Zweierlei Maß bei Medikamententests

Nur für angebliches DDR-Unrecht fühlt sich der Bund in jedem Fall zuständig

Von Jana Frielinghaus
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Laura Hottenrott, Mitarbeiterin einer Forschersgruppe der Berliner Charité, im März 2016 bei der Vorstellung der Ergebnisse einer Untersuchung zu Medikamententests im Auftrag westlicher Firmen in der DDR
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Medikamente 14: Franz Sales Haus

Pharmazeutin über Arzneitests im Heim

„Impfstoffversuche an Säuglingen“

(taz online)

Ohne ihr Wissen wurden Medikamente und Impfstoffe an Heimkindern getestet. Aufgedeckt hat den Skandal die Pharmazeutin Sylvia Wagner.

Franz Sales Haus in EssenDer Schriftzug am Franz Sales Haus in Essen (Nordrhein-Westfalen), aufgenommen am 19.10.2016. Medikamente des Pharmakonzerns Merck sind Ende der 50er Jahre an Heimkindern in Essen getestet worden. Das ergebe sich aus Unterlagen im Unternehmensarchiv, sagte ein Sprecher des Pharmakonzerns und bestätigte am 19.10.201 6Berichte des ARD-Magazins Fakt und des WDR. Demnach hatten 28 Kinder im katholischen Franz Sales Haus in Essen das beruhigende Neuroleptikum Decentan bekommen. Foto: Wolfram Kastl/dpa (zu dpa «Medikamente wurden an Heimkindern getestet – Merck bestätigt» vom 19.10.2016) +++(c) dpa – Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

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Medikamentenmissbrauch in Heimen

Aus gegebenem Anlass hier noch einmal das Formular zum Medikamentenmissbrauch bzw. zu Medikamentenversuche in deutschen Heimen. Bitte runterladen und möglichst genau ausfüllen. Sollten Belege vorhanden sein (Medikamentenangaben in den Akten, Namen von Ärzten etc. unbedingt in Kopie anfügen!) und an die angegebene Adresse schicken.

Oder melden Sie sich bei dem Vorstand des VEH e.V!

 

Download (PDF, 62KB)

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Heimkinderkonferenz in Münster – ein Resumé

Es war eine gute und wichtige Veranstaltung und wir möchten uns bei all denen bedanken, die auf den oftmals gar nicht so kurzen Weg gemacht, um teilzunehmen, zuzuhören, zu diskutieren und miteinander zu reden!

Sehr auffallend war, dass die Aufmerksamkeit der Anwesenden nicht so sehr auf bzw. von ihrem eigenen schrecklichen Erleben geprägt war, sondern vielmehr davon, wie wir weiter vorgehen wollen und müssen, um politischen Druck aufzubauen, eine Lobby schaffen können.

Sehr gut fand ich übrigens, dass ein MdB der Linken da war, der dem Kongress Grüße der Bundestagsfraktion ausrichtete. Wir werden uns – in Zusammenarbeit mit den LWL-Linken – alle Mühe geben, den Kontakt zur Bundestagsfraktion weiter auszubauen und zu vertiefen! Der erste Schritt ist getan!

Überaus positiv ist auch der Ansatz, die Forschung über Medikamentengaben in den Heimen voranzutreiben (s. oben geposteten Artikel im hpd) und die damit einhergehenden Kontakte zu Krankenkassen. Denn diese tragen bislang die horrenden Spätschäden, wo doch ansonsten das Verursacherprinzip gilt. Auch hier gilt es, mitzuwirken. 

Darum an dieser Stelle ein Aufruf:

Beteiligt euch am Ausfüllen des Formulars über die Medikamentengaben, die ihr im Heim bekommen habt. Die Namen der Medikamente sind wichtig – wer sie nicht weiß und keine Unterlagen dazu hat, sollte das Formular dennoch ausfüllen und die Medikamente, ihre Wirkungen und Nebenwirkungen so gut wie möglich beschreiben.

Download (PDF, 66KB)

Das Formular bitte ausdrucken, ausfüllen und an die darauf genannte Adresse schicken. Zur Erläuterung: Sylvia Wagner ist Mitglied im VEH e.V., selbst Heimkind und sie ist Apothekerin… Ideale Kombination also, um diese Forschung zu betreiben!

Das Formular kann/sollte auch kopiert und weiter gereicht werden, so dass eine möglichst große Zahl von Überlebenden erreicht wird! Wir werden es auch noch einmal in unserem nächsten Rundbrief veröffentlichen.


Alle Texte der Vorträge auf dem Kongress werden im Übrigen so bald wie möglich auf unsere Homepage zum Nachlesen bzw. Runterladen gestellt werden.

Link zu den Wortbeiträgen soweit sie bereits eingeschickt wurden.

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