ehemaligen Heimkinder wichtig waren und immer noch wichtig sind und wir uns auch weiterhin für die ehemaligen Heimkinder einsetzen werden.
Mit freundlichen Grüßen

Marcus Weinberg
Marcus Weinberg MdB| Deutscher Bundestag | Platz der Republik 1| 11011 Berlin

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Die Anlaufstellen wollen’s wissen…

Dieses Anschreiben mit Formular und einem Kästchen für “Lob oder Kritik” wird seit neuestem verschickt – jedenfalls in Rheinland-Pfalz.

Man sollte sich überlegen, ob man es ausfüllt oder einfach ignoriert. Es gibt Argumente für beides:

Dafür:
Man kann mal so richtig seine Meinung schreiben – es soll offensichtlich eine “Statistik der Zufriedenheit” erstellt werden…

Dagegen:
Traue nie einer Statistik, die du nicht gerade selbst gefälscht hast (alte Soziologen-Weisheit).

anschreiben nach kontakt

anschreiben nach kontakt2

 

(zum Vergrößern anklicken)

 

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Handelseinig

DDR-Zwangsarbeit und die Verantwortung deutscher Firmen – 02.03.2014
Ein WDR 5 Radiofeature von Gabriele Knetsch

Als Ikea im Herbst 2012 einräumen musste, davon gewusst zu haben, dass politische Gefangene in der DDR zur Arbeit an Ikea-Produkten gezwungen wurden, da war schnell klar: Dies ist nur die Spitze eines Eisbergs.

Zahlreiche westliche Unternehmen wie Quelle, Aldi, Kaufhof und C&A hatten die Arbeitskraft der unter inakzeptablen Bedingungen und oft wegen fadenscheiniger Anschuldigungen einsitzenden Häftlinge ausgenutzt. Doch bis heute verweigern die meisten Firmen eine historische Aufarbeitung, geschweige denn die Bereitschaft zu Entschädigungen. Häftlingsarbeit war in der DDR ein Wirtschaftsfaktor. Politische Häftlinge waren Devisenbringer in doppeltem Sinne: Sie produzierten günstig für das “nicht-sozialistische Ausland”, und wurden anschließend gegen D-Mark von der Bundesrepublik „freigekauft“. Ost und West profitierten von den intensiven Geschäftskontakten.

Der Beitrag zum Hören (Youtube):
Handelseinig

Beitrag als PDF-Datei
handeleinig100

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Christliche Hiebe

Autoritäre Erziehung in Heimen

Christliche Hiebe

Die Geschichte der Heimerziehung ist eine von brutaler Gewalt. Vor allem die christlichen Kirchen machen sich bis heute schuldig.

Was als strafenswert galt, lag im christlichen Ermessen des Anstaltspersonals.  Bild: imago/epd

BERLIN taz | „Es erinnert mich an Konzepte, die wir aus Nazi-Zeiten noch kennen und das in unseligen DDR-Zeiten fortgesetzt wurde: Bindungsfähigkeit zerstören, Strafen und Sanktionen“. So urteilte die Traumatherapeutin Michaela Huber, nachdem die taz Vorfälle in den Heimen der Haasenburg GmbH dokumentiert hatte.

Tatsächlich reihen sich die Haasenburg-Heime ein in eine wenig rühmliche Geschichte von Erziehung nicht nur der DDR sondern auch der wirtschaftsliberal verfassten westdeutschen Bundesrepublik.

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