Forschungsberichtes zu Zwangsarbeit in der ehemaligen DDR

Presseerklärungen
Dienstag, den 15. April 2014 um 12:09 Uhr
Präsentation des Forschungsberichtes zur Zwangsarbeit am 16. Juni 2014 in den Räumen der Deutschen Gesellschaft
Zwangsarbeit in der DDR war ein staatlich gelenktes System – Der Westen hatte ausreichend Informationen – Runder Tisch geplant.Der vor einem Jahr von der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) in Auftrag gegebene und von IKEA finanzierte Forschungsbericht zur Zwangsarbeit wird am 16. Juni 14 Uhr in den Räumen der Deutschen Gesellschaft, 10117 Berlin, Voßstraße 22 vorgestellt.Der Leiter des Projektes, Dr. Christian Sachse, erklärte dazu: „Nach einem Jahr angespannter Recherchen können wir an hunderten Details nachweisen, dass die Zwangsarbeit in der DDR wirtschaftliche Ausbeutung mit politischer Repression zu einem staatlich gesteuerten System verband. Dieses Wissen war im Westen Deutschlands über die vier Jahrzehnte der Teilung hinweg präsent.“

Der Bundesvorsitzende der UOKG, Rainer Wagner, lenkt den Blick auf die weiteren Schritte: „Der Forschungsbericht zur Zwangsarbeit in der DDR benennt differenziert die Verantwortung der Bundesregierung, der Firmen im Westen, aber auch der Volkseigenen Betriebe und staatlichen Funktionäre in der DDR. Wir fordern im Namen der Opfer, dass alle ihrer Verantwortung nachkommen und gemeinsam mit der UOKG über Wege der Entschädigung sprechen.“

Zu diesem Zweck beruft die UOKG noch 2014 einen Runden Tisch Zwangsarbeit ein. Wir  gehen davon aus, dass sich keine der Firmen und Institutionen unserer Einladung entziehen wird.

Weiterführende Informationen:
www.christian-sachse.de
www.ddr-zwangsarbeit.info

Ehemalige Heimkinder, T-Shirt

 

 

 

 

 

 

 

 

Dazu ein Kommentar von Lutz Adler:
“Dass die Zwangsarbeit in der DDR wirtschaftliche Ausbeutung mit politischer Repression zu einem staatlich gesteuerten System verband!“

Zuerst muss hier den Initiatoren der Arbeit, Prof. C. Sachse und auch dem Finanzier, der Fa. IKEA, gedankt werden. Das ist sicher für die Betroffenen – und da mache ich keinen Unterschied zwischen Ost und West – eine Befreiung. Im Westen des Landes war es offensichtlich reine Gier und Gewinnstreben von Kirchen und Staat. Also Kapitalismus in seiner hässlichsten und menschenverachtenden Form!

Bei 300% Gewinn gibt es kein Verbrechen mehr, was nicht begangen wird!

Die Verantwortlichen gehören an diesen geplanten Tisch, ohne wenn und aber.

Milliarden sind verdient worden, ein sozialistischer Staat ist auf den Knochen von zwangsarbeitenden Kindern errichtet und erhalten worden. Die Betroffenen kämpfen bis heute, schwer traumatisiert und oft mit erheblichen Einschränkungen Ihrer Gesundheit, mit den Folgen.

Es waren KINDER!!

ddr-kinder ikea

Es ist an der Zeit dass endlich Klarheit und Gerechtigkeit geschaffen werden. Die Forderung nach den vorenthaltenen Löhnen und endlich auch nach angemessenen Ehren- bzw. Opferrenten, die sich deutlich aus dem Renten-Wirrwarr herausheben ist eine allzu verständliche und gerechte Forderung.

Wer Renten-Ersatzleistungen zahlt, der muss sich auch gefallen lassen, dass nach den vorenthaltenen Löhnen gefragt wird! Nur Antworten hat es bislang aus Arroganz oder Scham nie gegeben.

Es ist Zeit für Antworten!

Oder sollte da doch anderes dahinter gestanden haben? So, wie es sich nun immer deutlicher zeigt, wussten alle Beteiligten längst von den unsäglichen Verflechtungen. Meine Frage dazu: Weshalb ist das so vehement am RTH-West – und in wessen Auftrag – von Frau Vollmer bestritten und vermieden worden?

Was am ABH-Ost mit den Delegierten passierte, die dieses Thema auf den dortigen Tisch bringen wollten, ist ja indessen, so hoffe ich wenigstens, hinlänglich bekannt. Zur Erinnerung: diese Delegierten sind unter Aufsicht und mit Hilfe des Prof. P. Schruth aus der Veranstaltung entfernt worden. Aber sie haben nie aufgehört, das öffentlich zu benennen. Großer Dank an dieser Stelle an Frau N. Kraul.

Die Fragen vom Februar 2011 sind noch immer aktuell, weil unbeantwortet.

  • Wo ist unser gerechter Anteil am ehemaligen SED Vermögen, der von so vielen Kindern in Jugendwerkhöfen, Durchgangsheimen und Spezialkinderheimen erarbeitet wurde?
  • Wer hat das ohne unsere Zustimmung und für was ausgegeben?
  • Wann werden die Verantwortlichen herangezogen, für Ersatz zu sorgen?

Es kann nicht wirklich Sache der Opfer sein, darüber auch nur einen Gedanken zu verschwenden zu müssen. Das ist die Aufgabe jener, die wussten was und wer Rechte daran hatte. Alle diese Fragen sollten am ABH-Ost erörtert werden. Und genau diese Fragen sind unterdrückt worden. In wessen Auftrag und auf wessen Weisung, sollte der Prof. P. Schruth beantworten können. Der bis heute durch niemanden legitimierte angebliche „Vertreter der Heimkinder der BRD“ als „Ombudsmann“, der doch allen einen solchen Bärendienst erwiesen hat.

heimkinder ost

Weiter in Verruf kann man dieses Amt eigentlich kaum bringen. Was eigentlich gut gedacht und sicher auch seine Berechtigung im Lande hat, ist hier mehr als nur in Misskredit gebracht worden.

Es ist – und auch das ist keine neue Forderung – längst an der Zeit, reinen Tisch zu machen. Alle Beschlüsse des ABH-Ost sind manipuliert und nicht rechtens. Was da im AB-Heimerziehung Ost veröffentlicht wurde, beruht auf Manipulationen der Teilnehmer, die mit unlauteren Methoden unter Druck gesetzt worden sind. Es muss endlich die Wahrheit über diese Veranstaltung an die Öffentlichkeit und die Verantwortlichen müssen Farbe bekennen. Was dort als angebliches Ergebnis gedruckt wurde, ist nicht das Papier wert auf dem es steht!

In der letzten bekannten Presseerklärung dieser Farce ist gefordert worden, man solle zum Stand von Sommer 2011 zurückkehren. Ja richtig, das setzt voraus, das endlich alle Beschlüsse als das entlarvt werden, was sie immer waren und sind: nämlich ungültig, da gegen jede demokratische Regel verstoßen wurde.

Ich kann nur – und tue dies hiermit – die noch verbliebenen Teilnehmer dieser Runde auffordern, sich öffentlich zu diesen Dingen zu bekennen und das Wort zu ergreifen, und endlich frei und offen ihre Meinung zu sagen. Ohne Rücksicht auf ihre eigen Reputation. Die ist in den Augen der meisten Betroffenen eh längst den Bach runter.

Aufarbeiten geht halt nicht in Teilen sondern nur in Gänze, auch wenn das weh tut und – was noch wichtiger ist – Geld kostet. Wichtig für die um ihre Lebenschancen betrogenen ZwangsarbeiterInnen jeden Alters im System der Diktatur der SED, als Knechte und in der Industrie!

Ist diese Gesellschaft, diese Regierung und dieses Volk nun in der Lage, das zu bekennen und sich den Dingen, die so viele Menschen im Lande betreffen, endlich aufzuarbeiten und die Schuld zu begleichen? Die ist im Übrigen eine Bringschuld.

Die Betroffenen haben Ihre Leistung längst erbracht, auf ihre vorenthaltenen Löhne aber warten sie seit Jahrzehnten!

Lutz Adler
Im April 2014

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Hölle Kinderpsychiatrie

Psychiatrie

“Hölle Kinderpsychiatrie – Gewalt und Missbrauch hinter Anstaltsmauern” nannte der WDR völlig zu Recht die Dokumentation über Marsberg/Sauerland und Schleswig.

Wer diesen bewegenden und wichtigen Film heute nicht sehen konnte, kann dies nun hier nachholen:

https://www.youtube.com/watch?v=dz2dm3O7o_8

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Haasenburg und kein Ende?!

Eine mutige junge Frau, Christina Witt, die, so denke ich, unsere Hochachtung und jede Unterstützung verdient hat, gibt nicht auf. Sondern im Gegenteil.

In 48 Stunden ist es Ihr gelungen mit der Online-Petition

„Nie wieder Haasenburg, Herr Woidke!“

in den sozialen Netzwerken mehr als 20.000 Unterschriften zu sammeln. Toll und – ja, mehr als ein Achtungszeichen!

Wer ist Frau Witt?
Eine ehemalige Insassin der im Sommer letzten Jahres in die Schlagzeilen geratenen Einrichtung unter der Nicht-Aufsicht einer Ministerin des Landes Brandenburg, die bis heute nicht einmal die richtigen Worte der Entschuldigung – ganz zu schweigen eine Entschädigungslösung für die Betroffenen Opfer gefunden hat.

Das allein ist offensichtlich in Brandenburg aber noch nicht genug
Es war im Abschlussbericht der nur auf öffentlichen Druck und mehr als widerwillig eingerichteten Untersuchungskommission damals die Rede von einer nicht Reformierbarkeit der Haasenburg. Das – so nun der Eindruck – soll plötzlich vergessen sein und das Land strebt eine Einigung vor Gericht mit dem damaligen Betreiber an und will eine erneute Lizenzerteilung überdenken. Da kann es der jungen, mutigen Frau nicht hoch genug angerechnet werden, die Öffentlichkeit zu informieren. Bei mehr als 20.000 Unterschriften dürfte ihr dies gelungen sein!

Will man in Brandenburg die Dinge nicht begreifen oder ist der entgangene Gewinn, der mit Kindern in solchen Einrichtungen gemacht wird, das Thema? Das alles wirft ein sehr zweifelhaftes Licht auf die Verantwortlichen.

Bis heute – und auch das sei nicht verschwiegen – ist kein einziges Ermittlungsverfahren gegen die damalig Verantwortlichen für schwerste Verletzungen der Rechte und der Würde von Menschen abgeschlossen. Kein einziger Verantwortlicher und auch niemand im Ministerium ist bis heute vor ein ordentliches Gericht gestellt worden. Die damaligen Vorwürfe sind nicht aufgeklärt und schon überlegt man in Brandenburg ,wie es zu einer Wiedereröffnung und erneuten Belegung kommen könnte. Nein, mir fehlen gerade an dieser Stelle nicht die Worte, sondern das Gegenteil ist der Fall.

Haasenburg schließen!

Ich muss gestehen, dass ich den Eindruck habe, in Brandenburg ticken nicht nur die Uhren anders sondern dort werden die Zeichen der Zeit dann vernommen, wenn ein gewaltiger Donner über das Land fegt. Verwundert bin ich allerdings, dass die Brandenburger Bürger selbst so etwas in Ihrem Nahmen von der verantwortlichen Politik machen lassen. Dass die Bürger von Brandenburg die ich im Übrigen besser aus den Jahren 1989 – 1990 kenne, da keine Stimme haben, oder kann ich die nur nicht vernehmen? Damals waren auf dem Weberplatz in Babelsberg nur einige wenige und in Wochenfrist gingen gegen eine Regierung – und es war nicht nur eine Landesregierung sondern eine Diktatur der SED – Tausende auf die Straße. Es erfüllt mich noch heute mit Stolz dabei gewesen zu sein!

Alles vergessen in Brandenburg?
Ich hoffe, dass den Worten des Herrn Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, der ja in der letzten Sitzung des Landtages von erheblichem Handlungsdruck, was die Opfer der SED-Diktatur – aber eben nicht nur dieser – angeht, auch Taten folgen werden. Opfer sind auf den besonderen Schutz der Verantwortlichen in der Politik angewiesen, Kinder in der Rolle von Opfern und das in einem Rechtsstaat, der im Falle der Haasenburg nun auf ganzer Linie versagt hat, umso mehr.

Will man nun endlich in Brandenburg mit der unrühmlichen Vergangenheit als „kleine DDR“ brechen, bedarf es, so denke ich, nach so vielen Jahren der Untätigkeit und es Abwartens endlich Taten, die die Opfer auch als ehrliches Bemühen erkennen können, Herr Ministerpräsident Woidke.

Schauen Sie, Herr Ministerpräsident, in die Gerichte und auf den Umgang mit den betroffenen ehemaligen Heimkindern der Diktatur der SED im Heute und Jetzt in Brandenburg und Ihnen wird nicht gefallen, was Sie sehen. Erneut traumatisiert, gedemütigt, der Lüge bezichtigt und, was sich nun anzubahnen scheint, mit System um Ihre gerechten Ansprüche durch die Staatsanwaltschaften erneut betrogen. Machen Sie dem endlich – 24 Jahre nach der Wende – ein Ende und kümmern Sie sich um die Betroffenen der ersten und nun leider in Brandenburg entstandenen zweiten Generation Kinderopfer von geschlossener Unterbringung!

Lutz Adler

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