Ehemalige Heimkinder gesucht

Für ein Gespräch/Interview über Medikamentenversuche an Heimkindern in den 1950er bis 1970er Jahren

Wer wird gesucht?
Ehemalige Heimkinder, die in den 1950er bis 1970er Jahren Medikamentenversuchen bzw. Medikamentenmissbrauch ausgesetzt waren. (Betroffene, die damals in eine Psychiatrie oder in einer Einrichtung für Menschen mit einer Behinderung untergebracht waren, sollen im Rahmen dieser Studie nicht befragt werden)

Wann?
Zwischen August und September 2019

Wofür?
Für ein Gespräch über das persönliche Erleben des Medikamentenmissbrauchs. Im Fokus dabei sollen die psychische Verarbeitung dieser Erlebnisse und die Hindernisse in der Verarbeitung stehen.

Warum?
Um einen Beitrag in der Aufarbeitung der Geschehnisse zu leisten sowie zu reflektieren wie der (gesellschaftliche) Umgang mit Traumata nachdem sie geschehen sind aussehen sollte, möchte ich diese Studie durchführen und dafür mit ihnen ein Gespräch führen.

Zu meiner Person:
Mein Name ist Jakob Schlottner. Ich bin 24 Jahre alt und studiere Psychologie im Master an der Universität zu Lübeck. Ich setzte mich schon länger mit traumatischen Erlebnissen in der Generation meiner Großeltern (Flucht aus Ostpreußen) und wie sich diese Erlebnisse auch noch heute auswirken, auseinander. Vor dem Hintergrund dieses schon bestehenden Interesses und der seit kurzem beginnenden Aufarbeitung der Medikamentenversuche in Heimen in den 1950er bis 1970er, hat sich nun dieses Thema für meine Masterarbeit entwickelt.

Ich bin interessiert an einem von Ihnen aktiv mitgestalteten Gespräch, um ihre Erfahrungen für meine Masterarbeit aber auch für einen kleinen Beitrag zur Aufarbeitung der Medikamentenversuche zu nutzten. Ihre Angaben werden vertraulich behandelt und persönliche Daten unkenntlich gemacht.

Für Ihre Mithilfe wäre ich Ihnen sehr dankbar!

Wie?
Bei Interesse melden Sie sich bei mir und wir vereinbare ein Treffen: Tel: 0160/99446951 Email: jakobschlottner@gmail.com



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Ex-Heimkinder fordern 500 Euro Opferrente

Domradio.de,
19.06.2019

Der Verein ehemaliger Heimkinder (VEH) fordert eine monatliche Opferrente von 500 Euro, die nicht auf andere Sozialleistungen angerechnet wird. Sie habe die Befürchtung, Politik, Kirchen und Gesellschaft wollten einen Schlussstrich unter dieses düstere Kapitel der Geschichte ziehen, sagte VEH-Sprecherin Doris Petras der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Daher habe der Verein am selben Tag einen Offenen Brief an die katholische Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht, dem weitere Briefe und Aktionen folgen sollen – als nächstes an die evangelische Kirche, aber danach auch an Jugendämter, Ärzteverbände, die Pharmaindustrie und andere mehr.

In dem Offenen Brief wirft der Verein der katholischen Kirche vor, immer noch zu wenig zu tun, um den ehemaligen Heimkindern zu helfen, trotz aller Traumata aus der Zeit im Heim ein einigermaßen normales Leben führen zu können. “Diese Chance hatten die meisten bisher noch nie in ihrem Leben”, sagte Petras der KNA: “Viele haben einfach keine Kraft mehr, sind vereinsamt und konnten nie richtig arbeiten und damit auch nie eine vernünftige Rente erwirtschaften.”

Zu dem Offenen Brief wolle sich die Bischofskonferenz “wie grundsätzlich zu allen Offenen Briefen” nicht äußern, hieß es auf Anfrage. In einem früheren Brief an den VEH, der der KNA vorliegt, hatte der Sekretär der Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer, unter anderem zugesagt, sich gemeinsam mit der evangelischen Kirche für eine Reform des Opferentschädigungsgesetzes OEG und weitere “betroffenenfreundliche Regelungen” im Entschädigungsrecht einzusetzen. Außerdem hatte er auf die Beteiligung der Kirchen am “Fonds Heimerziehung” und an der “Stiftung Anerkennung und Hilfe” hingewiesen. (dpa, 19.6.2019)

Quelle

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Wir fordern eine Opferrente!

Der Verein und weitere Selbsthilfegruppen haben einen Brief an sämtliche katholische Bischöfe versandt, dazu ein gesondertes Schreiben an die deutsche Bischofskonferenz.

Die Antworten waren beschämend: Es erreichten uns lediglich vier (!) Schreiben von insgesamt 28 Bischöfen (vielmehr deren Büros). Von der Bischofskonferenz war die Antwort gleich ganz Schweigen!

Wir haben also nach reiflicher Überlegung beschlossen, mit diesem Schreiben an die Öffentlichkeit zu gehen, denn wir denken doch, dass wir und unser Anliegen zumindest eine Antwort wert sind!

Hier der Brief im Wortlaut

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