Der Superbeschiss – Teil 2

Von Hannover geht eine wirklich gute Initiative aus: geklaute Löhne einfordern!

Sich auf unsere Berechnungen stützend (s. hier), schreiben ehemalige Heimkinder an die Landeskirche Hannover und fordern diese auf, die hinterzogenen Löhne samt Zinsen und Zinseszinsen zu überweisen.

Sollte die Landeskirche sich weigern, haben sie weitere Aktionen angekündigt.

“Die Zeit, mit Schrotkugeln in der Gegend rumzuballern”, sagte ein Betroffener und Mitinitiator der Aktion, “ist endgültig vorbei! Wir schießen jetzt nur noch mit Kanonen!”

Wir finden, dass ist ein nachahmenswerte Aktion!

Ein Beispiel-Anschreiben (für die, die sich unsicher sind, wie so etwas aussehen könnte):

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit diesem Schreiben mache ich den mir unrechtmäßiger Weise entzogenen Lohn geltend.

Begründung: 
Ich war von (Daten eingeben) bis (Daten eingeben) in dem/den Heim/en (Daten eingeben) und wurde dort gezwungen, 10 Stunden täglich, 6 Tage die Woche zu arbeiten. Einen Lohn für die von mir geleistete Arbeit habe ich nie erhalten.

Zur Berechnung des Lohnes:
s. beigefügtes Dokument (Ausdruck der Berechnungen hinzufügen oder eigene Berechnungen anstellen).

Ich bitte Sie, den mir geschuldeten Lohn auf mein Konto (Konto, BLZ, Bankname) baldmöglichst einzuzahlen. 

Sollte Sie die mir zustehende Zahlung verweigern, behalte ich mir selbstverständlich die Veröffentlichung Ihrer Ablehnung sowie weitere Schritte vor.

Mit freundlichem Gruß
(Name und Unterschrift)

Die schwarze Schrift jeweils durch eigene Angaben ersetzen!

 

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Klage gegen die Brüdergemeinde Korntal

Die folgenden, anonymisierten Informationen ließ uns der Kläger zukommen. Wir meinen, dass jeder weitere Kommentar überflüssig sei.

Wir wünschen dem Kläger viel Kraft und natürlich den größtmöglichen Erfolg in seiner Klage und werden auch weiterhin informieren!

landgericht

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Beratungen des VEH e.V. sind KOSTENLOS!

AUS GEGEBENEM ANLASS

teilen wir allen ehemaligen Heimkindern mit,
dass Beratungen und Hilfestellungen (persönlich oder telefonisch) des Vereins selbstverständlich

KOSTENLOS

sind! Egal, ob Sie Mitglied im VEH e.V. sind, oder nicht! Sollte jemand für Beratungen von Ihnen Geld fordern, bitte wir um Mitteilung – entweder auf unserer Facebookseite (https://www.facebook.com/VEHeV), an folgende Mailadressen

d.friedrich@veh-ev.eu
h.dettinger@veh-ev.eu

oder auch telefonisch
06106-15379
05032-964647

Der Vorstand VEH e.V.

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Guter Wille und leere Kassen

FONDS FÜR EHEMALIGE HEIMKINDER
Otto Langels/Deutschlandfunk/03.07.2014

Ein Prospekt mit der Aufschrift "Fonds Heimerziehung" liegt auf einem Tisch vor einer Gruppe von Menschen.
Mit dem Fonds Heimerziehung will die Bundesregierung Opfer von Gewalt und Misshandlung in Kinderheimen entschädigen. (picture alliance/dpa/Hendrik Schmidt)

Sowohl in der jungen Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg als auch in der DDR wurden Kinder in Heimen gedemütigt, verprügelt und misshandelt. Die Opfer leiden bis heute. Die Politik will mit Geld helfen – doch die Betroffenen brauchen etwas anderes.

“Ich bin 14 Jahre im Heim gewesen, also vom Baby an, es war überall das gleiche Unrechtsystem, Bestrafung, körperliche Züchtigung, bis aufs Blut Exzesse. Wir waren ständig eingesperrt, um das ganze Gelände herum war ein zwei Meter hoher Stacheldrahtzaun mit oben Bewehrung, damit auch niemand aus dem Heim abhaut.”

Was Dirk Friedrich in seiner Kindheit erlebte, mussten unzählige Heimkinder in den frühen Jahren der Bundesrepublik ertragen. Sie wurden gedemütigt, erniedrigt, geprügelt, misshandelt, ausgebeutet und missbraucht, in kirchlichen wie in öffentlichen Einrichtungen.

Doch nicht nur im Westen, auch in der DDR sperrte ein rigides Erziehungssystem Kinder und Jugendliche weg, beeinträchtigte massiv ihre Entwicklung und zwang sie zur Arbeit, zum Beispiel Oliver Perner.

“Ich war sieben Jahre im Heim, erst im normalen Heim, öfter im Durchgangsheim, weil ich ständig abgehauen bin, weil es nicht auszuhalten war im Heim. Danach bin ich nach Torgau gekommen, das war vergittert, verschlossen, das war die schlimmste Einrichtung, die es für Jugendliche in DDR-Zeiten gab. Das war dann die Hölle da.”

Erst vor rund einem Jahrzehnt wurden die schwierigen und zum Teil menschenunwürdigen Lebensbedingungen vieler Heimkinder öffentlich bekannt. Im Februar 2009 konstituierte sich auf Empfehlung des Deutschen Bundestags der “Runde Tisch Heimerziehung”, an dem Vertreter der Politik, der Kirchen, der öffentlichen Träger und der ehemaligen Heimkinder Platz nahmen. Knapp zwei Jahre lang berieten sie unter dem Vorsitz der früheren Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer über Hilfen für Betroffene. Im Januar 2011 stellte Vollmer den Abschlussbericht vor.

“Für die individuell Geschädigten schlagen wir einen Fonds vor. Dieser Fonds heißt jetzt Fonds für ehemalige Heimkinder. Der soll ausgestattet werden mit 120 Millionen Euro.”

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