GESCHAFFT!

Franz Anthöfer hat es geschafft!

Er landete am 29.04.2015 in aller Früh in Frankfurt, wo er erst einmal ein paar Tage in einer Klinik ausruhen und sich erholen wird, ehe er den Rest des Weges aus West Virginia nach Köln in einem Krankenwagen zurücklegen wird.

Ermöglicht wurde dem schwerst krebskranken Franz Anthöfer dieser Wunsch, weil sich eine Reihe von Menschen zusammengetan hatten, und wochenlang alles daran setzten, die Deutsche Botschaft in Washington DC, das Auswärtige Amt in Berlin, das Familienministerium und den Fonds Heimerziehung zu überzeugen, eine helfende Hand auszustrecken.

Der Verein ehemaliger Heimkinder e.V. hat dazu beigetragen, was ihm möglich war: Zahllose Anrufe, Briefe und E-Mails an die Botschaft, das AA, das Ministerium, Sozialbehörden, den LVR, ein Spendenaufruf und ständiger Kontakt mit Franz Anthöfer via Skype haben es letztendlich vermocht, was am Anfang wie ein unmögliches Unterfangen erschien.

Wir möchten uns bei allen Beteiligten bedanken:

  • bei Erich Müller, der sich als interessierte und äußerst rührige Einzelperson bei Franz meldete und bei dem zeitweilig alle Fäden zusammenliefen,
  • bei Dr. Zoll, der mit seinem Fachwissen und seinem Engagement in nicht geringem Maße dazu beitrug, dass Franz die Bescheinigung der Flugfähigkeit von den amerikanischen Ärzten ausgestellt bekam und der außerdem dafür sorgte, dass Franz ein Bett in einem Kölner Krankenhaus bekommt,
  • bei Frau Bergmann vom BMFSFJ, die sich als freundlicher und zugänglicher Gegenüber erwies und die Umwidmung und Auszahlung der Sachleistungssumme aus dem Fonds Heimerziehung für Franz auf das Anderkonto von RA Nieporte sehr schnell ermöglichte,
  • bei RA Nieporte, der keinen Moment zögerte, sein Anderkonto gebührenfrei für die Überweisung zur Verfügung zu stellen,
  • bei Herrn Eck von der Deutschen Botschaft in Washington DC, der sich dafür einsetzte, dass Franz ganz unbürokratisch einen gültigen deutschen Pass (seiner war ihm gestohlen worden) für die Einreise bekam und Franz in West Virginia besuchte, um sich von der Dringlichkeit des Anliegens selbst zu überzeugen,
  • bei der Deutschen Lufthansa, die den Preis für den sicher aufwendigen und medizinisch begleiteten Flug bezahlbar machten,
  • bei dem Maltesern in den USA, die Franz kostenfrei von West Virginia nach Washington zum Flughafen brachten.
  • bei den vielen Ehemaligen Heimkindern, die einen wichtigen Teil zum guten Ausgang des Unterfangens beitrugen, indem sie spendeten, Franz anriefen, ihm ermunternde Mails schickten, sich nach ihm erkundigten, ihn mit ihren Gedanken und Wünschen begleiteten,
  • und bei all denen, die hier nicht ausdrücklich genannt sind: Ob es eine freundliche E-Mail war, ein Anruf, eine Auskunft, der Kauf eines Tablets für Franz, ein paar aufmunternde Worte, ein Ausdruck der Sorge oder des Mitgefühls – jede noch so kleine Geste war hilfreich!

Sie alle haben bewiesen, dass Solidarität und Empathie keine leeren Worte sind und selbst das schier Unmögliche ermöglichen können.

Wir freuen uns mit Franz, sind erleichtert mit ihm und hoffen mit ihm und für ihn, dass ihm noch eine lange und gute Zeit in seiner Heimatstadt Köln gegönnt sein wird!

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Endlich mal öffentlich: Handbuch der Verfahrensregelungen

Geschäftsstelle Fonds Heimerziehung, Handbuch über die geltenden Verfahrensregelungen des Fonds „Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975“ und des Fonds „Heimerziehung in der DDR in den Jahren 1949 bis 1990“-

Dank eines findigen Ehemaligen können wir endlich mal das gesamte Handbuch hier vorstellen. Warum das nicht auf der Seite des “Fonds Heimerziehung” zu finden ist, bleibt wohl ein Rätsel.

Unser Informant schreibt dazu:
“Da wurde ja auch beschlossen, dass nur noch Härtefälle in der Geschäftsstelle, die kurz vor dem Tode stehen, bearbeitet werden. (…)
Da wirst Du noch so einiges finden, was uns verschwiegen wird.
Kannst du dort nachlesen, wenn der Sachbearbeiter aus der Anlaufstelle einen groben Fehler macht, geht die ganze Vereinbarung wieder zurück und mann kommt wieder nach hinten auf die Warteliste. Das ist ja der Hammer!
Und dann noch etwas steht dort, man kann 80% einer Kaufsumme im voraus bekommen.
Dies wird alles verschwiegen, fragt sich nur warum.
Geht doch auch überhaupt nicht, dass die Betroffenen bei den Auszahlungsmodalitäten kriminalisiert werden. Das ist rechtlich nicht korrekt.
Schau Dir mal die Vereinbarung an, die wir unterschreiben. Dort unterschreiben wir quasi nur für die Auszahlung von 10.000 Euro. Wir unterschreiben nicht dafür, dass wir die Ausgaben von den 10.000  Euro belegen müssen.
Das haben die geschickt gemacht, da kommt man auch nicht so schnell drauf.
Wenn man das okay von der Geschäftsstelle hat, also alle Prüfungen stattgefunden haben, könnte man mit dieser Vereinbarung, die durch die Unterschriften eine Rechtswirkung erlangen, darauf bestehen dass die komplette Summe ausgezahlt wird.
Die ganzen Regelungen mit Belegen etc. werden ja nur aussvertraglich (sic) kommuniziert, tatsächlich sind sie rechtlich am Ende aber nicht haltbar.
Genau aus diesem Grunde, unterschreibt man in der Vereinbarung nur die 10.000 euro, die man für dies oder jenes verwenden wird, mehr nicht.”

Download (PDF, 744KB)

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