Sexueller Missbrauch durch katholische Geistliche

Presseerklärung
KFN-Betroffenenbefragungen zu sexuellem Missbrauch
durch katholische Geistliche abgeschlossen

Nach der von der deutschen Bischofskonferenz erfolgten Kündigung des Forschungsprojekts „Der sexuelle Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige“ im Januar 2013 hat das KFN die Befragung von Betroffenen sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche eigeninitiativ fortgeführt. Auf verschiedene Aufrufe über die Medien und die Homepage des Instituts zur Teilnahme an der Forschung meldeten sich zwischen März und Oktober 2013 mehr als einhundert Betroffene. Darüber hinaus konnten einige Betroffene bereits im Herbst 2011 und im Frühjahr 2012 zur Teilnahme an der qualitativen Interviewstudie gewonnen werden. Dank ihrer Bereitschaft, von ihren Missbrauchserfahrungen zu
berichten, war es den Forscherinnen und Forschern am KFN möglich, erstmals für Deutschland Informationen über Hintergründe, Charakteristika und Folgen sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche aufzuarbeiten und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Forschung konzentrierte sich zum einen auf qualitative Tiefeninterviews mit Betroffenen, die zum Ziel hatten, vertiefende Erkenntnisse über Besonderheiten von Missbrauchserfahrungen in katholischen Kontexten und deren Bewältigung zu erarbeiten. Zum anderen wurde eine Fragebogenuntersuchung durchgeführt, um die Entstehung und den Verlauf des Missbrauchsgeschehens aus Sicht der Betroffenen nachzuvollziehen. Zudem sollte geklärt werden, welche Folgen die Taten bei den Betroffenen ausgelöst haben und wie sich die katholische Kirche ihnen gegenüber verhalten hat.

Die Ergebnisse beider Befragungen erscheinen nun in einem Sammelband mit dem Titel „Sexueller Missbrauch Minderjähriger durch katholische Geistliche in Deutschland“ (Hrsg.: Sandra Fernau und Deborah F. Hellmann) beim Nomos-Verlag. Die entscheidenden Erkenntnisse aus beiden Betroffenenbefragungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  1. Der sexuelle Missbrauch durch Priester fand oft in Heimen oder Internaten statt. Dort hatten die Betroffenen besonders wenige Möglichkeiten, sich dem Zugriff der Täter zu entziehen und waren den Missbrauchshandlungen besonders häufig ausgesetzt.
  2. Vielfach haben die geistlichen Täter bei der Annäherung an die Betroffenen und bei der Tatbegehung ihre religiöse Machtposition ausgenutzt.
  3. Viele Personen im direkten Umfeld der Betroffenen haben von dem Missbrauch gewusst oder ihn zumindest erahnt. Die besondere soziale Stellung der geistlichen Täter hat mit dazu beigetragen, dass viele Betroffene sich nie oder erst sehr spät offenbart haben.
  4. Die im kirchlichen Rahmen erlittenen Missbrauchserfahrungen sind für einen Großteil der Betroffenen auch noch nach Jahrzehnten mit starken psychischen Beeinträchtigungen verbunden.
  5. Der Stellenwert des katholischen Glaubens im Leben der Betroffenen ist nach der Tat als ambivalent einzustufen: Einerseits bestehen Distanzierungsbemühungen von der Kirche als Institution, andererseits lassen sich oftmals Verankerungen in katholischen Glaubenszusammenhängen feststellen. Tendenziell erschwert die katholisch geprägte Religiosität der Betroffenen Prozesse der Aufarbeitung und Bewältigung des sexuellen Missbrauchs.
  6. Auch das Urteil der Betroffenen über die Unterstützung durch die katholische Kirche fällt ambivalent aus. Generell wird eine offene Auseinandersetzung der katholischen Kirche mit den Missbrauchstaten vermisst.
  7. Der sexuelle Missbrauch durch katholische Geistliche ist vor allem im institutionellen Kontext ein rückläufiges Phänomen.
  8. Eine gewaltfreie, liebevolle elterliche Erziehung kann vor sexuellem Missbrauch schützen. Sie kann Betroffene zudem befähigen, sich hilfesuchend zu offenbaren.

Das letzte Kapitel des Sammelbandes mit einer ausführlichen Darstellung der zentralen Erkenntnisse steht auf der Homepage des KFN zum Download bereit.

Dipl.-Soz. Sandra Fernau
Tel.: 0511-3483628
E-Mail: Sandra.Fernau@kfn.de

Dr. Deborah F. Hellmann, Dipl.-Psych.
Tel.: 0511-3483630
E-Mail: Deborah.Hellmann@kfn.de

Share

Werden Sie arm für die Ärmsten!

An alle Bischöfe der katholischen Kirche Deutschlands

Papst Franziskus, so scheint es, gibt eine neue Marschrichtung vor: Schluss mit Prunk und Geprotze! Schluss mit nagelneuen Edelkarossen und Luxussuiten!

Papst Franziskus, so scheint es, gibt eine neue Marschrichtung für die katholische Kirche vor: Schluss mit Prunk und Geprotze! Schluss mit nagelneuen Edelkarossen und Luxussuiten!

Wir, Kinder und Jugendliche der Nachkriegsjahrzehnte, die in Einrichtungen Ihrer Kirche leben mussten, wurden jahrelang gezwungen, durch die Hölle zu gehen:

  • brutalste Schläge bis hin zur Folter,
  • Medikamentenmissbrauch,
  • medizinische Experimente,
  • Isolationshaft,
  • Schwerstarbeit,
  • Entzug von Schlaf, Essen, Trinken, Liebe, Zuwendung, Freiheit, Bildung und Kultur,
  • sexuelle Gewalt in allen widerwärtigen, krankmachenden Facetten,
  • psychische Quälereien…

Die Liste könnte fast beliebig weiter geführt werden.

Insgesamt sind wenigstens 800.000 Opfer zu beklagen – und dies ist noch eine geschönte Zahl. Die zwangsweise in die Psychiatrie Eingewiesenen, die behinderten Jungen und Mädchen, Frauen und Männer, die Säuglinge und Kleinkinder, die unendlich gequält wurden, sind nicht mit eingerechnet. Auch die alten Menschen in den Heimen fallen durchs Raster.

Für all diese Scheußlichkeiten zahlt die Katholische Kirche mal gerade 15 Millionen Euro in den sogenannten „Hilfsfonds ehemaliger Heimkinder“ und verkauft dies als Entschädigung. Im Durchschnitt bekommt jedes für sein Leben gezeichnete Opfer 5.000 Euro, was bedeutet, dass der Anteil der Katholischen Kirche pro Opfer bei sage und schreibe 850 Euro liegt.

Für all diese Scheußlichkeiten zahlte die Evangelische Kirche gerade mal 15 Millionen Euro in den sogenannten „Hilfsfonds ehemaliger Heimkinder“ und verkauft dies als Entschädigung.

Der Umbau der Bischofsresidenz von Limburg kostet, so stellt sich zwischenzeitlich heraus, fast 40 Millionen Euro, die der Diözese Rottenburg reicht ebenso an diese Summe oder übersteigt sie gar noch.

In der letzten Zeit wird scheibchenweise bekannt, welche Vermögen verschiedene katholische Bistümer horten und es ist inzwischen hinlänglich bekannt, dass auch die Evangelische Kirche über riesige Vermögen verfügt.

Müsste sich die Evangelische Kirche ob dieser Diskrepanzen nicht in Grund und Boden schämen? Ist es nicht geradezu eine Ohrfeige für den Gekreuzigten, dass seine Kirche Milliardenbeträge hortet und für ihre eigenen Opfer lediglich Almosen bereit hält?

Müsste sich die Katholische Kirche ob dieser Diskrepanzen nicht in Grund und Boden schämen? Ist es nicht geradezu eine Ohrfeige für den Gekreuzigten, dass seine Kirche Millionenbeträge hortet (nach ersten Offenlegungen sind das z.B.: München 27,6 Millionen/Hamburg 35 Millionen/Speyer 46,5 Millionen/Limburg 100 Millionen/Köln 130 Millionen – das macht ein Gesamtvermögen von 209,1 Millionen Euro bei gerade mal vier deutschen Diözesen!), diese Gelder dann für Luxus und Geprotze aus dem Fenster wirft und für ihre eigenen Opfer lediglich Almosen bereit hält?

Wir fordern Sie auf:

  • Kehren Sie um!
  • Werden Sie arm für die Ärmsten!
  • Werden Sie arm für die Opfer Ihrer eigenen Kirche!
  • Führen Sie Luxusresidenzen einer neuen Bestimmung zu und machen Sie daraus z.B. Urlaubs- und Erholungshäuser für Ihre Opfer und deren Angehörige!
  • Nutzen Sie Großküchen für die Armenspeisung!
  • Stellen Sie bischöfliche Büros und Bildungszentren als Konferenzsäle und -unterkünfte zur Verfügung für ehemalige Heimkinder, die um ihre Rechte kämpfen!
  • Verkaufen Sie nicht nur Luxuskarossen und legen sich Kleinwagen zu, sondern veräußern Sie auch weiteren Prunk in Ihren Einrichtungen, in Kirchen, Residenzen, Büros!
  • Durchforsten Sie Ihre Banksafes und Keller nach Kunstgegenständen, stoßen Sie Immobilien etc. ab!
  • Nutzen Sie die eingesparten Millionenbeträge, um den Opfern der Katholischen Kirche einen würdigen Lebensabend außerhalb einer Pflegeeinrichtung zu ermöglichen!

Wann will Ihre Kirche endlich anfangen, den unter Ihren Dächern geschändeten, geschundenen, zusammengeschlagenen, psychisch und sexuell vernichteten Menschen eine echte Entschädigung zu zahlen?

Wir sind der Überzeugung, dass Sie es den Opfern Ihrer Kirche schuldig sind, auf diese Forderungen einzugehen!

Dieses ist ein gemeinsam von Helmut Jacob, Mitglied der Arbeitsgruppe Johanna-Helenen-Heim und dem Verein ehemaliger Heimkinder e.V. verfasstes Schreiben und wir erlauben uns, dieses an sämtliche Bischöfe/Bischöfinnen der katholischen und evangelischen Kirche zu senden.

Mit freundlichem Gruß

Heidi Dettinger, Vorstand
Im Namen des Vereins ehemaliger Heimkinder e.V.

Die roten Absätze sind die leichten Änderungen, die wir für die evangelischen Landeskirchen und Bischöfe eingefügt haben.

Übrigens: Die Briefe wurde alle am 21.10.2013 verschickt. Bislang kamen genau 2 Antworten! Der Sekretär des sächsischen Bischofes beklagte, dass seine Kirche als Teil des EKD in den Fonds eingezahlt – obwohl es in der fraglichen Zeit keine evangelischen Heime in Sachsen gegeben habe. Der Arme…

Ein weiteres Schreiben eines diesmal katholischen Sekretärs kam gleichsam mit einer kleinen Wolke Weihrauch daher:
– dem Bischof vorgelegt
– tief berührt
– nimmt sehr ernst…

Ansonsten? Schweigen!

kirchencartoon_450

 

Quelle: http://www.denk-mit.info/kirche/50337196c910203a4.html

Share

„Soviel du brauchst“ – Misshandelte Heimkinder brauchen wenig

Helmut Jacob: „Soviel du brauchst“. Diese Formulierung in Anlehnung an den Bibelvers aus dem 2. Buch Mose, Kapitel 16, 18 (1) war das Motto des Kirchentags 2013 in Hamburg. Phoenix-TV zur Thematik: „So viel du brauchst – dahinter steht die Frage: Was brauchen wir eigentlich, um gut zu leben? Wir als Gemeinschaft, aber auch jeder Einzelne? Haben wir noch Wünsche? Ist mehr besser? Wann sind wir zufrieden? Und wie viel ist genug? …“ (2)

Krückenschläge-auf-Kinderhänden

Krückenschläge auf Kinderfinger – Gewalt in Heimen und Klassenzimmern

Es gibt eine große Gruppe von Menschen in unserem Land, die braucht nicht viel. Ihr genügt etwa 300 Euro Rente bis zum Lebensende oder etwa 50.000 bar ausgezahlt. Damit ist diese Gruppe schon zufrieden und dafür hat sie bereits sehr viele Vorleistungen erbracht. Es sind die ehemaligen Heimkinder, die in den Nachkriegsjahrzehnten zusammengetreten, vergewaltigt, in Angst und Schrecken versetzt, gesundheitlich ruiniert wurden. An einige wenige von ihnen möchte ich noch einmal erinnern, um klar zu machen, dass ihre Ansprüche eigentlich ungerechtfertigt bescheiden sind.

Da ist das kleine Mädchen, das nachts aus dem Schlafsaal gezerrt wurde, die Treppen hinunter in den Heimgarten. Dort drückte ihr die Nonne eine Schaufel in die Hand und herrschte sie an: Du gräbst jetzt Dein eigenes Grab; und dann legst Du Dich rein und ich schaufele Dich zu.

Da ist der junge Ministrant, dem der Priester in der Sakristei in die Hose grif fund ihn gegen seinen Willen (sonst hätte der Ministrant nicht Jahrzehnte später darüber geschrieben) solange bearbeitete, bis der Priester seine Hand von dem Ergebnis seiner Schweinerei besudelte. Mangels Waschbecken in der Sakristei wischte er sich diese besudelte Hand an seinem Priestergewand (3) ab und gab im anschließenden Gottesdienst der Gemeinde die Kommunion.

Da ist die Lehrerin, die mit ihren Pranken wenigstens zwei, drei behinderten Kindern die Trommelfelle zertrümmerte und mit diesem Gewaltakt Schwerhörige hinterließ.

Da sind kleine, sechs- bis siebenjährige Schulkinder, denen die zarten Finger mit schwerem Gehstock grün und blau geschlagen wurden, wenn sie etwas Schmutz unter den Fingernägeln hatten.

Da ist der Arzt, der wenigstens vier, fünf behinderte Kinder orthopädisch so falsch behandelte, dass sie seit 50 Jahren bis heute unter Schmerzen ihre Tage fristen.

Da ist der Junge, der von einem Priester mehrmals vergewaltigt und dem Jahrzehnte danach ein Schweigegeld bezahlt wurde (4).

Da sind Jungen, die im Moor Torf stechen mussten, bis zu 12 Stunden täglich, im Winter ohne kälteschützende Bekleidung, die dafür nichts bekamen außer billigen Anstaltsfraß und den Schäferhund auf die Fersen gehetzt, wenn sie nicht dem „Hausvater“ gehorchten.

Da sind die kleinen Kinder, die schon mit sieben, acht Jahren, manche nur wenig älter, Pflegearbeiten leisten mussten, um den kirchlich geführten Betrieb überhaupt aufrecht erhalten und damit den Ruhm der Kirchen mehren zu können.

Da sind junge Männer und Frauen, die mit Strafe und Belohnung dazu dressiert wurden, ihre Mitleidenden zu kontrollieren und sie bei angeblichem Ungehorsam zusammenzuschlagen, und somit mit weniger nötigem Aufsichts- und Hilfspersonal die Kosten des Heimes zu drücken.

Da sind die Kinder, die wegen dieser jahrelangen Zwangsarbeit keine ausreichende Schulausbildung erfahren, keine vernünftige Lehre absolvieren konnten und schon darum im Leben nichts oder nur Tagelöhnergelder verdienten, die sie nun, im Alter, zum Sozialhilfeempfänger werden lassen.

Da sind die Jungen in einer Eliteschule, denen der Pater unter die Bettdecke griff, oder sie in sein Zimmer einlud oder sie an pädophile Freunde verschacherte.

Da ist das Kind, das von einem Priester misshandelt wurde. Das Keuchen und Stöhnen des Priesters dabei soll allerdings nicht im Rahmen der sexuellen Vergewaltigung des Kindes hörbar gewesen sein, sondern Folge der Anstrengung bei der Züchtigung des Kindes.

Da sind die Heimkinder, denen vorgelogen wurde, sie hätten keine Eltern mehr, die seien gestorben und denen mit dieser Lüge und der Einbehaltung der Korrespondenz die Verbindung zum Elternhaus gekappt wurde.

Da sind die Kinder und jungen Menschen, die stundenlang, tagelang in die „Klabause“ gesperrt wurden oder in andere Räume in Kellern oder auf Dachböden oder sogar in die Leichenhallen zu den verstorbenen Nonnen. Kinder, die vor Angst sprachlos oder zu Stotterern wurden.

Ich könnte fortfahren, Seite um Seite, von brutalen psychischen, physischen und sexuellen Misshandlungen berichten, – aber soviel Gewalt komprimiert zusammenzufassen, tut selbst dem Unterzeichner weh und meine Schreiberin neben mir damit zu belasten, wäre verantwortungslos. Sie sind nachzulesen in Büchern, im Internet (die Eingabe „Gewalt+Heimkinder“ ergibt bereits 86.000 Ergebnisse) und auf Homepageseiten einer Gruppe behinderter Heimopfer der Orthopädischen Anstalten Volmarstein, heute Evangelische Stiftung. Auf den Seiten „Blick über den Tellerrand“ ist ein kleiner Auszug dieser Verbrechen dokumentiert (5-11).

Eins mussten all die gequälten Kinder und jungen Menschen erneut erfahren: erneute psychische Gewalt im Rahmen der Aufarbeitung dieses schwarzen Kapitels der Bundesregierung in den Nachkriegsjahrzehnten. Die Manipulationen am „Runden Tisch Heimerziehung“, die Lügereien und Abwertungen der Verbrechen – auch unter Bezug auf die Bibel – seitens der Tätervertreter, die Unterschlagung von Beweismitteln in Heimen und Behörden, und nicht zuletzt das verlogene Entschuldigungsgestammel der damals Verantwortlichen oder ihrer Rechtsnachfolger, dem keine echte Wiedergutmachung folgte, – das alles empfinden heute viele Opfer dieser Zeit als weitere Gewalt.

300 Euro oder 54.000 Euro bar, mehr wollen die meisten Geschändeten und Gequälten nicht. Und das brauchen sie. Zum Beispiel zum Bestechen des Pflegepersonals, damit sie nicht erneut – und sei es durch Entzug der Zuwendung – in Alten- und Pflegeheimen gequält werden. Das brauchen sie, um endlich mal den Blick über den Horizont wagen zu können, einen Urlaub zu erleben, irgendwo in fremden Ländern, von denen sie schon als Kind viel hörten. Das brauchen sie, um sich Hilfsmittel kaufen zu können, die ihre körperliche Leiden mildern, aber von den Krankenkassen nicht bezahlt werden.

„Soviel du brauchst“ – Soviel brauchen sie! Und wenigstens soviel steht ihnen zu. Mich wundert es allerdings nicht, dass das Leid der ehemaligen Heimkinder auf dem nunmehr vergangenen Kirchentag keine Rolle mehr spielte. Dieses Kapitel hat, in diesem Fall die evangelische Kirche, mit einem frechen Grinsen abgehakt.

(1) http://www.bibleserver.com/text/LUT/2.Mose16 (2)http://www.phoenix.de/content/phoenix/tv_programm/wie_viel_ist_genug_/684980
(3) http://www.kathpedia.com/index.php?title=Priesterkleidung
(4) http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43510763.html
(5) http://gewalt-im-jhh.de/Blick_uber_den_Tellerrand/blick_uber_den_tellerrand.html
(6) http://gewalt-im-jhh.de/Blick_uber_den_Tellerrand_2_/blick_uber_den_tellerrand_2_.html
(7) http://gewalt-im-jhh.de/Blick_uber_den_Tellerrand_3_-_/blick_uber_den_tellerrand_3_-_.html
(8) http://www.gewalt-im-jhh.de/hp2/Blick_uber_den_Tellerrand_4/blick_uber_den_tellerrand_4.html
(9) http://www.gewalt-im-jhh.de/hp2/Blick_uber_den_Tellerrand_5/blick_uber_den_tellerrand_5.html
(10) http://www.gewalt-im-jhh.de/hp2/Blick_uber_den_Tellerrand_6/blick_uber_den_tellerrand_6.html
(11) http://www.gewalt-im-jhh.de/hp2/Blick_uber_den_Tellerrand_7/blick_uber_den_tellerrand_7.html

Share

“Soviel du brauchst”…

Es ist schon etwas verwunderlich, dass der Evangelische Kirchentag Hamburg so vielen PolitikernInnen eine zusätzliche Wahlplattform bietet. Auf Phoenix habe ich mir auch heute Frau Merkel und Herrn Lammert angehört. Herauszuhören war, dsas man für globale Probleme Verständnis zu haben hat und Politik nie die Aufgabe einer Wahrheitsfindung, sondern nur die Aufgabe einer demokratischen Mehrheitsfindung habe.

Applaus

Dem könnte man zustimmen, wenn denn vor Ort, oder nationa,l die Menschen sozial in der Lage wären, global zu denken und zu handeln. Für mich war herauszuhören, das man “weniger braucht”, wenn der Einzelne seine Ansprüche herunterschraubt, weniger essen und die Heizung abstellen würde, Miet- und Strompreiserhöhungen in Kauf nähme, auf kulturelle Veranstaltungen (wie Kirchentage) und am besten ganz auf Wohlstand (-sdenken) verzichtete.

Das darf ja eh nur ganz privilegierten Persönlichkeiten vorbehalten bleiben, z.B. ein 2. Konto, wo auch immer, während Sozialhilfeempfänger froh sein können, wenn sie überhaupt ein Konto eröffnen dürfen.

Warum kommen nicht die Menschen zu Wort auf dem Kirchentag, welche redlich ihre Steuern zahlen, am Existenzminimum leben, sich vom Jobcenter schikanieren lassen müssen? Und warum nicht die Menschen reden lassen, die von Kirche und Staat genauestens vorgeschrieben bekommen, was zum Leben benötigt wird. Wo also ist das “SOVIEL IHR BRAUCHT”?

Wieviel brauchen die Missbrauchsopfer und ehemaligen Heimkinder, um nur einigermassen eine annehmbare Lebensqualität wieder zu erhalten, die ihnen ja in der Kindheit genommen wurde?

Wieviel Demütigungen müssen diese Opfer noch hinnehmen, um in den “Genuss” von ausreichender Entschädigung zu gelangen? Inwieweit werden Kirchen und Stiftungen in Regress genommen, wie in Irland oder den USA?

Zynisch könnte dieses Kirchentagsmotto auch damals in den 50er, 60er, den 70er und 80er Jahren – und eigentlich bis heute – so gedeutet werden: “Priester, Diakone, Brüder, Schwestern. nehmt “soviel wie ihr braucht”, die Heime und Einrichtungen sind voll genug, um eure aller Bedürfnisse zu befriedigen”.

Was? Soviel brauchst du?

Was? Soviel brauchst du?

Stattdessen vom Kirchentag nur der (in)direkt wohlwollend gemeinte Ratschlag: “Schnallt den Gürtel enger, dann braucht ihr nicht soviel, wie ihr eigentlich zurecht brauchen würdet”.

Da war Gott ja beim Auszug aus Ägypten mit seinem Volk humaner, als das es heute seine geweihten Stellvertreter auf Erden sind. Amen.

(U. Werner)

Share

Offener Brief an die evangelische Landeskirche Niedersachsen

Traditionspflege wird auch heute noch geübt, wie uns die “Abwicklung” der Peinlichkeit “Entschädigung sexualisierter Opfer kirchlicher Institutionen” zeigt.
  Nichts änderte sich, die Landeskirche verhöhnt die Opfer! Weil eine Sekretärin erkrankte, warten die Opfer weiterhin  auf die bereits getroffenen Entscheidungen der “unabhängigen Kommission”.
  Und wenn die Sekretärin stirbt, gibt es keine Post. Was soll’s? Diakonie und Kirche spucken die Opfer heute noch so an wie damals, als man willfährig den Nazischweinen diente. Der Geist wandelte sich nie, die Landeskirche Hannovers mit ihren Anhängseln zeigt es den Opfern gerade wieder mal.
  Meister heißt’er…und nennt sich Bischof, ist – angeblich – der Oberguru über die Witznummer “unabhängige Kommission”. Wie wäre es denn, Bischof, wenn Sie sich mal um die Aufarbeitung der Verbrechen Ihrer Vorgänger kümmern? Wie wäre es denn, wenn sich Trompeter wie Künkel und Mainusch mal darum kümmern würden, daß die Opfer zu den Almosen kommen, die die Firma Kirche “Entschädigung” nennt?
  Die Landeskirche setzt auf die Wirkung der biologischen Lösung. Zu Nazizeiten hatte man es eben leichter. Viele der Kirchen- und Diakonieopfer sind alte Menschen, ‘da muß man nur lange genug taktieren, dann wird man diese Untermenschen schon los, ohne bezahlt zu haben’,  scheint man in Kirchenkreisen zu denken.
  “Erde zu Erde, Asche zu Asche, die Kohle bleibt in unserer Tasche!”  – ein bewährter Spruch der Kirche.
  Für die “Abwicklung” von bisher ca. 40 vorliegenden Opferanträgen (wieso müssen Opfer bei Tätern Anträge stellen????) hat man in Hannover 10 (ZEHN!!!) Monate Zeitbedarf angesetzt! Vier Greise entscheiden als engstens mit der Kirche verbandelte Helfershelfer über die Höhe der Almosen, die man Opfern zuspricht!
  Täternachfolger sind also Richter in eigener Sache, ein Phänomen in der Rechtsordnung eines angeblichen Rechtsstaates. So ging es auch bei Nazis zu, die Kirche pflegt eben Traditionen, totalitäres Gehabe kennt man und schätzt man. Der schwarzhaarige Arier Adolf aus Braunau hätte seine helle Freude an dieser Landeskirche Hannovers gehabt, wie der anhängende Zeitungsbericht belegt.
  Und oben dran ein Bischof, der eigentlich für alles verantwortlich ist, sich aber einen Dreck um seine Verantwortung kümmert. Das Land Niedersachsen bezahlt ihn fürstlich. Wofür eigentlich? Warum eigentlich bezahlt der nicht konfessionell gebundene Steuerzahler einen Typen wie Meister und andere Bischöfe? Damit sie sich so schmutzig und verantwortungslos gegenüber den Kirchenopfern verhalten wie sie es tun? Dienstaufsicht? Fehlanzeige! Meister scheint außer eigenen Kontoauszügen nichts zu lesen; was Opfer seiner Holding betrifft, geht ihn nichts an.
  Zu dem “Vorsitzenden” der “unabhänigen Kommission” der Opfer sexualisierter Gewalt in kirchlichen Institution und ihren Helfershelfern  gibt es einen SPIEGEL-Bericht, der sich mit Klaus-Peter Schmidt-Vogt, Richter i.R., befasst. DIESER Mann entscheidet über Opferanträge von Menschen, die von Diakonieschergen übelst mißhandelt und mißbraucht wurden. Lesen Sie:
 
 
  “Es findet sich was sich versteht, wenn es um Dreck der Vergangenheit geht!” Nee, ist nicht von Ephraim Kishon, ist von mir. Gewachsen auf dem Nährboden schmutziger Kirchenpraktiken.
  Fragen zu diesem Thema beantworte ich gerne per E-Mail.
E.Kronschnabel
Share

“Wir waren Papst” – der Benedikt-Rücktritt auf Twitter

Nachdem Papst Benedikt der XVI. am Montag seinen Rücktritt angekündigt hat, zwitschert die Netzgemeinde eifrig und in oft sehr bissigen Tönen über die Abdankung des Pontifex und die Gründe dafür.

So hatte Scherzkeks Oliver Pocher natürlich gleich eine hervorragende Idee bezüglich der Nachfolge auf dem Heiligen Stuhl, wie das von ihm gepostete Bild zeigt. Der 34-jährige Twitter-Clown schreibt dazu: “Wenn der Papst mehr Zeit mit seiner Familie verbringen möchte, könnte ER doch die Nachfolge antreten… #papst” und verweist auf Silvio Berlusconi.

Weitere gezwitscherte Meldungen lesen

Papst Benedikt XVI. tritt zurück, um mehr Zeit mit seiner Familie verbringen zu können … http://www.der-postillon.com/2013/02/eilmeldung-papst-tritt-zuruck-um-wieder.html … #papst#rücktritt

Titanic bedauert Rücktritt von #Papst Benedikt XVI.: »Verlieren unseren besten Mitarbeiter« / Abo besteht weiter!

Marcus Schwarze ‏@homofaber: Wir waren #Papst.

Share

RA Sailer kommentiert den Rücktritt Ratzingers:

Josef Ratzinger wird mit zwei furchtbaren Untaten und einer Großtat in die Geschichte eingehen.

Die erste Untat
beging er bereits als Kardinal, als er noch Vorsitzender der Glaubenskongregation seiner Kirche war: Er etablierte ein weltweites System zu Vertuschung der hunderttausendfachen Sexualverbrechen katholischer Priester und begünstigte dadurch die straflose Fortsetzung des Seelenmords an unzähligen Kindern und Jugendlichen in
katholischen Erziehungseinrichtungen.

Die zweite Untat
beging er als Papst, als er auch in einer Zeit der Aids-Epidemien starr am kirchlichen Kondomverbot festhielt. Das kostete Hunderttausenden von Menschen, vor allem in Afrika, das Leben.

Seine Großtat
ist sein Rücktritt. Ob er wirklich nur aus gesundheitlichen Gründen erfolgte oder ob neue
Vertuschungsskandale ins Haus stehen, bleibt einstweilen offen.

Die gegen ihn beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag eingebrachte Strafanzeige wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit bleibt jedenfalls aufrecht erhalten.

Mehr zu RA Sailer und der Strafanzeige gegen Ratzinger

Share

Österreich: Kirche verlor in Streit um Opfer-Datenauskunft

Nun ist es amtlich:
jene Kommission, stets auf die eigene Unabhängigkeit gepocht hat und kirchliche Missbrauchsverbrechen aufklären sollte, ist in Wahrheit ein Teil der Erzdiözese Wien und somit in keiner Weise ‚unabhängig’. In einem aktuellen Bescheid der Datenschutzkommission der Republik Österreich, der nach der Anfrage eines Missbrauchsopfers erfolgte, heißt es:
1. Die sogenannte “Unabhängige Opferschutzkommission” ist organisatorischer Teil der
Erzdiözese Wien und muss deswegen selbst keine Datenschutzgesetze einhalten

2. Die österreichische Bischofskonferenz unterliegt ebenso wie alle anderen Organisationen dem Datenschutzrecht und muss per Bescheid, entgegen ihrer bisherigen Weigerung, allen Betroffenen Auskunft über Art und Inhalt der gespeicherten Daten erteilen.

ARGE Daten: Grundrechte von Opfern massiv verletzt
Die Klasnic-Kommission hatte bisher die Aushändigung von Daten an Missbrauchsopfer u.a. mit dem Argument der kirchenrechtlichen “geistlichen Verschwiegenheitspflicht” verweigert.

Opfer-Plattform und Rechtsanwalt fordern nun die Löschung der Opfer-Daten.

Die Pfoten immer schön gefaltet lassen!

“Der Bescheid der Datenschutzkommission offenbart schwere Mängel in der Umsetzung des Datenschutzgesetzes durch die katholische Kirche “, kritisiert Hans Zeger, Obmann der ARGE Daten. „Mit der Konstruktion einer ‘innerkirchlichen Datenschutzkommission’ wurde versucht, Grundrechte von Betroffenen unzulässig zu beschränken. Im Ergebnis werden kirchliche Missbrauchsopfer zum zweiten Mal Opfer der Kirche. Auch im Bereich Grundrechte und Achtung der Privatsphäre besteht für die Kirche höchster Erneuerungsbedarf.”
Weiterlesen

Oder auch hier:
Mann hatte sich an Opferschutzanwaltschaft gewandt und wurde von kirchlicher Datenschutz-Einrichtung kontaktiert

Wien – Ein Missbrauchsopfer hat nun von der Datenschutzkommission der Republik in einem Verfahren gegen die römisch-katholische Kirche recht bekommen. Der Mann, der von der Opferschutzanwaltschaft entschädigt worden war, hatte Auskunft über seine gespeicherten Daten verlangt und wurde daraufhin von der kirchlichen Datenschutzkommission kontaktiert. Diese verweigerte allerdings die Auskunft und verwies wiederum zurück an Opferschutzanwaltschaft.

Der Beschwerdeführer hatte ein “Datenleck” vermutet, da er sich an die Opferschutzanwaltschaft sowie an die kirchliche Stiftung Opferschutz (die für die Entschädigungen aufkommt) gewandt hatte, die Antwort jedoch von der kirchlichen Datenschutzkommission kam. Dort hatte man festgehalten, dass man lediglich die Existenz von “Datenarten” beauskunfte und über keine Inhalte verfüge.
Weiterlesen

Share

Arbeiten für Gottes Lohn

Mo, 28.01.13 | 22:45 Uhr| ARD

Die Story im Ersten: Arbeiten für Gottes Lohn
Wie die Kirche ihre Sonderrechte ausnutzt

Über Gerechtigkeit und Nächstenliebe reden die Kirchen gern und viel. Doch viele ihrer Mitarbeiter vermissen genau diese Tugenden, wenn es um die Bedingungen an ihren Arbeitsplätzen geht. Immer wieder kämpfen sie gegen Lohndumping und Leiharbeit in ihren kirchlichen Einrichtungen. Rund 1,3 Millionen Menschen sind bei den kirchlichen Wohlfahrtsverbänden Caritas und Diakonie beschäftigt. Damit sind die Kirchen nach dem Öffentlichen Dienst der zweitgrößte Arbeitgeber in Deutschland.

Mitarbeiter der Kirchen verleihen “schwarzes Schaf” an kirchliche Einrichtung in Bremen.
Die Dokumentation “Arbeiten für Gottes Lohn” schildert, wie sich viele Beschäftigte gegen ihren Arbeitgeber Kirche wehren, wie sie sich organisieren und für gerechtere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen engagieren. Ein Streikrecht haben sie nicht, denn die Kirchen genießen in diesen arbeitsrechtlichen Konflikten ein “Selbstbestimmungsrecht”, das das Grundgesetz jeder Religionsgesellschaft garantiert.

Mitarbeiter der Kirchen und verdi protestieren für bessere Arbeitsbedingungen.

Die Autorin Gita Datta hat quer durch die Republik mit den Menschen gesprochen, die im “Namen des Herrn” jeden Tag erleben, wie dieses “Selbstbestimmungsrecht” ausgenutzt wird. Und wie wenig das mit den ansonsten immer wieder gepredigten Tugenden der Gerechtigkeit und Nächstenliebe zu tun hat.

Share

Fast jeder sechste Katholik in Deutschland…

… erwägt nach dem Scheitern einer Studie zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs den Austritt aus der Kirche. In der Altersgruppe der 45- bis 50-Jährigen ist es mit 26% sogar mehr als jeder vierte Katholik, ergab eine Forsa-Umfrage.

Demnach verschlechterte sich das Image der Kirche nach der Kündigung der Zusammenarbeit mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) für 35% der Befragten weiter.

75% der Bundesbürger glauben, die Kirche wolle eine Aufklärung verhindern.

(Teletext ARD, 17.01.2013)

Na also, geht doch!

Share