!!! BETROFFENE GESUCHT !!!

Für das Nachrichtenmagazin Aktuelle Stunde im WDR Fernsehen berichte ich seit dem vergangenen Herbst über Medikamentenversuche und –missbräuche, die Kinder in Heimen, Psychiatrien und Behinderteneinrichtungen in der Nachkriegszeit erleiden mussten. Bei meinen Recherchen und Gesprächen mit Experten ist immer wieder die Frage nach einer angemessenen Aufarbeitung, Aufklärung und Entschädigung für Betroffene aufgekommen. Politik und Behörden verweisen dazu neuerdings auf die Stiftung „Anerkennung und Hilfe“, die Anfang des Jahres ihre Arbeit aufgenommen hat.

Ich möchte nun gern herausfinden, wie die Stiftung arbeitet, wie die Anlaufstellen auf die Betroffenen eingehen, welche Hilfsangebote sie leisten und wie das Prozedere im Allgemeinen abläuft. Dafür bin ich nun auf der Suche nach einem Betroffenen aus NRW, der sich an die Stiftung wenden möchte, weil er in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie oder Einrichtung der Behindertenhilfe in NRW Medikamentenversuche und –missbräuche erfahren hat.

Bevor wir Dreharbeiten anstoßen, würden selbstverständlich vertrauliche Gespräche stattfinden. Gemeinsam mit dem Betroffenen wird dann überlegt, wie ein Beitrag über die Erfahrungen in der Vergangenheit und die jetzige Aufarbeitung aussehen kann. Erst dann würden wir ein Interview führen und weitere Dreharbeiten planen. Denkbar wäre etwa der gemeinsame Besuch bei der Anlaufstelle der Stiftung.

Über Rückmeldungen von Betroffenen oder Hinweise auf weitere Ansprechpartner würde ich mich sehr freuen: carolyn.wissing@fm.wdr.de

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»Die haben uns behandelt wie Gefangene« – Auftaktveranstaltung zur Anerkennung der Opfer von Gewalt und Unrecht in der Behindertenhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Die Einladung erhielt ich von Hans-Walter Schmuhl und Ulrike Winkler.
Ich finde sie so wichtig, dass sie wenigstens überall veröffentlicht
werden sollte. Wo immer Sie die Möglichkeit haben, verbreiten Sie diesen
Flyer bitte im Internet!

Herzliche Grüße

Helmut Jacob

Bitte den Link anklicken!
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15 Fragen an die Stiftung “Hilfe und Anerkennung”

  1. Die ungerechte Auszahlungssumme in Höhe von 9.000 € wird mit einem vereinfachten Antragsverfahren begründet.
    Kann dieses VEREINFACHTE Verfahren konkret und für jedes Opfer verständlich erläutert werden?
  2. Wird oder ist bereits sichergestellt, dass die Leistungen nicht mit anderen Sozialleistungen (z.B. Sozialhilfe, Arbeitslosengeld, Rente) verrechnet werden?
  3. Können Opfervertreter jene Opfer vertreten, die aus den verschiedensten Gründen (z.B. fehlende Schreibkraft, geistige
    Behinderung) diese Anträge nicht selbst stellen können?
  4. Sind zur Vereinfachung des Verfahrens Gruppenanträge unter Beifügung bereits vorhandener Erlebnisberichte möglich? Wenn nein, warum eigentlich nicht?
  5. Wird sichergestellt, dass die Opfervertreter für ihre Bemühungen (Porto, Telefongespräche) maximal 10 € pro Opfer nehmen dürfen?
  6. a) Werden Fragebögen benötigt?
    b) Wird auf peinliche Fragen, die den sexuellen Bereich berühren, verzichtet?
    c) Wann und wo werden diese Fragebögen zur Kontrolle im Internet abrufbar sein?
  7. Was geschieht mit den erhobenen Daten? Wo und wie werden diese gesichert, wie lange bleiben sie gespeichert?
  8. Welche Anlaufstellen mit welchen konkreten Adressen einschließlich e-Mailadresse und Telefaxnummer werden wo eingerichtet?
  9. Ab wann kann konkret die Antragstellung erfolgen?
  10. Werden die Anlaufstellen personell so aufgestellt, dass die
    Bearbeitungszeit nicht länger als 4 Wochen dauert? (Jeden Monat sterben weitere Opfer, die überhaupt keine Geldleistungen erhalten!)
  11. Ab wann und in welcher Form erfolgt die Öffentlichkeitsarbeit der Anlaufstellen?
  12. Werden Anzeigen geschaltet, Zeitungen, TV und Rundfunkanstalten in regelmäßigen Abständen über die relevanten Punkte des Fragebogens informiert und verständlich aufgeklärt?
  13. Wird sich darum bemüht, den Begriff “Entschädigung” im Zusammenhang mit dem sogenannten Stiftungsfons zu meiden und somit Falschmeldungen der Presse zu verhindern?
  14. Welche Auszahlungsfristen sind nach der Antragstellung
    vorgesehen?
  15. Es ist bekannt, dass auch behinderte Heimkinder (für
    Volmarstein dokumentiert) und Opfer der Psychatrie Zwangsarbeit leisten mussten. Ohne diese Zwangsarbeit hätte bespielsweise ein Heim für Behinderte gar nicht arbeitsfähig und damit existenzfähig sein können.
    Frage: Wenn Ehemalige in den Heimen der Behindertenhilfe und/oder der Psychiatrie gearbeitet haben, ohne dass Lohn oder Abgaben bezahlt wurden, warum bekommen diese dann einen Pauschalbetrag über 3.000 bis 5.000 Euro und nicht berechnet nach Monaten, wie andere Ehemalige auch?
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Staatenberichtsprüfung 2015

Der Fachausschuss zur UN-Behindertenrechtskonvention prüft am 26./27. März 2015, inwieweit Deutschland die Rechte von Menschen mit Behinderungen umsetzt.

2015 ist ein wichtiges Jahr für die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Deutschland. Die Bundesrepublik Deutschland wird zum ersten Mal durch das CRPD(Committee on the Rights of Persons with Disabilities), den Fachausschuss zur UN-Behindertenrechtskonvention UNBRK), im Rahmen des Staatenberichtsprüfungsverfahrens auf die Umsetzung der Konvention hin geprüft. Deutschland hatte dem Fachausschuss seinen ersten Staatenbericht zur Umsetzung im Jahr 2011 vorgelegt; dieser ist jetzt Anlass für die kritische Befassung mit den aktuellen Fortschritten und Problemen in Deutschland.
In der anstehenden Prüfung geht es um nicht weniger als die Frage, ob Bund und Länder die Umsetzung der UNBRK seit ihrem Inkrafttreten 2009 hinreichend vorangetrieben haben. Die Monitoring-Stelle zur UNBRK wird diesen Prozess intensiv begleiten und plant eine Reihe konkreter Maßnahmen, zum Beispiel reicht sie demCRPD-Ausschuss Anfang März einen eigenen Parallelbericht ein, der eine Einschätzung zum Umsetzungsstand abgibt, und wird zum Prüftermin vor Ort in Genf sein.
(Quelle: http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/monitoring-stelle/staatenberichtspruefung)

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Unterzeichnerstaaten der Behindertenrechtskonvention
dunkelblau: unterzeichnet und ratifiziert
hellblau: unterzeichnet
orange: keine Aktion
Die Bundesrepublik Deutschland hat die Konvention 2007 unterschrieben und im Jahre 2009 ratifiziert.

Vor Ort in Genf sein wird unser Mitglied Michael Decker als Delegierter des Vereins ehemaliger Heimkinder e.V. und wird namens des Vereins seine Klagen gegen die Umsetzung der Menschenrechte für Behinderte vortragen. Er wird außerdem filmen (soweit gestattet), uns mit Info-Material versorgen und natürlich über die Konferenz berichten.

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20.12.2014: DEMO in Köln

Demo am 20.12.2014 in Köln – Treffen um 9:30 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz
Wir fordern: Sofortige Leistungen für ehemalige Heimkinder, die in Behinderteneinrichtungen und in der Psychiatrie leiden mussten!

Seit Bestehen der Bundesrepublik respektive der Deutschen Demokratischen Republik lebten etwa ein Million Kinder in Säuglings- und Kinderheimen, in Waisenhäusern, in Heimen für Ju­gendliche mit oder ohne Behinderungen, in Heimen für „schwererziehbare“ Jugendliche und in der Psychiatrie. Die Heime waren mehrheitlich in Händen der Kirchen beider Konfessionen (BRD), des Staates und in privater Hand.

Die Kinder waren oftmals schlecht ernährt, schlecht gekleidet, kaum bzw. schlecht medizinisch versorgt. Sie bekamen Medikamente, um im Sinne der Heimbetreiber zu funktionieren und es wurden an ihnen medizinische Experimente durchgeführt.

Viele mussten bereits vom sechsten Lebensjahr an Zwangsarbeit leisten – vor der Schule, nach der Schule oder anstatt Schule, in den Ferien, an Sonn- und Feiertagen. Für ihre Arbeit bekamen sie weder Lohn ausbezahlt, noch wurden für sie Sozialabgaben entrichtet. Entspre­chend sieht für sie heute ihre Rente aus!

Ihnen wurde psychische, physische und sexuelle Gewalt angetan. Sie wurden tage- bis mona­telang eingesperrt, allein, im Dunkeln.

Beziehungen zu Familienangehörigen wurden verhindert oder erschwert, Briefe zensiert, Pa­kete oder Päckchen erreichten sie kaum. Selbst Freundschaften innerhalb des Heimes wurden unterbunden. Oftmals standen die Kinder unter einem rigorosen Schweigegebot und sie wur­den zwangsmissioniert.

Die Überlebenden dieser „schwarzen Pädagogik“ haben seit 2 Jahren und noch bis Ende die­ses Monats die Möglichkeit, zumindest einen Ausgleich für die Rentenzahlungen und eine „Hil­fe in Anerkennung für das erlittene Leid“ zu beantragen.

Allerdings gibt es gravierende Ausnahmen:

  • Kindern, die in Behinderteneinrichtungen leben mussten, stehen heute keine Rentenausgleichszahlung zu!

  • Kinder, die in die Psychiatrie gezwungen wurden, gehen ganz leer aus!

Immer wieder wurden sie vertröstet, immer wieder hingehalten von Kirchen und Politik. Nun hat die Arbeits- und Sozialministerkonferenz sich wieder eine neue Hinhalte-Taktik ausge­dacht:

Eine bereits 2013 eingerichtete Arbeitsgruppe soll nun „neue Vorschläge“ einholen, wie das erlittene Unrecht und Leid „mithilfe von Anpassungen der Regelsysteme anerkannt werden kann“.

Wie lange müssen diese geschundenen Menschen noch warten?

Warum wurden sie nicht von Anfang an bei dem Fonds Heimerziehung mit bedacht?

Wie viele müssen noch sterben, bevor sie Leistungen bekommen?

Zur Erinnerung: Artikel 3 Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Von Ausnahmen steht da nichts!

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