Eine ehemalige Erzieherin meldet sich zu Wort

In diesem Brief möchte ich von meiner Erfahrung im Probst-Wenker-Kinderheim in Gelsenkirchen-Horst berichten. Ich habe dort 1968 mein Anerkennungsjahr als Kinderpflegerin gemacht und ein weiteres Jahr dort gearbeitet.

Ich war 16 Jahre alt als ich meine Arbeit begonnen habe. In der Kinderpflegerinnenausbildung ist das Thema “Gewalt in der Erziehung” nicht wirklich erwähnt worden.
Das Haus wurde von katholischen Schwestern (Vincentinerinnen?) geleitet und galt als ein modernes Haus (Neubau).
Die Kinder lebten in 16er Gruppen auf einer Station, eine Ordensschwester (ausgebildete Kinderpflegerin), eine Helferin ohne Ausbildung und ich waren die Betreuer. Unser jüngstes Kind war 1,5 Jahre alt, die Älteste 10 Jahre. Nach einer Einarbeitungszeit (6 Monate?) wurde mir am Wochenende die ganze Gruppe allein in Obhut gegeben. Auch hatte ich zusätzlich zu meinem Tagesdienst die Nachtbereitschaft zu übernehmen.

Den Erziehungsstil der Nonne kann man ohne Einschränkung als autoritär bezeichnen, Disziplin, Ruhe, Sauberkeit und Ordnung im Haus waren die wichtigsten Grundsätze und wurden mit Gewalt durchgesetzt.
Ich muß leider von mir sagen, daß ich mich diesem Stil untergeordnet habe und keine Fragen dazu stellen konnte. Das heißt, das auch ich Kinder geschlagen habe. Ich habe so nach und nach dann doch ein Gefühl des Unrechts dazu bekommen. Das wurde unterstützt von anderen Kräften im Haus, besonders von einer jungen Erzieherin, die anders gearbeitet hat. Ich konnte später in ihre Gruppe wechseln und habe viel von ihr gelernt.

Ich möchte mich an dieser Stelle für das Unrecht, daß ich Kindern getan habe entschuldigen und meinem Bedauern ausdrücken, es tut mir leid.

Ich wünsche Ihnen guten Erfolg bei Ihrer Arbeit.

Der Auslöser für meinen Brief ist ein Interwiew mit Antje Vollmer im nw-radio über den grünen Tisch für ehemalige Heimkinder.

Maria H.
(Der vollständiger Name wurde hier aus Personenschutzgründen abgekürzt.)

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»Die haben uns behandelt wie Gefangene« – Auftaktveranstaltung zur Anerkennung der Opfer von Gewalt und Unrecht in der Behindertenhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Die Einladung erhielt ich von Hans-Walter Schmuhl und Ulrike Winkler.
Ich finde sie so wichtig, dass sie wenigstens überall veröffentlicht
werden sollte. Wo immer Sie die Möglichkeit haben, verbreiten Sie diesen
Flyer bitte im Internet!

Herzliche Grüße

Helmut Jacob

Bitte den Link anklicken!
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In eigener Sache

Heute war ein ereignisreicher Tag der eine Menge Kraft und Konzentration gekostet hat!

Ein ZDF-Kamerateam der Sendung “mona lisa” zeichnete bei mir Zuhause auf. Das Thema war der Skandal um die Menschenrechtsverletzungen durch Medikamententests und der Missbrauch von Psychopharmaka in der Behindertenhilfe, wie auch in den Einrichtungen der Psychiatrien und der “normalen” Kinderheimen. Die sträfliche Ignoranz des RUNDEN TISCH-HEIMERZIEHUNG unter Frau Vollmer, der diese Verbrechen an der Menschenwürde großzügig unter den RT kehrte. Die Ergebnisse der Aufzeichnungen werden demnächst in einer Sendung von “mona lisa” öffentlich.

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Ich kann nur hoffen, das diese Sendung den betroffenen Ehemaligen, ein wenig Genugtuung bringen wird!

Das wir, der VEH, am Thema bleiben und unser möglichstes tun, um Licht in diese Verbrechen zu bringen, steht außer Zweifel. Wir wollen Ergebnisse sehen!

Tatsächlich, dessen sollte man sich aber bewusst sein, stehen wir erst am Anfang der Aufklärung und Aufarbeitung. Viele Unterlagen sind noch nicht gesichtet und eingeordnet.

Die Pharmaindustrie, die Nachfolger der Organisationen und Heiminstitutionen sind aufgefordert die Verantwortung für diese Verbrechen zu übernehmen! Noch wird “verniedlicht” und “klein gehalten”. Doch damit werden wir uns nicht zufrieden geben!

Das schlimme Kapitel, das ungebremst aus der verbrecherischen Nazizeit in den damaligen Neuanfang der entstehenden Bundesrepublik übernommen wurde, muss von allen Seiten beleuchtet werden. Zu fragen ist, wie es möglich war, das keine Kontrolle und/oder Heimaufsicht tätig geworden ist. Das noch Jahrzehnte nach dem Naziregime die Pharmaindustrie und die verantwortlichen Ärzte und Heimleitungen diese Verbrechen an wehrlosen Babys, Kleinkindern und Heranwachsenden verüben durften. – Punktum! – Wir bleiben am Thema!

Dirk Friedrich – VEH-Vorsitzender

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Bewegt sich etwas oder bewegt sich nichts?

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weiterlesen: https://17juni1953.wordpress.com/2016/11/07/heimkinder-bewegt-sich-etwas-oder-bewegt-sich-nichts/

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Über den Wolken…

über den wolken

Aus gegebenem Anlass dokumentieren wir hier unser Schreiben aus dem Jahr 2013 an Papst Franziskus – übrigens bis heute unbeantwortet geblieben!

Seine Heiligkeit Papst Franziskus
Palazzo Apostolico
00120 Citta’ Del Vaticano, Roma

25.11.2013

Entschädigung ./. Sinnlose Ausgaben!

Sehr geehrter Papst Franziskus,

uns scheint, als ließen Sie einen neuen Wind durch die Kirche wehen: Schluss mit Prunk und Geprotze! Schluss mit nagelneuen Edelkarossen und Luxussuiten!

Wir, Kinder und Jugendliche der Nachkriegsjahrzehnte – ehemalige Heimkinder, die in Einrichtungen Ihrer Kirche leben mussten – wurden jahrelang gezwungen, durch die Hölle zu gehen:

  • brutalste Schläge bis hin zur Folter,
  • Medikamentenmissbrauch,
  • medizinische Experimente,
  • Isolationshaft,
  • Schwerstarbeit,
  • Entzug von Schlaf, Essen, Trinken, Liebe, Zuwendung, Freiheit, Bildung und Kultur,
  • sexuelle Gewalt in allen widerwärtigen, krankmachenden Facetten,
  • psychische Quälereien…

Die Liste könnte fast beliebig weiter geführt werden.

Insgesamt sind wenigstens 800.000 Opfer zu beklagen – und dies ist eine eher noch geschönte Zahl. Die zwangsweise in die Psychiatrie Eingewiesenen, die behinderten Jungen und Mädchen, Frauen und Männer, die Säuglinge und Kleinkinder, die unendlich gequält wurden, sind nicht mit eingerechnet. Auch die alten Menschen in den Heimen fallen durchs Raster.

Für all diese Scheußlichkeiten zahlt die Katholische Kirche Deutschlands mal gerade 15 Millionen Euro in einen „Hilfsfonds ehemaliger Heimkinder“ und verkauft dies als Entschädigung. Im Durchschnitt bekommt jedes für sein Leben gezeichnete Opfer 5.000 Euro, was bedeutet, dass der Anteil der Katholischen Kirche pro Opfer bei sage und schreibe 850 Euro liegt.

Der Umbau der Bischofsresidenz von Limburg kostet, so stellt sich zwischenzeitlich heraus, fast 40 Millionen Euro, jener der Diözese Rottenburg reicht ebenso an diese Summe oder übersteigt sie gar noch, im Erzbistum München wird ein neues Ordinariat für ca. 130 Millionen Euro gebaut.

Müsste sich die Katholische Kirche Deutschlands ob dieser Diskrepanzen nicht in Grund und Boden schämen? Ist es nicht geradezu eine Ohrfeige für den Gekreuzigten, dass seine Kirche Millionenbeträge hortet (nach ersten Offenlegungen sind das z.B.: München 27,6 Millionen/Hamburg 185 Millionen/Speyer 46,5 Millionen/Limburg 100 Millionen/Köln 130 Millionen – das macht ein Gesamtvermögen von 359,1 Millionen Euro bei gerade mal vier deutschen Bistümer!), diese Gelder dann für Luxus und Geprotze aus dem Fenster wirft und für ihre eigenen Opfer lediglich Almosen bereit hält?

Wir bitten Sie inständig:

  • Unterstützen Sie unseren Kampf um eine gerechte Entschädigung für alle ehemaligen Heimkinder!
  • Rufen Sie Ihre Glaubensbrüder in Deutschland auf, arm für die Ärmsten zu werden!
  • Bitten Sie sie, arm für die Opfer Ihrer eigenen Kirche zu werden!
  • Appellieren Sie an die Leiter der Katholischen Kirche Deutschlands, sich von einem Teil ihrer Millionen zu trennen, um den Opfern eben dieser Kirche einen würdigen Lebensabend außerhalb einer Pflegeeinrichtung zu ermöglichen!
  • Setzen Sie sich dafür ein, den unter den Dächern der Katholischen Kirche Deutschlands geschändeten, geschundenen, zusammengeschlagenen, psychisch und sexuell vernichteten Menschen eine echte Entschädigung zu zahlen.

Wir haben die große Hochachtung vor den von Ihnen geäußerten Ansichten, um derentwillen wir uns an Sie richten in der Hoffnung, dass Sie sich für uns einsetzen und verwenden mögen. Denn wir sind der festen Überzeugung, dass die Katholische Kirche Deutschlands es den Überlebenden ihrer Kinderheimhöllen schuldig ist, auf unsere Forderungen einzugehen.

Hochachtungsvoll

Dirk Friedrich, Vorstand
Heidi Dettinger, Vorstand

Im Namen des Vereins ehemaliger Heimkinder e.V.

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2-Klassen-System auch bei ehemaligen Heimkindern

Nun ist es also amtlich:
Es gibt 2 Klassen von Ehemaligen:
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Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass die Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ nunmehr errichtet werden kann.

In der Besprechung der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am 16. Juni 2016 wurde eine Lösung zu den zuletzt noch offenen Fragen gefunden.

Betroffene, die als Kinder und Jugendliche in der Zeit von 1949 bis 1975 (BRD) bzw. bis 1990 (DDR) in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe und stationären psychiatrischen Einrichtungen Leid und Unrecht erfahren haben und heute noch Folgewirkungen haben, sollen eine pauschale Geldleistung in Höhe von 9.000 Euro erhalten. Sofern Betroffene Arbeit in erheblichem Umfang ohne Einzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen geleistet haben, sollen sie abhängig von der Dauer der Arbeit zusätzlich eine Rentenersatzleistung in Höhe von 3.000 Euro bzw. 5.000 Euro erhalten.

Die Stiftung soll zum 1. Januar 2017 starten, so dass Anmeldungen ab diesem Zeitpunkt erfolgen können.

Um Sie über den weiteren Verfahrensgang und Einzelheiten zu informieren, möchte die Arbeitsgruppe bestehend aus Bund, Ländern und Kirchen Sie gerne zu einem weiteren Gespräch einladen. Sofern Sie daran teilnehmen wollen, bitte ich Sie, sich dafür vorsorglich

Freitag, den 15. Juli 2016, 15:30 Uhr – 16:30 Uhr,
Ort: Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Berlin
vorzumerken.

Eine Einladung mit genauen Angaben wird Ihnen noch übermittelt.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag Salma Belkadi
_________________
Referat SER 3
Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Rochusstrasse 1
53123 Bonn
Tel: +49 (0)228 99 527-3522
Telefax: 0228 99 527-3078
E-Mail (pers.): salma.belkadi@bmas.bund.de
E-Mail: SER3@bmas.bund.de
Internet: http://www.bmas.bund.de

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Die Linke fragt, der LWL antwortet

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10 Jahre Freie Arbeitsgruppe Johanna-Helene-Heim 2006

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„Grundsätzlich spreche ich Klartext, ich nenne ein Schwein ein Schwein.“

Interview mit einem Heimopfervertreter. Die Fragen stellte Helmut Jacob.

Im Rahmen meiner Dokumentation der Verbrechen an Kindern und Jugendlichen in den Nachkriegsjahrzehnten sind mir immer wieder Kommentarschreiber aufgefallen, die mein Interesse geweckt haben. Erich Kronschnabel fiel mir im Blog des evangelischen Dipl.-Theologen/Dipl.-Psychologen Dierk Schäfer aus Bad Boll auf. Dort las ich – so empfand ich es zunächst – ziemlich „freche“ Beiträge von Kronschnabel, die für einige Leser vielleicht an der Beleidigungsgrenze kratzen. Je mehr ich seine Beiträge beobachtete, desto mehr fiel mir auf, dass seine Wortwahl Taktik ist, die für seine Arbeit positive Wirkungen erzielt. Auch in diesem Interview schont er die Leser nicht.

Frage:
Herr Kronschnabel, Sie vertreten ehemalige Heimkinder, die zu Heimopfern geworden sind. In welchem Bundesland und wie viele?

Antwort:
Zuerst muss ich den Begriff “vertreten” definieren. Ich bin für ehemalige Heimkinder als Beistand tätig, vertrete sie nicht juristisch! Die Beistandschaft ist gesetzlich geregelt und nicht nur Juristen erlaubt.

Meine Tätigkeit bezog sich auf Hilfe für Opfer, die in Heimen Niedersachsens verwahrt wurden. Neunzig Prozent aller Fälle resultierten aus der Verwahrung im damaligen Kinder-KZ Stephansstift Hannover mit dessen Kinderhölle “Gut Kronsberg”. Weil diese Schreckensanstalt zur Diakonie gehört(e), war und ist die Landeskirche Hannovers für die Fälle zuständig, in denen Kinder zu Sexualopfern wurden.

Speziell diesen Opfern stand ich bei, als es um die sogenannte “Entschädigung” ging, die durch eine “Unabhängige Kommission” der Landeskirche Hannover festgelegt wurde.

Die Fallzahl liegt im zweistelligen Bereich. Nach Angaben der Landeskirche Hannover wurden cirka 60 Sexualopfer “entschädigt

Frage:
Mit welcher Landeskirche haben Sie zu tun?

Antwort:
Mit der Landeskirche Hannover direkt. Indirekt auch mit der Landeskirche Oldenburg/Niedersachsen, weil die sich mit der Bitte um Beratung zur praktischen Arbeit mit Sexualopfern an mich wandte. Im Endergebnis kam es zu einer Zusammenarbeit mit der Landeskirche Hannover, deren “Unabhängige Kommission” die Opferanträge der Oldenburger auch entschied bzw. beschied. Auch die Braunschweigische   Landeskirche lässt bei der “Unabhängigen Kommission” der Landeskirche Hannover “arbeiten”. Wie unabhängig eine “Unabhängige Kommission” wirklich ist, wenn alle Mitglieder engstens mit der Landeskirche Hannover verwoben sind, mag jeder Leser selbst beurteilen. Richter in eigener Sache nennt man das in einem Rechtsstaat. Aber vielleicht kommt das Selbstverständnis der Landeskirche Hannover ja noch aus der Zeit, als der Staat ganz rechts stand. Der Vorsitzende dieser “Unabhängigen Kommission” ist jedenfalls ein honoriger, pensionierter Volljurist, der seine Kraft auch der Kirche spendet. Jeder hat wohl seine eigene Vorstellung vom Erwerb des Seelenheils auf Erden. Weitere Mitglieder dieser Kommission sind ein ehemaliger  Regierungspräsident, eine ehemalige Landtagsabgeordnete und ein Pfarrer. Alle in Pöstchen der Kirche aktiv, da ist die “Unabhängigkeit” so eine Sache und so werden – aus meiner Sicht – die Personen zu Richtern in eigener Sache.

Frage:
Welche Erfolge haben Sie bisher verzeichnen können? Was ist die Höchstsumme der von Ihnen erstrittenen Entschädigungsleistungen?

Antwort:
Die von mir betreuten Sexualopfer erhielten zwischen 21.000,00 und 27.500,00 Euro. Meines Wissens bewegten sich die “Entschädigungen”  für andere Opfer zwischen 2.500,00 und 31.000,00 Euro. In ein paar Fällen wurden die Summen nach Widerspruch um bis zu 30 Prozent erhöht.

Pervers ist für mich die Tatsache, dass keines der Opfer die “Entschädigungssumme” erhielt, die der Jahrespension eines Täters entspricht! Ich sehe das als Beweis für die Abgebrühtheit der Kirchenführer an. Für die Täter sorgt man bestens, für die Opfer kehrt man Brosamen zusammen und wirft sie ihnen hin. Die oben genannten Zahlen sprechen für sich. 

Frage:
Wie ist Ihre Vorgehensweise, die zu diesen Zielen führt?

Antwort:
Grundsätzlich spreche ich Klartext, ich nenne ein Schwein ein Schwein. Durch die Brust ins Auge – wie bei Kirchens üblich – ist nicht mein Ding, denn ich habe es mit hartleibigen Rechtsnachfolgern übelster Sexualstraftäter zu tun. Ich halte es wie Joschka Fischer, der dem Bundestagspräsidenten in aller Förmlichkeit ein rückseitiges Körperteil nannte. Die berufsmäßigen Gutmenschen der Kirchen sind peinlich berührt, wenn sie auf einen treffen, dem alberne Titel genau da vorbeigehen. Der Kirchenoberrat oder der Bischof machen auf der Toilette auch einen krummen Buckel, also beeindrucken mich solche Leute nicht. Mir geht es alleine um die Dummdreistigkeit des mangelnden Unrechtsbewusstseins der Täternachfolger. Begonnen hat es mit einem schmierigen Fragebogen, der die Opfer retraumatisierte. Ich weiß von Menschen, die wegen dieses unmenschlich abgefassten Fragebogens keinen Antrag auf “Entschädigung” stellten. Ich warf den Verantwortlichen absichtliche Abschreckung vor. Natürlich bestritten die feinen Herren das.

Das anfängliche Verhalten der Kirchenführer war für mich ein Schlag ins Gesicht der Opfer. Nachdem ich auf Hardlinerkurs mit klarstem Deutsch umstellte und die hartleibigen Klingelbeutelherumreicher massiv als das bezeichnete, was sie in meinen Augen sind, kam es zu Annäherungen. Anständige Töne wurden ignoriert, führten ins Leere. Darauf reagierte ich in bekannter Art, denn ich lernte ganz schnell, dass ich mit dem von den Schergen der damaligen Diakonie benutzten Vokabular genau zwischen die Augen der Täternachfolger traf. Fazit meinerseits: „Du musst ein Schwein sein!” – wie im Schlager, wie von den Kirchenleuten vorgelebt. Von da an lief es. Traurig? Nee, lächerlich, eben so, wie sich die Verantwortlichen der Kirche auch aufführten.

Frage:
Welche Opfer können sich an Sie wenden? Auch solche aus anderen Bundesländern?

Antwort:
Das ist nicht an Bundesländer gebunden. Entscheidend ist der Einzelfall.

Frage:
Ab welcher Summe trifft für Sie der Begriff “Entschädigung” zu?

Antwort:
“Entschädigung” kann man all die Groschen nicht nennen, die den Opfern hingeworfen werden. “Die Würde des Menschen ist unantastbar” heisst es in Artikel 1 des Grundgesetzes. Die Kirchen als Heimbetreiber machten daraus eine Farce! Sie tasteten die Würde der ihnen anvertrauten Menschen schamlos an. Sie tasteten sie schamlos an und die in Kirchendiensten stehenden Sexualverbrecher tasteten ihre Opfer auch körperlich ab, benutzten sie als Arbeits- und SEXsklaven!

Die Täternachfolger tasteten die Würde der ihnen ausgelieferten Opfer erneut an, als es um die grosskotzig “Entschädigung” genannten Pfennige ging. Sie beschädigten  erneut Seelen, Psychen und Biografien!

Und wie ist das zu entschädigen?” fragen nicht nur Sie. ICH halte einen Betrag von HUNDERT Euro für JEDEN Leidenstag in den Kinder-KZs der Kirchen für angemessen. Gehalten wie Tiere, entwürdigt, geschunden, gequält und lebensunfähig gemacht – das haben die Rechtsnachfolger der Verbrecher in ihren Reihen anstandslos hinzublättern. Um den Opfern die verbleibende Lebenszeit lebenswert zu machen. Die (oft) noch lebenden Täter mästen sich an fetten Pensionen, wie pensionierte Bischöfe, die genau um die Verbrechen in ihrem Amtbezirk wussten. Die Opfer stehen als Bittsteller bei den Sozialämtern an. Welch eine verlogene Christlichkeit! Jesus ritt auf dem Esel, der Bischof versenkt seinen feisten Hintern in Lederpolstern einer Luxuslimousine. Und die Kirchenopfer dürfen singen, wenn Bischof Kunibert huldvoll grüssend durchs Behindertenheim watschelt? Ein Fall für die Konkurrenz, die das Heizwerk betreibt, das sie Hölle nennen. Aber: Nimmt der Gehörnte auch Lügenbeutel mit Kreuz am Hals in der Wärmestube auf? 

Frage:
Sie schreiben im Blog des evangelischen Theologen/Psychologen Dierk Schäfer. Was ist Ihre Intension?

Antwort:
Dierk Schäfer ist für mich ein Mann mit “Arsch in der Hose”, der die Dinge beim Namen nennt. Er hebt sich von der Masse seiner Amtsbrüder ab – und ich vermute, dass ihn so mancher Amtsbruder nicht als Bruder sieht, sondern als Nestbeschmutzer. Das ficht Dierk Schäfer nicht an.

Ich stieß relativ spät auf seinen Blog. Pastoren und Kirche sind nicht meine Welt. Trotzdem begann ich bald, die Kraft des Dierk Schäfer zu achten. Mit dem kann man auch fechten, der ist ein harter Gegner, aber niemals unfair. Er wurde zu einem bedeutenden Sprachrohr für die Heimkinder, er half uneigennützig und das rechne ich dem Mann hoch an. In ihm fand ich einen Verbündeten, durch ihn bekam ich oft Denkanstöße. Er ist der einzige Mann der Firma mit dem Kreuz im Logo, der meine menschliche Achtung hat. Die anderen seiner Zunft sehe ich lieber als “Pfarrer to Go”.

Frage:
Wie sollen sich Opfer verhalten, die ohne Ihre Hilfe ihre Forderungen durchsetzen wollen? Haben Sie dafür Rezepte?

Antwort:
Rezepte habe ich dafür nicht. Wichtig ist ein gesundes Selbstbewusstsein. Ich weiss, dass genau das vielen Opfern fehlt.  Wer mit Haien zu tun bekommt, braucht eine gute Harpune in Gestalt eines rede- und schreibgewandten Menschen, der sich um Anstand nicht schert. Darum darf er sich nicht scheren, weil die Täternachfolger keinerlei Anstand besitzen! Das beweist deren schmieriges Verhalten. Mich wollte so ein Scheich von Bischofs Gnaden wegen Beleidigung rechtlich belangen. “Prima, wunderbar, dann habe ich endlich einen eurer Schmierlappen vor dem Kadi und kann der Öffentlichkeit vorführen, wie mies ihr als Menschen seid!” Die wollten es nicht wirklich wissen, die wussten, dass ich daraus ein Schlachtfest machen würde, bei dem ein schwarzes Ferkel am Haken hängen würde.

Was ich damit sagen will ist: Nicht einschüchtern lassen, dreist anklagen, die Scheinheiligkeit aufzeigen und Wiedergutmachung  einfordern. Das verstehen die, die handeln seit 2000 Jahren mit Seelen, beuten Menschen aus, man kann mit ihnen wie mit Pferdehändlern schachern. Das entspricht ihren Charakteren. Beweis: Sie boten mir 25.000,- €. Ich setzte meine Schmerzfreiheitsgrenze bei 30.000,- an. Man traf sich bei 27.500,-… SO geht Vieh- und Ablasshandel mit Kirchens !!!

Frage:
Mit welchen Verbrechen an den von Ihnen vertretenen Opfern wurden Sie konfrontiert?

Antwort:
Alles was im Strafgesetzbuch zu den Sexualstraftaten zählt, war vertreten. Täter waren nicht nur Männer sondern auch Frauen. Auch im Bereich Heimwesen zeigte sich immer wieder, dass Frauen als Täterinnen brutaler vorgehen als Männer. Das lehrte uns schon das aus dem Strafvollzug und aus dem Dritten Reich vorliegende Wissen. Vielleicht kann ein Psychologe dieses Phänomen mal erklären. Vielleicht kann der uns auch erklären, warum die Täternachfolger sich moralisch nicht viel anständiger als die Täter verhalten. Richtig gut könnte das wohl Dierk Schäfer erklären, weil der ja Pfarrer und Psychologe ist. “Keine Zeit” gilt nicht, Herr Schäfer…

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