Martin Mitchell teilt mit:

Auf Seite 16 der 16-seitigen Ausgabe: Berlin, September/Oktober 2015 – 65. Jahrgang Nr. 755/56 der »Freiheitsglocke« – »Vereinigung der Opfer des Stalinismus e.V. – Gemeinschaft von Verfolgten und Gegnern des Kummunismus« fand ich heute (24.11.2015) folgende Pressemitteilung:
Pressemitteilung:
Erklärung „Betroffene Heimkinder der DDR“
Der Vertreter der Heimkinder im Fonds Heimerziehung DDR und Mitglied im Lenkungsausschuss Heimfonds DDR, Ralf Weber, gibt nachfolgende und durch einstimmigen Beschluss der Arbeitsgruppe „Betroffene Heimkinder der DDR“ (ABH DDR) legitimierte Erklärung ab.
1. Der Zusammenschluss und die im Interesse der betroffenen Heimkinder beider deutscher Staaten gemeinsam gegründete Arbeitsgruppe ehemaliger Heimkinder Deutschland (AeHD) wird mit sofortiger Wirkung aufgekündigt.
Beide Gruppen sind nicht mehr berechtigt im Namen des AeHD zu handeln, oder Erklärungen abzugeben.
Die Auflösung der gemeinsamen Arbeitsgruppe, wird durch den Austritt, der vormals selbständig agierenden Arbeitsgruppe ABH DDR, aus dem AeHD notwendig. Die sachliche Zusammenarbeit der beiden Betroffenengruppen ist mit sofortiger Wirkung beendet.
Dieser Schritt wird notwendig, nachdem es zu Eigenmächtigkeiten einer Person gekommen ist und damit eine Arbeitsgrundlage nicht mehr auf gemeinsamer Vertrauensbasis stattfinden kann.
2. Die von der Politik eingesetzte Ombudsperson [ Prof. Dr. Peter Schruth ] ist wegen eigenmächtiger Handlungen und damit einhergehenden massiven Vertrauensbruch und dem Verlust einer gemeinsamen Arbeitsgrundlage, zwischen seiner Person und den Vertretern der Heimkinder DDR, der Arbeitsgruppe ABH DDR, für die Funktion einer Ombudsperson nicht mehr geeignet.
Das Vertrauen der Arbeitsgruppe ABH DDR, gegenüber der Ombudsperson ist nicht mehr gegeben.
3. Mit dem Austritt aus dem AeHD nimmt die Arbeitsgruppe „Betroffene Heimkinder der DDR“ (ABH DDR) die Interessenvertretung der Heimkinder der DDR wieder selbständig wahr. Die Interessenvertretung für die Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ für Opfer der Heimerziehung aus Psychiatrien und der Behindertenhilfe, wird ebenfalls durch die Arbeitsgruppe ABH DDR wahr genommen. Im ABH DDR sind Betroffene dieser Opfergruppen vertreten.
Berlin den 28.September 2015
gez. Rainer Buchwald, gez. Roland Günsche,
gez. Roland Militz, gez. Ralf Weber
Ansprechpartner Ralf Weber: [
E-Mail: roland_militz@gmx.de
Das Ganze existiert nur am Ende dieses 16-seitigen PDF-Dokuments, das aber keine aufrurfbare Internet-Adresse hat. Das könnt Ihr nur irgenwie durch googlen finden.
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KEINE ZWANGSARBEIT…?

Es gibt mal wieder ein neues Forschungsvorhaben, eine neue Erhebung, neue Fragen. Diesmal zur

Arbeitsverpflichtungen von Kindern und Jugendlichen in den Jugendhilfeeinrichtungen der DDR

Auffällig ist bei der Beschreibung des Projektes, dass das Wort ZWANGSARBEIT wieder einmal vorsichtig vermieden wird. Gefragt wird vielmehr “ob und in welcher Form es in Einrichtungen der Jugendhilfe der DDR zu unverhältnismäßigen Arbeitsverpflichtungen gekommen ist”.

Die Ostbeauftragte Gleicke jedenfalls ruft zur Teilnahme auf.

Wer gewinnt bei einer solchen Erhebung? Schwer zu sagen… Spötter meinen: auf jeden Fall die, die sich hier einen Posten verschafft haben. Ob Ehemalige von diesem Projekt profitieren, bleibt abzuwarten. 

Wir veröffentlichen hier mal den kompletten Fragebogen in einzelnen PDF-Dateien.

Download (PDF, 69KB)

Download (PDF, 82KB)

Download (PDF, 143KB)

Download (PDF, 41KB)

Download (PDF, 41KB)

Wer sich über das Institut schlau machen will, kann dies hier tun.

800kinderheim02

Auf jeden Fall interessant ist der Heimatlas der DDR, in dem man wahrscheinlich alle Heime finden kann. Er ist gut aufgearbeitet und sehr intuitiv gestaltet.

 

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Warum landen “schwierige” Kinder im Ausland

„Der Fall ,Paul‘ aus Dorsten liegt mir quer im Magen“, so Annerose Bilzer, Bürgerfunkerin aus Herten. Sie ist einem brisanten Thema nachgegangen. Die Sendung war am Sonntag, 1. November, um 20 Uhr auf Radio Vest zu hören.

Hintergrund: Über Medienberichte in der ARD-Sendung „Monitor“ erfuhr sie erstmals, dass „schwierige Kinder” ins Ausland gebracht werden, zu sogenannten Individual-Maßnahmen. Sie wollte mehr darüber wissen, nicht nur über die Presse. Sie suchte und fand eine Betroffene: Jasmin R. aus dem Kreis Recklinghausen.

Jasmin war bereit, ihre Geschichte Annerose Bilzer in einem aufrüttelnden Radio-Interview zu erzählen. Ein halbes Jahr lang hatte Jasmin die Schule verweigert, landete im Drogenmilieu, drohte dort unter zugehen, nachdem ihre „kleine heile Kindwelt“ zusammenbrach. Weder schön noch hilfreich waren die Unterbringungen in den Einrichtungen, weder im Sauerland, noch in Bad Salzschlirf/Violeta GmbH/Fulda, in der Wohngruppe für Mädchen mit Borderline. Auch nicht die Unterbringung bei einem Maßnahmeträger, der auch unter einer GmbH in Gelsenkirchen firmierte. Das brachte lediglich einen weiteren schnellen Abbruch.

Therapie in Kirgisien
Sie landete zur Therapie in Kirgisien. „Ja, diese schulische Maßnahme hat sich dann als Auslandsprojekt entpuppt. Und da war ich erstmal sehr schockiert und baff gewesen. Also da hat`s in mir richtig gebrodelt. Dass ich so ins kalte Wasser geschubst wurde! Und dann hatte ich noch zwei Tage Zeit, Klamotten zu packen. Und da ging’s auch schon los.“
Trotzdem fand sie aus allem positiv heraus. Es war ein langer Weg, bis die junge Frau zu ihrem Hauptschulabschluss kam. Und es wird noch ein langer Weg werden, bis sie ihren gewünschten Realschulabschluss in Händen halten wird. Sie wurde zu einer Kämpfernatur – aus der Not geboren.

Parallelen zu Paul in Gelsenkirchen?
Annerose Bilzer fragt sich: Gab es in Jasmins jungem Leben Parallelen zum „Fall Paul” aus Gelsenkirchen, der mit 11 Jahren zu einer Individualmaßnahme nach Ungarn gebracht wurde, obwohl er nach der Grundschule die Empfehlung für das Gymnasium bekam? Was war mit dem Jungen geschehen, der scheinbar, trotz seelischer Not, gut lernen konnte?
Warum gab es keinen Plan B, weder für Jasmin noch für Paul? Mangelt es hier in Deutschland an Kompetenz in den Jugendämtern? Sind diese überfordert? Und wer sieht richtig hin, wenn ein Projekt im In- oder Ausland einmal angelaufen ist? Gibt es gezielte Kontrollen bei der dortigen Unterbringung von Kindern und Jugendlichen? Gibt es einen Ombudsmann/-frau, an den/die sich die Kinder in Not wenden können, eine Adresse, die beim Jugendamt zu erfragen ist? Jasmin fühlte sich oft wie ein Pingpongball. Obwohl sie kein böser Mensch von Grund auf an war, bekam sie stets die falsche Hilfe, wurde hin- und hergeschoben, verzweifelte fast, bis sie nach Kirgisien/Zentralasien kam…

Hier das Interview:
Interview Annerose Bilzer

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