Skandalöse Vorfälle in den Heimen: Hormonbehandlung zur Unfruchtbarmachung!

Wir haben gesicherte Beweise von mindestens einem Ehemaligen, dass er als Kind im Heim einer Hormonbehandlung ausgesetzt war, die ihn nicht nur unfruchtbar gemacht, sondern ihn regelrecht kastriert hat.

In zwei weiteren uns bekannten Fällen verdichten sich die Verdachtsmomente einer solchen Behandlung.

Wir rufen alle Ehemaligen auf, denen so etwas passiert ist, sich dringend zu melden, damit wir dem nachgehen, das in unsere Recherchen einfließen lassen und dann gemeinsam überlegen können, wie man damit (auch rechtlich) umgehen und diese Ungeheuerlichkeiten öffentlich machen kann.

Melden Sie sich bitte bei
Heidi Dettinger, 05032.964647 oder Rolf-Michael Decker, 0421.70500707.

Hormone können injiziert oder auch in Tablettenform verabreicht werden. Der bleibende Schaden ist im schlimmsten Fall irreversibel und stellt unserer Meinung eine weitere, grobe Menschenrechtsverletzung dar!

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Opferentschädigungsgesetz (OEG)

Erfahrungen und Empfehlungen zu dem Opferentschädigungsgesetz, kurz OEG.Als Opfer einer Gewalttat können Sie vom Staat unter bestimmten Umständen eine Entschädigung erhalten. Die Leistungen entsprechen den Leistungen, die das Bundesversorgungsgesetz (BVG) vorsieht. Sie bestehen aus:

  • Leistungen zur medizinischen Rehabilitation
    (z.B. Übernahme der Kosten für einen stationären Aufenthalt in einem Krankenhaus, orthopädische Hilfsmittel, Kuren, Zahnersatz, Belastungserprobung, Arbeitstherapie).
  • Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
    (bei bleibenden Beeinträchtigungen der beruflichen Tätigkeit).
  • Leistungen zum Ausgleich der wirtschaftlichen Folgen
    Beschädigtenrenten (mit Einzelleistungen wie Grund- und Ausgleichsrente, Berufsschadensausgleich).
  • Hinterbliebenenrenten mit ähnlichen Einzelleistungen.
  • Bestattungs- und Sterbegeld.

Die Höhe der Leistungen ist von den Umständen des Einzelfalls abhängig.

GDB (Grad der Behinderung) bis 40%= 127 Euro, 40 % = 174 Euro, 50% = 234 Euro, 60% = 296 Euro monatliche Entschädigungsrente.

Diese Entschädigung wird in aller Regel alle 3 Jahre überprüft oder es wird festgestellt das die Folgen der Straftaten nicht behebbar sind, dann werden die Entschädigungsrenten ohne Prüfung ein Leben lang gezahlt.

Einen Anspruch auf Versorgung haben Sie, wenn Sie in der Bundesrepublik Deutschland.

  • Opfer eines vorsätzlichen, rechtswidrigen tätlichen Angriffs (z.B. eines Raubüberfalls oder einer Vergewaltigung) wurden oder einen solchen Angriff rechtmäßig abgewehrt haben und
  • hierdurch eine gesundheitliche Schädigung erlitten haben und
  • die deutsche oder eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzen. (Auch ausländische Staatsangehörige, die nicht Angehörige der EU-Staaten sind, können unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch geltend machen).

Verfahrensabläufe:
Sie können Ihren Antrag schriftlich oder zur Niederschrift auf dem für Sie zuständigen Versorgungsamt einreichen. Sofern Sie Unterlagen/Jugendamtsakten haben, sollten Sie diese gleich in Kopie mit einreichen.

Es geht aber auch ohne irgendwelche Akten oder schriftliche Beweise. In diesen Fall ist es ratsam, ein Gedächtnisprotokoll anzufertigen, welches chronologisch Aufenthalte und Straftaten erfasst und beschreibt.

Vermutlich wird Ihr Sachbearbeiter Volljurist sein, doch lassen Sie sich davon nicht entmutigen. Zur Verfahrensweise gehört es eben, dass Ihr Antrag die Rechtsabteilung durchläuft und geprüft wird. Die Rechtsabteilung wird versuchen, Tatsachen zu ermitteln und kontaktiert Träger, Heime und Ärzte. Wenn Sie alles zusammengetragen hat, wird sie den medizinischen Dienst des Versorgungsamtes beauftragen, Sie zu begutachten.

Der medizinische Dienst:
Hier werden Sie ggf. körperlich untersucht sofern Sie körperliche Schäden erlitten haben. Danach erfolgt die psychologische Begutachtung durch einen Neurologen/Psychiater.

Die psychologische Begutachtung findet durch Einzelgespräch und Ausfüllen von Untersuchungsbögen statt. Hier wird überprüft in wie weit Ihre heutigen Beeinträchtigungen mit den Ereignissen in Ihrer Kindheit in Zusammenhang stehen. Seien Sie möglichst authentisch und suchen Sie das Gespräch mit dem Neurologen. Beschreiben Sie Ihre Erlebnisse und heutigen Beeinträchtigungen mit Ihren Worten. Der Neurologe wird Sie verstehen, verlassen Sie sich darauf.

Nach den Begutachtungen werden Gutachten erstellt, die Ursache und Folgen nochmals besonders hervorheben und den Grad der Behinderung (GDB) festsetzen. Jetzt werden Antrag und Gutachten nochmals durch Rechtsabteilung und anderen Ärzten überprüft und beschieden. In der Regel folgen sie dem Gutachten.

Sie erhalten nun einen Bescheid, der den GDB und die Höhe der Entschädigung enthält. Ab dem Tag der Zustellung durch den Postboten, haben Sie einen Monat Zeit, Widerspruch einzulegen. In diesem Fall beauftragen Sie bitte einen Rechtsanwalt mit ihrer Vertretung. er wird den Widerspruch für Sie schreiben und einreichen, ggf. wird er für Sie vor dem Sozialgericht klagen, um einen höheren GDB oder höhere Entschädigungsleistungen für Sie zu erreichen. Suchen Sie sich dazu bitte einen Rechtsanwalt für Sozialrecht. Eine Auskunft erteilt Ihnen auch die zuständige Anwaltskammer.

Fazit:
Ja, ein Verfahren nach dem OEG ist sehr aufwändig, langwierig und sehr belastend. Doch Sie werden mit der Aufgabe wachsen und ich kann Ihnen als Betroffener versichern; es lohnt sich!!

Sie haben das Rech,t Personen Ihres Vertrauen zu jedem Gespräch oder zur Begutachtung mitzubringen. Machen Sie das, wenn Sie sich überfordert fühlen.

Das Verfahren dauert in der Regel 2 Jahre, bei Einsprüchen oder Klagen um ein vieles länger. Doch lohnt es sich “am Ball” zu bleiben. Entschädigungsrenten und andere Leistungen werden Ihnen ab Datum des Antrages gewährt, das heißt, dass Sie eine Nachzahlung erhalten werden. Diese Nachzahlung und laufende Rente bekommen Sie auch, wenn sie Widerspruch oder Klage einreichen. Das Versorgungsamt muss alle bis dahin beschiedenen Leistungen auch fristgerecht erbringen. Sie dürfen keine beschiedenen Leistungen bis zu einem Urteil zurückhalten. Sollten Sie mit Widerspruch oder Klage Erfolg haben, so muss das Versorgungsamt auch die im Urteil festgelegten Leistungen ab Antragsstellung nachzahlen.

Tipp:
Holen Sie sich Hilfe. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Eine rechtliche Beratung kann durch mich oder den Verein ehemaliger Heimkinder nicht stattfinden, doch können Sie von unseren Erfahrungen profitieren.

In der Regel kommen alle ehemaligen Heimkinder, die Sachleistungen aus dem Fond erhalten haben oder beantragen können, in Frage, einen Antrag nach dem OEG stellen zu können.

Ich kann Ihnen nur raten: machen Sie es!

Wenn Sie Kontakt zu mir haben möchten, wenden Sie sich bitte an die zweite Vorsitzende Heidi Dettinger (Tel. 05032.964647). Sie wird Ihnen meine Kontaktdaten zur Verfügung stellen. Meine Hilfe und die Hilfe des Vereins wird für Sie immer kostenlos sein.

Ihr
Ralf Bart

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Ehemalige Heimkinder in Den Haag

In  insgesamt 6 oder 7 Autos machte sich eine Gruppe ehemaliger Heimkinder in aller Frühe von der Raststätte Münsterland aus auf, Michael Decker nach Den Haag zu begleiten, der der Staatsanwaltschaft des Internationalen Strafgerichtshof eine Klageschrift wegen Folter gegen die Bundesrepublik Deutschland übergeben wollte.
Auf nach Den Haag

Auf nach Den Haag (Foto: W. Petersen)

Michael Decker, ehemaliges Heimkind und Mitglied im VEH e.V., hat lange Jahre damit zugebracht, die einzelnen Punkte seiner Klageschrift zu sammeln und zu belegen. Das Resultat ist eine 4.000 Seiten lange Anklage gegen die Bundesrepublik.
Die ganze Fahrt wurde von M. Decker hervorragend organisiert – angefangen vom Treffen auf besagter nachtdunkler Raststätte bis hin zur Übergabe seiner gewichtigen Aktenordner an die Staatsanwaltschaft.
Der Internationale Strafgerichtshof

Der Internationale Strafgerichtshof (Foto: W. Petersen)

Die BegleiterInnen – unter ihnen Eckardt Kowalke, Überlebender und Künstler – parkten die Autos in der Nähe des Gerichtsgebäudes und bauten als erstes das bekannte Kreuz mit den blutigen Puppen auf, dass Kowalke zu diesem Anlass in einem Hänger mitgebracht hatte.
Das "Kinderkreuz" mit dem Künstler E. Kowalke (v. li.)

Das “Kinderkreuz” mit dem Künstler E. Kowalke (v. li.) (Foto: W. Petersen)

Ein eindrückliches, verstörendes Kunstwerk, das zu vielen Diskussionen anregt. Auch auf dieser Fahrt war es so.
Das "Kinderkreuz"

Das “Kinderkreuz” (Foto: W. Petersen)

Da ein paar Ehemalige “vorgeprescht” waren und uns – entgegen aller mit Michael getroffener Absprachen – beim Gerichtshof als Demo angekündigt hatten, war die Polizei bereits vor uns dort. Eigentlich, so wurden wir von drei freundlichen, jungen Polizisten unterrichtet, muss eine Demo mindestens 48 Stunden vorher angemeldet sein.
Vor dem Internationalen Strafgerichtshof

Vor dem Internationalen Strafgerichtshof (Foto E. Kowalke)

Wir durften dann aber auf den Stufen des Gerichtsgebäudes mit unserem Kreuz und den Transparenten stehen bleiben, bis Michael seine Klageschrift im Inneren des Gebäudes abgegeben hatte.
Diskussionen mit der freundlichen Polizei

Diskussionen mit der freundlichen Polizei – Fernsehen immer dabei… (Foto E. Kowalke)

Dann zogen ein Teil von uns mit dem schweren Anhänger wieder auf – zurück zu den geparkten Autos – um das Kreuz wieder abzubauen. Der Rest blieb vor dem Gerichtsgebäude stehen und wartete auf Michael.
Vor dem Gerichtsgebäude

Vor dem Gerichtsgebäude (Foto E. Kowalke)

Nach kurzer Zeit kam eine alarmierende Nachricht: Ein Demo-Teilnehmer sei verhaftet und mitgenommen worden. Aber es stellte sich dann doch heraus, dass Burkhardt Wiebel die Verantwortung für die Organisation übernommen hatte und mit zur Polizeistation musste, um ein Protokoll zu fertigen und zu unterzeichnen. Nach einer knappen halben Stunde war er zurück und sagte, dass die niederländische Polizei sehr freundlich und fair gewesen sei. Sie habe sich mit dem Bürgermeister Den Haags ins Vernehmen gesetzt. Dieser sei auch sofort gekommen und habe – im Nachhinein – eine Genehmigung für eine halbstündige Demo vor dem Gebäude für uns unterschrieben. Also gab und gibt es keinerlei “Nachwirkungen” wegen “unerlaubten Demonstrierens” vor diesem international wichtigen Gerichtshof!
Die jungen Polizisten übrigens blieben noch eine ganze Weile bei uns stehen, unterhielten sich mit uns, erfragten unsere Motive, drückten ihr Erstaunen aus über die miserable Behandlung deutscher Überlebender, verabschiedeten sich von den Anwesenden mit Handschlag.
Das uns begleitende Fernsehteam hat eifrig gefilmt und mit Sicherheit einige gute Bilder “geschossen” und gute Statements auf Band bekommen.
"Unser" Fernsehteam

“Unser” Fernsehteam (Foto E. Kowalke)

 Ansonsten hat unser Auftritt wohl genug Aufsehen erregt – am späten Abend gab es eine Nachricht dazu im holländischen Fernsehen.
Insgesamt eine gute Aktion! Danke an alle, die sich beteiligt haben, Danke an Michael Decker für die großartige Organisation. Und natürlich für das akribische Sammeln und Zusammenstellen der notwendigen Dokumente, ohne die eine Klageschrift gar nicht möglich gewesen wäre! Danke auch an E. Kowalke für das Kunstwerk und an ihn und Wolfgang Petersen für die Fotos!
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Internationaler Strafgerichtshof in Den Haag

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) ist ein unabhängiges, ständiges Gericht, vor dem Personen der schwersten Verbrechen von internationalem Belang, nämlich Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen angeklagt werden. Der IStGH basiert auf einem Vertrag ratifiziert von 122 Ländern (Stand: 1. Mai 2013).

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Der Staatsanwaltschaft dieses Gerichtshofes wird unser Mitglied Rolf-Michael Decker Anfang nächsten Monats seine umfangreiche Klageschrift überreichen, in der er dazu auffordert, die Bundesrepublik Deutschland wegen Folter an ehemaligen Heimkindern zu verurteilen.

Die Überreichung der Klageschrift soll von möglichst vielen Menschen begleitet werden. Es wird einen Autokorso von Münster bis Den Haag geben, das letzte Stück Wegs soll zu Fuß zurückgelegt werden.

Verschiedene deutsche Fernsehsender haben bereits zugesagt.

Wer sich dem Autokorso anschließen will, sollte sich an Rolf-Michael Decker (danny.54@gmx.de) oder Burkhardt Wiebel (b.wiebel@t-online.de) wenden.

Das genaue Datum wird so bald wie möglich hier auf dieser Seite, auf unserer Facebook-Seite und über Twitter bekannt gegeben.

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Klage gegen die Brüdergemeinde Korntal

Die folgenden, anonymisierten Informationen ließ uns der Kläger zukommen. Wir meinen, dass jeder weitere Kommentar überflüssig sei.

Wir wünschen dem Kläger viel Kraft und natürlich den größtmöglichen Erfolg in seiner Klage und werden auch weiterhin informieren!

landgericht

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Rechtsgutachten des Fonds für die Tonne!

Papiermüll produzieren

UNPFÄNDBARKEIT DER KIRCHLICHEN ENTSCHÄDIGUNGSZAHLUNG

(…)

Im Übrigen ist die Zahlung des Bischöflichen Ordinariats auch deshalb nicht Gegenstand der Masse geworden, weil ein entsprechender Anspruch des Schuldners gemäß § 851 Abs. 1 ZPO§ 399 BGB nicht pfändbar war.

Ansprüche wegen immaterieller Schäden sind allerdings seit 1.07.1990 uneingeschränkt übertragbar und pfändbar, nachdem durch das Gesetz zur Änderung des Bürgerlichen Gesetzbuchs und anderer Gesetze vom 14.03.1990 § 847 Abs. 1 Satz 2 BGB aF mit Wirkung ab 1.07.1990 gestrichen worden war. Es ist deshalb allgemein anerkannt, dass Schmerzensgeldansprüche pfändbar sind und gegebenenfalls in die Insolvenzmasse fallen. Dies gilt auch für Ansprüche gegen die Katholische Kirche, soweit sie auf den Ersatz immaterieller Schäden gerichtet sind.

Ob für Ansprüche wegen Verletzung des Persönlichkeitsrechts etwas anderes gilt, wie das Landgericht Frankenthal annimmt, erscheint zweifelhaft. Der Bundesgerichtshof hat dies bislang dahingestellt sein lassen. Dies bedarf auch hier keiner Entscheidung.

Der Pfändbarkeit steht jedenfalls § 851 Abs. 1 ZPO§ 399 BGB entgegen, weil die Leistung des Bischöflichen Ordinariats an einen Dritten, hier den Insolvenzverwalter zur Masse, nicht ohne Veränderung ihres Inhalts hätte erfolgen können.

Eine Forderung ist dann nicht übertragbar, wenn die Leistung an einen anderen als den ursprünglichen Gläubiger nicht ohne Veränderung ihres Inhalts erfolgen kann. Dies ist dann anzunehmen, wenn die Leistung auf höchstpersönlichen Ansprüchen des Berechtigten beruht, die er nur selbst erheben kann, wenn – anders als bei höchstpersönlichen Ansprüchen – ein Gläubigerwechsel zwar rechtlich vorstellbar, das Interesse des Schuldners an der Beibehaltung einer bestimmten Gläubigerperson aber besonders schutzwürdig ist, oder wenn ohne Veränderung des Leistungsinhalts die dem Gläubiger gebührende Leistung mit seiner Person derart verknüpft ist, dass die Leistung an einen anderen Gläubiger als eine andere Leistung erschiene. In allen diesen drei Fallgruppen ist die Abtretbarkeit ausgeschlossen, weil andernfalls die Identität der abgetretenen Forderung nicht gewahrt bliebe.

Hier liegt ein Fall der zweiten und der dritten Fallgruppe vor. Die geschuldete Leistung ist mit der Person des Gläubigers derart verknüpft, dass die Leistung an einen anderen Gläubiger, hier den Kläger als Insolvenzverwalter, sie als eine andere Leistung erscheinen lassen würde. Das Interesse des Schuldners, hier der Katholischen Kirche, an der Beibehaltung der Gläubigerperson für die freiwillige Leistung ist besonders schutzwürdig.

Ein Anspruch auf Erbringung einer materiellen Leistung gegen das Bistum entstand nicht von Gesetzes wegen, sondern durch eine Ermessensentscheidung, welche die betroffene kirchliche Körperschaft nach dem genannten Beschluss der Deutschen Bischofskonferenz auf der Grundlage einer Empfehlung der zentralen Koordinierungsstelle beim “Büro für Fragen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich” der Deutschen Bischofskonferenz zu treffen hatte (vgl. Abschnitt C Ziffer – III 3 des genannten Beschlusses der Deutschen Bischofskonferenz). Diese knüpft an den festgestellten sexuellen Missbrauch des Antragstellers an, für die nach staatlichem Recht Ansprüche infolge Verjährung nicht mehr durchgesetzt werden konnten. Die Zuerkennung lag im Ermessen der kirchlichen Institutionen.

Die Entschädigung sollte unter dem Gesichtspunkt der Billigkeit – trotz eingetretener und in Anspruch genommener Verjährung zivilrechtlicher Ansprüche – dem Opfer persönlich zugute kommen. Die zuerkannte materielle Leistung dient allein dem Zweck, in Anerkennung des Leids des Opfers die Folgen seiner Traumatisierung zu mildern und dem Opfer bei der Bewältigung belastender Lebensumstände zu helfen. Die mit der Zahlung beabsichtigte Entlastung kann nur eintreten, wenn die Leistung aus der Sphäre des Schädigers herrührt, es also bei dem ursprünglichen Schuldner und dem ursprünglichen Gläubiger der materiellen Leistung verbleibt. Dies stellt ein besonderes schutzwürdiges Motiv des Leistungsschuldners dar. Wie das Beschwerdegericht hierzu zutreffend festgestellt hat, erscheint es ausgeschlossen, dass die Katholische Kirche die Leistung zugebilligt hätte, wenn anstelle des Insolvenzschuldners der Treuhänder den Betrag für die Masse vereinnahmen könnte.

Die Insolvenz- und Massegläubiger haben durch den sexuellen Missbrauch des Schuldners weder materielle noch immaterielle Einbußen erlitten. Die Auszahlung des freiwillig erbrachten Betrages an die Masse würde deshalb den Zweck und Leistungsinhalt grundlegend verändern.

zit.  nach: Rechtslupe, Nachrichten aus Recht und Steuern

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 22. Mai 2014

Download (PDF, 126KB)

Dieses Urteil dürfte sich 1:1 auf Zahlungen des Fonds anwenden lassen.

Und was lernen wir daraus?

Selbst durch sogenannte “Rechtsgutachten” sollen die Überlebenden deutscher Heimkinderhöllen noch über den Tisch gezogen werden!

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Haasenburg und kein Ende?!

Eine mutige junge Frau, Christina Witt, die, so denke ich, unsere Hochachtung und jede Unterstützung verdient hat, gibt nicht auf. Sondern im Gegenteil.

In 48 Stunden ist es Ihr gelungen mit der Online-Petition

„Nie wieder Haasenburg, Herr Woidke!“

in den sozialen Netzwerken mehr als 20.000 Unterschriften zu sammeln. Toll und – ja, mehr als ein Achtungszeichen!

Wer ist Frau Witt?
Eine ehemalige Insassin der im Sommer letzten Jahres in die Schlagzeilen geratenen Einrichtung unter der Nicht-Aufsicht einer Ministerin des Landes Brandenburg, die bis heute nicht einmal die richtigen Worte der Entschuldigung – ganz zu schweigen eine Entschädigungslösung für die Betroffenen Opfer gefunden hat.

Das allein ist offensichtlich in Brandenburg aber noch nicht genug
Es war im Abschlussbericht der nur auf öffentlichen Druck und mehr als widerwillig eingerichteten Untersuchungskommission damals die Rede von einer nicht Reformierbarkeit der Haasenburg. Das – so nun der Eindruck – soll plötzlich vergessen sein und das Land strebt eine Einigung vor Gericht mit dem damaligen Betreiber an und will eine erneute Lizenzerteilung überdenken. Da kann es der jungen, mutigen Frau nicht hoch genug angerechnet werden, die Öffentlichkeit zu informieren. Bei mehr als 20.000 Unterschriften dürfte ihr dies gelungen sein!

Will man in Brandenburg die Dinge nicht begreifen oder ist der entgangene Gewinn, der mit Kindern in solchen Einrichtungen gemacht wird, das Thema? Das alles wirft ein sehr zweifelhaftes Licht auf die Verantwortlichen.

Bis heute – und auch das sei nicht verschwiegen – ist kein einziges Ermittlungsverfahren gegen die damalig Verantwortlichen für schwerste Verletzungen der Rechte und der Würde von Menschen abgeschlossen. Kein einziger Verantwortlicher und auch niemand im Ministerium ist bis heute vor ein ordentliches Gericht gestellt worden. Die damaligen Vorwürfe sind nicht aufgeklärt und schon überlegt man in Brandenburg ,wie es zu einer Wiedereröffnung und erneuten Belegung kommen könnte. Nein, mir fehlen gerade an dieser Stelle nicht die Worte, sondern das Gegenteil ist der Fall.

Haasenburg schließen!

Ich muss gestehen, dass ich den Eindruck habe, in Brandenburg ticken nicht nur die Uhren anders sondern dort werden die Zeichen der Zeit dann vernommen, wenn ein gewaltiger Donner über das Land fegt. Verwundert bin ich allerdings, dass die Brandenburger Bürger selbst so etwas in Ihrem Nahmen von der verantwortlichen Politik machen lassen. Dass die Bürger von Brandenburg die ich im Übrigen besser aus den Jahren 1989 – 1990 kenne, da keine Stimme haben, oder kann ich die nur nicht vernehmen? Damals waren auf dem Weberplatz in Babelsberg nur einige wenige und in Wochenfrist gingen gegen eine Regierung – und es war nicht nur eine Landesregierung sondern eine Diktatur der SED – Tausende auf die Straße. Es erfüllt mich noch heute mit Stolz dabei gewesen zu sein!

Alles vergessen in Brandenburg?
Ich hoffe, dass den Worten des Herrn Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, der ja in der letzten Sitzung des Landtages von erheblichem Handlungsdruck, was die Opfer der SED-Diktatur – aber eben nicht nur dieser – angeht, auch Taten folgen werden. Opfer sind auf den besonderen Schutz der Verantwortlichen in der Politik angewiesen, Kinder in der Rolle von Opfern und das in einem Rechtsstaat, der im Falle der Haasenburg nun auf ganzer Linie versagt hat, umso mehr.

Will man nun endlich in Brandenburg mit der unrühmlichen Vergangenheit als „kleine DDR“ brechen, bedarf es, so denke ich, nach so vielen Jahren der Untätigkeit und es Abwartens endlich Taten, die die Opfer auch als ehrliches Bemühen erkennen können, Herr Ministerpräsident Woidke.

Schauen Sie, Herr Ministerpräsident, in die Gerichte und auf den Umgang mit den betroffenen ehemaligen Heimkindern der Diktatur der SED im Heute und Jetzt in Brandenburg und Ihnen wird nicht gefallen, was Sie sehen. Erneut traumatisiert, gedemütigt, der Lüge bezichtigt und, was sich nun anzubahnen scheint, mit System um Ihre gerechten Ansprüche durch die Staatsanwaltschaften erneut betrogen. Machen Sie dem endlich – 24 Jahre nach der Wende – ein Ende und kümmern Sie sich um die Betroffenen der ersten und nun leider in Brandenburg entstandenen zweiten Generation Kinderopfer von geschlossener Unterbringung!

Lutz Adler

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O`Keeffe gegen Irland

Dank Martin Mitchells unermüdlicher Arbeit können wir heute das Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte verlinken. Leider liegt es nur in englisch vor – ist aber hochinteressant. Sobald es einem deutschen Ehemaligen gelingt, mit seinem Anliegen an diesen Gerichtshof zu kommen, wird auch für Deutschland ein solches Urteil gefällt werden!

http://hudoc.echr.coe.int/sites/eng/pages/search.aspx?i=001-140235

EMGR_500p

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Meinten sie nicht alle, der Spatz sei besser für ehemalige Heimkinder, als eine angemessene Entschädigung?

… und werden so auch in die Geschichte Deutschlands eingehen …

Ursula von der Leyen (CDU)
Dr. Sven-Olaf Obst [CDU]
Dr. Kristina Schröder (CDU)
Hermann Kues (CDU)
Dr. Antje Vollmer (GRÜNE)
Marlene Rupprecht (SPD)
Josef Philip Winkler (GRÜNE)
Lutz Stroppe (Bundesregierung-Interessenvertreter/BMFSFJ/Kinder- u. Jugendhilfe)
Georg Recht (Bundesregierung-Interessenvertreter – Versicherungsangelegenheiten)
Nikolaus Schneider (EKD)
Johannes Stockmeier (Diakonie)
Dr. Hans Ulrich Anke (EKD)
Maria Loheide (EKD / DIAKONIE – DWEKD)
Johannes Stücker-Brüning (RKK / DBK)
Georg Gorrissen (überzeugter Baptist, Jurist, ex-parteiloser Landespolitiker S.-H.)
Dr. Peter Schruth
Dr. Christian Schrapper
Dr. Hans Siegfried Wiegand
Erika Tkocz
Elenore Fleh
Sonja Djurovic
Wolfgang Bahr
Michael-Peter Schiltsky
Wolfgang Petersen
Miccaelá Potter-Dulva
Marianne Döring
Renate Drews
Holger Wendelin
Katharina Loerbroks (EKD / DIAKONIE)
GRÜNER Grefrather Ratsherr Andreas B. Sonntag
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250.000 Euro für ein Missbrauchsop­fer:
Das Vorarlberger Kloster Mehrerau stimmte einem außergerichtlichen Vergleich zu.

Zwischen 5000 und 25.000 Euro gesteht die katholische Kirche jenen Betroffenen zu, die in ihren Einrichtungen körperlicher und sexueller Gewalt ausgesetzt waren.

Nun traf das Zisterzienser-Kloster Mehrerau in Bregenz eine möglicherweise richtungsweisende Entscheidung: Einem ehemaligen Internatsschüler des Stiftsgymnasiums, den ein Pater Anfang der 1980er-Jahre mehrfach vergewaltigt hatte, sollen außergerichtlich 250.000 Euro zugestanden worden sein. Kloster und Anwalt des Opfers haben über die Entschädigungssumme eine Schweigeklausel vereinbart.

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“Soviel du brauchst”…

Es ist schon etwas verwunderlich, dass der Evangelische Kirchentag Hamburg so vielen PolitikernInnen eine zusätzliche Wahlplattform bietet. Auf Phoenix habe ich mir auch heute Frau Merkel und Herrn Lammert angehört. Herauszuhören war, dsas man für globale Probleme Verständnis zu haben hat und Politik nie die Aufgabe einer Wahrheitsfindung, sondern nur die Aufgabe einer demokratischen Mehrheitsfindung habe.

Applaus

Dem könnte man zustimmen, wenn denn vor Ort, oder nationa,l die Menschen sozial in der Lage wären, global zu denken und zu handeln. Für mich war herauszuhören, das man “weniger braucht”, wenn der Einzelne seine Ansprüche herunterschraubt, weniger essen und die Heizung abstellen würde, Miet- und Strompreiserhöhungen in Kauf nähme, auf kulturelle Veranstaltungen (wie Kirchentage) und am besten ganz auf Wohlstand (-sdenken) verzichtete.

Das darf ja eh nur ganz privilegierten Persönlichkeiten vorbehalten bleiben, z.B. ein 2. Konto, wo auch immer, während Sozialhilfeempfänger froh sein können, wenn sie überhaupt ein Konto eröffnen dürfen.

Warum kommen nicht die Menschen zu Wort auf dem Kirchentag, welche redlich ihre Steuern zahlen, am Existenzminimum leben, sich vom Jobcenter schikanieren lassen müssen? Und warum nicht die Menschen reden lassen, die von Kirche und Staat genauestens vorgeschrieben bekommen, was zum Leben benötigt wird. Wo also ist das “SOVIEL IHR BRAUCHT”?

Wieviel brauchen die Missbrauchsopfer und ehemaligen Heimkinder, um nur einigermassen eine annehmbare Lebensqualität wieder zu erhalten, die ihnen ja in der Kindheit genommen wurde?

Wieviel Demütigungen müssen diese Opfer noch hinnehmen, um in den “Genuss” von ausreichender Entschädigung zu gelangen? Inwieweit werden Kirchen und Stiftungen in Regress genommen, wie in Irland oder den USA?

Zynisch könnte dieses Kirchentagsmotto auch damals in den 50er, 60er, den 70er und 80er Jahren – und eigentlich bis heute – so gedeutet werden: “Priester, Diakone, Brüder, Schwestern. nehmt “soviel wie ihr braucht”, die Heime und Einrichtungen sind voll genug, um eure aller Bedürfnisse zu befriedigen”.

Was? Soviel brauchst du?

Was? Soviel brauchst du?

Stattdessen vom Kirchentag nur der (in)direkt wohlwollend gemeinte Ratschlag: “Schnallt den Gürtel enger, dann braucht ihr nicht soviel, wie ihr eigentlich zurecht brauchen würdet”.

Da war Gott ja beim Auszug aus Ägypten mit seinem Volk humaner, als das es heute seine geweihten Stellvertreter auf Erden sind. Amen.

(U. Werner)

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