Schulterschluss der Opfervertretungen

0 Flares Filament.io 0 Flares ×

Pressemitteilung, 15.05.2019

Opfergleichstellung und Opferentschädigung statt Entschuldigungen

Zeit, über das Leid zu sprechen hieß eine Veranstaltung der “Stiftung Anerkennung und Hilfe” am 13. Mai 2019 im Museum für Kommunikation in Berlin.

Wir, die Opfer  und Opfervertretungen aus Säuglingsheimen, Kinderheimen, Erziehungsheimen, Psychiatrien, “Behinderten”einrichtungen und Internaten haben die medienwirksamen, jedoch nicht ehrlichen Lippenbekenntnisse von Politik und Kirchen satt!

Wir sind des Redens müde, der Erklärungen überdrüssig, sind die nicht ernst gemeinten Entschuldigungen leid!

Wir brauchen keine weiteren fadenscheinigen Veranstaltungen mehr, die folgenlos bleiben.

Veranstaltungen, auf denen das Verhalten von Politikern und Vertretern der Kirchen nicht zu Ihren “Entschuldigungen” passen. Brauchen keine Worthülsen, keine Aufarbeitungen, in Auftrag gegeben von Täterorganisationen, keine Bitten um Vergebung, die nur denen helfen, die sich an uns millionenfach schuldig gemacht haben.

Wir fordern den Staat auf 

● eine Enquete-Kommission im deutschen Bundestag einzurichten 

● fordern  Staat und Länder, Kirchen, Ärztekammern und Pharma-Industrie auf uns endlich das zu geben, was wir benötigen: 

– Respekt für unser erlittenes Leid

– ein menschliches Leben

– die Möglichkeit unser restliches Leben in Würde zu leben.

Wir werden uns von Ihnen nicht mehr vereinzeln lassen, wir sind keine Opfer zweiten und dritten Grades, keine ehemaligen Heimkinder UND Behinderte UND Psychiatrisierte UND ehemalige InternatsschülerInnen – wir alle gemeinsam sind Überlebende deutscher Erziehung – in Heimen, Internaten und Psychiatrien. Wir sind die Opfer eines Staatsversagens auf allen Ebenen in der Nachkriegszeit bis Ende der 1970er Jahre.

Wir alle gemeinsam sind

• Überlebende von Medikamentenmissbräuchen und Arzneimittelversuchen.

• Überlebende falscher und gefälschter Diagnosen, die uns zu “Schwachsinnigen”, “Lernunfähigen”, “Verwahrlosten” machten.

• Überlebende sexueller, psychischer, physischer Gewalt ausgeübt durch die Hände unserer “ErzieherInnen”: Nonnen und Mönche, Lehrer und Lehrerinnen, Diakone und Diakonissen, Pastoren, Patern, Brüdern.

• Überlebende verschiedener Heimformen, die jedoch eines gemeinsam hatten: eine beispiellose unmenschliche Brutalität uns, den Schutzbefohlenen gegenüber.

Diese Brutalität hat unser Leben, unsere Beziehungen, unsere Erwerbsarbeit, unsere Gesundheit angegriffen oder ganz zerstört und ist immer präsent. Nicht zuletzt in unseren Rentenzahlungen.

Heute leiden wir nicht nur an wieder kehrenden Alpträumen und Flash-backs, sondern auch an Altersarmut mit all ihren Erscheinungen wie schlechter medizinischer Versorgung und Vereinsamung.

Eine Veranstaltung wie “Zeit über das Leid zu sprechen” löst in uns nur noch einen Aufschrei aus:

Stellen Sie sich Ihrer Verantwortung! Kommen Sie Ihrer Pflicht nach, uns zu entschädigen und anzuerkennen! Übergeben Sie Ihr Wissen um die nicht verjährten Verbrechen der Staatsanwaltschaft! Gründen Sie eine staatliche Kommission zur Aufarbeitung Ihrer nicht verjährten kriminellen Taten.

Und: bitten Sie uns niemals wieder um Vergebung, wenn Ihr Verhalten Ihre Worte Lügen strafen! Denn nichts kann auf diese Weise vergeben werden! Vergessen wird es nie!

Schulterschluss der Opfervertretungen von Opfern staatlicher und kirchlicher Einrichtungen!


Wir, die Vertretungen der Opfer aus staatlichen und kirchlichen Einrichtungen, haben uns heute, trotz Ihres Versuches uns politisch zu trennen, vereint! 

Wir sprechen uns dagegen aus, dass Sie Opfer gegenüber Opfern diskriminieren! Wir fordern eine Gleichbehandlung aller Opfer durch die Täterorganisationen!

Mit dem heutigen Tage endet die, durch die Täterorganisationen erzwungene Trennung der Opfer!

Wir ALLE sind Opfer EIN und DESSELBEN STAATSVERSAGENS, verursacht durch die GLEICHEN TÄTERORGANISATIONEN von 1949 bis 1975 (West) und bis 1990 (Ost).

Kontakte:

Manuela Nicklas-Beck
Vertreterin der Betroffenen im regionalen
Fachbeirat der Stiftung Anerkennung und Hilfe Schleswig-Holstein
Email: manuela.ajours@googlemail.com
Tel. mobil: 0176 97604127

Doris Petras
Sprecherin des Verein ehemaliger Heimkinder e.V.
Email: D.Petras@veh-ev.eu
Tel. mobil: 0157 30182930

Uwe Werner
1.Vorsitzender 1. Community – Ehemalige Heimkinder NRW e.V.
Email: 1.community-mg@web.de
Tel. mobil: 0152 23627521

Helfried Gareis
Sprecher für die Selbsthilfegruppen Frankfurt / Hannover
Email: heinz-norbert-schaefer@web.de
Tel. mobil: 0151 70822308

#AlmosenNeinDanke



Share Button
0 Flares Twitter 0 Facebook 0 Filament.io 0 Flares ×