Eine ehemalige Erzieherin meldet sich zu Wort

In diesem Brief möchte ich von meiner Erfahrung im Probst-Wenker-Kinderheim in Gelsenkirchen-Horst berichten. Ich habe dort 1968 mein Anerkennungsjahr als Kinderpflegerin gemacht und ein weiteres Jahr dort gearbeitet.

Ich war 16 Jahre alt als ich meine Arbeit begonnen habe. In der Kinderpflegerinnenausbildung ist das Thema “Gewalt in der Erziehung” nicht wirklich erwähnt worden.
Das Haus wurde von katholischen Schwestern (Vincentinerinnen?) geleitet und galt als ein modernes Haus (Neubau).
Die Kinder lebten in 16er Gruppen auf einer Station, eine Ordensschwester (ausgebildete Kinderpflegerin), eine Helferin ohne Ausbildung und ich waren die Betreuer. Unser jüngstes Kind war 1,5 Jahre alt, die Älteste 10 Jahre. Nach einer Einarbeitungszeit (6 Monate?) wurde mir am Wochenende die ganze Gruppe allein in Obhut gegeben. Auch hatte ich zusätzlich zu meinem Tagesdienst die Nachtbereitschaft zu übernehmen.

Den Erziehungsstil der Nonne kann man ohne Einschränkung als autoritär bezeichnen, Disziplin, Ruhe, Sauberkeit und Ordnung im Haus waren die wichtigsten Grundsätze und wurden mit Gewalt durchgesetzt.
Ich muß leider von mir sagen, daß ich mich diesem Stil untergeordnet habe und keine Fragen dazu stellen konnte. Das heißt, das auch ich Kinder geschlagen habe. Ich habe so nach und nach dann doch ein Gefühl des Unrechts dazu bekommen. Das wurde unterstützt von anderen Kräften im Haus, besonders von einer jungen Erzieherin, die anders gearbeitet hat. Ich konnte später in ihre Gruppe wechseln und habe viel von ihr gelernt.

Ich möchte mich an dieser Stelle für das Unrecht, daß ich Kindern getan habe entschuldigen und meinem Bedauern ausdrücken, es tut mir leid.

Ich wünsche Ihnen guten Erfolg bei Ihrer Arbeit.

Der Auslöser für meinen Brief ist ein Interwiew mit Antje Vollmer im nw-radio über den grünen Tisch für ehemalige Heimkinder.

Maria H.
(Der vollständiger Name wurde hier aus Personenschutzgründen abgekürzt.)

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Über den Wolken…

über den wolken

Aus gegebenem Anlass dokumentieren wir hier unser Schreiben aus dem Jahr 2013 an Papst Franziskus – übrigens bis heute unbeantwortet geblieben!

Seine Heiligkeit Papst Franziskus
Palazzo Apostolico
00120 Citta’ Del Vaticano, Roma

25.11.2013

Entschädigung ./. Sinnlose Ausgaben!

Sehr geehrter Papst Franziskus,

uns scheint, als ließen Sie einen neuen Wind durch die Kirche wehen: Schluss mit Prunk und Geprotze! Schluss mit nagelneuen Edelkarossen und Luxussuiten!

Wir, Kinder und Jugendliche der Nachkriegsjahrzehnte – ehemalige Heimkinder, die in Einrichtungen Ihrer Kirche leben mussten – wurden jahrelang gezwungen, durch die Hölle zu gehen:

  • brutalste Schläge bis hin zur Folter,
  • Medikamentenmissbrauch,
  • medizinische Experimente,
  • Isolationshaft,
  • Schwerstarbeit,
  • Entzug von Schlaf, Essen, Trinken, Liebe, Zuwendung, Freiheit, Bildung und Kultur,
  • sexuelle Gewalt in allen widerwärtigen, krankmachenden Facetten,
  • psychische Quälereien…

Die Liste könnte fast beliebig weiter geführt werden.

Insgesamt sind wenigstens 800.000 Opfer zu beklagen – und dies ist eine eher noch geschönte Zahl. Die zwangsweise in die Psychiatrie Eingewiesenen, die behinderten Jungen und Mädchen, Frauen und Männer, die Säuglinge und Kleinkinder, die unendlich gequält wurden, sind nicht mit eingerechnet. Auch die alten Menschen in den Heimen fallen durchs Raster.

Für all diese Scheußlichkeiten zahlt die Katholische Kirche Deutschlands mal gerade 15 Millionen Euro in einen „Hilfsfonds ehemaliger Heimkinder“ und verkauft dies als Entschädigung. Im Durchschnitt bekommt jedes für sein Leben gezeichnete Opfer 5.000 Euro, was bedeutet, dass der Anteil der Katholischen Kirche pro Opfer bei sage und schreibe 850 Euro liegt.

Der Umbau der Bischofsresidenz von Limburg kostet, so stellt sich zwischenzeitlich heraus, fast 40 Millionen Euro, jener der Diözese Rottenburg reicht ebenso an diese Summe oder übersteigt sie gar noch, im Erzbistum München wird ein neues Ordinariat für ca. 130 Millionen Euro gebaut.

Müsste sich die Katholische Kirche Deutschlands ob dieser Diskrepanzen nicht in Grund und Boden schämen? Ist es nicht geradezu eine Ohrfeige für den Gekreuzigten, dass seine Kirche Millionenbeträge hortet (nach ersten Offenlegungen sind das z.B.: München 27,6 Millionen/Hamburg 185 Millionen/Speyer 46,5 Millionen/Limburg 100 Millionen/Köln 130 Millionen – das macht ein Gesamtvermögen von 359,1 Millionen Euro bei gerade mal vier deutschen Bistümer!), diese Gelder dann für Luxus und Geprotze aus dem Fenster wirft und für ihre eigenen Opfer lediglich Almosen bereit hält?

Wir bitten Sie inständig:

  • Unterstützen Sie unseren Kampf um eine gerechte Entschädigung für alle ehemaligen Heimkinder!
  • Rufen Sie Ihre Glaubensbrüder in Deutschland auf, arm für die Ärmsten zu werden!
  • Bitten Sie sie, arm für die Opfer Ihrer eigenen Kirche zu werden!
  • Appellieren Sie an die Leiter der Katholischen Kirche Deutschlands, sich von einem Teil ihrer Millionen zu trennen, um den Opfern eben dieser Kirche einen würdigen Lebensabend außerhalb einer Pflegeeinrichtung zu ermöglichen!
  • Setzen Sie sich dafür ein, den unter den Dächern der Katholischen Kirche Deutschlands geschändeten, geschundenen, zusammengeschlagenen, psychisch und sexuell vernichteten Menschen eine echte Entschädigung zu zahlen.

Wir haben die große Hochachtung vor den von Ihnen geäußerten Ansichten, um derentwillen wir uns an Sie richten in der Hoffnung, dass Sie sich für uns einsetzen und verwenden mögen. Denn wir sind der festen Überzeugung, dass die Katholische Kirche Deutschlands es den Überlebenden ihrer Kinderheimhöllen schuldig ist, auf unsere Forderungen einzugehen.

Hochachtungsvoll

Dirk Friedrich, Vorstand
Heidi Dettinger, Vorstand

Im Namen des Vereins ehemaliger Heimkinder e.V.

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“Entschädigung” nur bei Wohlverhalten

Franz Sales Haus und missbrauchte ehemalige Heimkinder

Entschädigung nur bei Wohlverhalten

Wiederholt haben wir im newsletter (1) über die Missachtung und mangelnde bis ausbleibende Entschädigung von Menschen berichtet, die in den 50er bis 70er Jahren in Behinderteneinrichtungen als Kinder misshandelt, missbraucht und vergewaltigt wurden. Insbesondere haben wir die Petition zur Aufarbeitung dieser Verbrechen gegen die Menschlichkeit von Rolf-Michael Decker unterstützt (siehe newsletter Nr. 56/Juli 2014, S. 2ff).

Um Teil haben sich nach Bekanntwerden dieser Übelstände Einrichtungen zur Entschädigung der Betroffenen bereit erklärt. Das gilt auch für das Essener Behindertenheim Franz Sales Haus. Nun kann man/frau diese Zahlungsbereitschaft gundsätzlich positiv bewerten. Verwundert müssen wir jedoch zur Kenntnis nehmen, dass das Franz Sales Haus nicht jedem früheren Opfer eine Entschädigung zugesteht – zum Beispiel Rolf-Michael Decker. Warum? In der Ablehnungsbegründung schreibt das Franz Sales Haus, die Entschädigungen des Heimkinderfonds seien „freiwillige Leistungen“, auf die kein Rechtsanspruch bestehe.

Unseres Wissens gibt es im Sozialrecht die gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtaufgaben, die ein Leistungsträger erbringen muss und die freiwilligen Zusatzleistungen, die der Träger aus eigenem Ermessen zahlt. Diese Unterscheidung hebt aber nicht den Rechtsgrundsatz der Gleichbehandlung auf, unabhängig davon, ob es sich um freiwillige oder Pglichtaufgaben handelt. Das heißt: Hat sich ein Träger zur freiwilligen Zahlung an eine Betroffenengruppe wie die Entschädigung ehemaliger Heimkinder verpflichtet, so sollte die Zahlung bei Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen erfolgen, ungeachtet der Person, ihres Verhaltens oder sonstiger Charaktereigenschaften. Bei Rolf-Michael Decker liegen jedenfalls die Voraussetzungen zur Zahlung vor. Dies hat sogar das Oberlandesgericht Hamm als unabhängige Instanz in einem Urteil festgestellt (siehe newsletter Nr. 55/März 2014, S. 5). Dennoch verweigert das Franz Sales Haus ihm die Entschädigung, womit der Grundsatz der Gleichbehandlung gebrochen wird. Dass Herr Decker dem Franz Sales Haus unbequem ist, weil er entgegen den pseudowissenschaftlichen Studien eines Bernhard Frings die konsequente Aufarbeitung der vergangenen Geschehnisse fordert, kann kein Ablehnungsgrund sein. Damit sich die Leserinnen und Leser selbst ein Urteil über die Entscheidungsgründe des Franz Sales Hauses machen können, dokumentieren wir den Ablehnungsbescheid.

(1) Der newsletter ist eine Beilage der Zeitschrift Bioskop

Dokumentation: Ablehnungsschreiben des Franz Sales Haus
Franz Sales Haus 20.05.2016

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10 Jahre Freie Arbeitsgruppe Johanna-Helene-Heim 2006

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„Grundsätzlich spreche ich Klartext, ich nenne ein Schwein ein Schwein.“

Interview mit einem Heimopfervertreter. Die Fragen stellte Helmut Jacob.

Im Rahmen meiner Dokumentation der Verbrechen an Kindern und Jugendlichen in den Nachkriegsjahrzehnten sind mir immer wieder Kommentarschreiber aufgefallen, die mein Interesse geweckt haben. Erich Kronschnabel fiel mir im Blog des evangelischen Dipl.-Theologen/Dipl.-Psychologen Dierk Schäfer aus Bad Boll auf. Dort las ich – so empfand ich es zunächst – ziemlich „freche“ Beiträge von Kronschnabel, die für einige Leser vielleicht an der Beleidigungsgrenze kratzen. Je mehr ich seine Beiträge beobachtete, desto mehr fiel mir auf, dass seine Wortwahl Taktik ist, die für seine Arbeit positive Wirkungen erzielt. Auch in diesem Interview schont er die Leser nicht.

Frage:
Herr Kronschnabel, Sie vertreten ehemalige Heimkinder, die zu Heimopfern geworden sind. In welchem Bundesland und wie viele?

Antwort:
Zuerst muss ich den Begriff “vertreten” definieren. Ich bin für ehemalige Heimkinder als Beistand tätig, vertrete sie nicht juristisch! Die Beistandschaft ist gesetzlich geregelt und nicht nur Juristen erlaubt.

Meine Tätigkeit bezog sich auf Hilfe für Opfer, die in Heimen Niedersachsens verwahrt wurden. Neunzig Prozent aller Fälle resultierten aus der Verwahrung im damaligen Kinder-KZ Stephansstift Hannover mit dessen Kinderhölle “Gut Kronsberg”. Weil diese Schreckensanstalt zur Diakonie gehört(e), war und ist die Landeskirche Hannovers für die Fälle zuständig, in denen Kinder zu Sexualopfern wurden.

Speziell diesen Opfern stand ich bei, als es um die sogenannte “Entschädigung” ging, die durch eine “Unabhängige Kommission” der Landeskirche Hannover festgelegt wurde.

Die Fallzahl liegt im zweistelligen Bereich. Nach Angaben der Landeskirche Hannover wurden cirka 60 Sexualopfer “entschädigt

Frage:
Mit welcher Landeskirche haben Sie zu tun?

Antwort:
Mit der Landeskirche Hannover direkt. Indirekt auch mit der Landeskirche Oldenburg/Niedersachsen, weil die sich mit der Bitte um Beratung zur praktischen Arbeit mit Sexualopfern an mich wandte. Im Endergebnis kam es zu einer Zusammenarbeit mit der Landeskirche Hannover, deren “Unabhängige Kommission” die Opferanträge der Oldenburger auch entschied bzw. beschied. Auch die Braunschweigische   Landeskirche lässt bei der “Unabhängigen Kommission” der Landeskirche Hannover “arbeiten”. Wie unabhängig eine “Unabhängige Kommission” wirklich ist, wenn alle Mitglieder engstens mit der Landeskirche Hannover verwoben sind, mag jeder Leser selbst beurteilen. Richter in eigener Sache nennt man das in einem Rechtsstaat. Aber vielleicht kommt das Selbstverständnis der Landeskirche Hannover ja noch aus der Zeit, als der Staat ganz rechts stand. Der Vorsitzende dieser “Unabhängigen Kommission” ist jedenfalls ein honoriger, pensionierter Volljurist, der seine Kraft auch der Kirche spendet. Jeder hat wohl seine eigene Vorstellung vom Erwerb des Seelenheils auf Erden. Weitere Mitglieder dieser Kommission sind ein ehemaliger  Regierungspräsident, eine ehemalige Landtagsabgeordnete und ein Pfarrer. Alle in Pöstchen der Kirche aktiv, da ist die “Unabhängigkeit” so eine Sache und so werden – aus meiner Sicht – die Personen zu Richtern in eigener Sache.

Frage:
Welche Erfolge haben Sie bisher verzeichnen können? Was ist die Höchstsumme der von Ihnen erstrittenen Entschädigungsleistungen?

Antwort:
Die von mir betreuten Sexualopfer erhielten zwischen 21.000,00 und 27.500,00 Euro. Meines Wissens bewegten sich die “Entschädigungen”  für andere Opfer zwischen 2.500,00 und 31.000,00 Euro. In ein paar Fällen wurden die Summen nach Widerspruch um bis zu 30 Prozent erhöht.

Pervers ist für mich die Tatsache, dass keines der Opfer die “Entschädigungssumme” erhielt, die der Jahrespension eines Täters entspricht! Ich sehe das als Beweis für die Abgebrühtheit der Kirchenführer an. Für die Täter sorgt man bestens, für die Opfer kehrt man Brosamen zusammen und wirft sie ihnen hin. Die oben genannten Zahlen sprechen für sich. 

Frage:
Wie ist Ihre Vorgehensweise, die zu diesen Zielen führt?

Antwort:
Grundsätzlich spreche ich Klartext, ich nenne ein Schwein ein Schwein. Durch die Brust ins Auge – wie bei Kirchens üblich – ist nicht mein Ding, denn ich habe es mit hartleibigen Rechtsnachfolgern übelster Sexualstraftäter zu tun. Ich halte es wie Joschka Fischer, der dem Bundestagspräsidenten in aller Förmlichkeit ein rückseitiges Körperteil nannte. Die berufsmäßigen Gutmenschen der Kirchen sind peinlich berührt, wenn sie auf einen treffen, dem alberne Titel genau da vorbeigehen. Der Kirchenoberrat oder der Bischof machen auf der Toilette auch einen krummen Buckel, also beeindrucken mich solche Leute nicht. Mir geht es alleine um die Dummdreistigkeit des mangelnden Unrechtsbewusstseins der Täternachfolger. Begonnen hat es mit einem schmierigen Fragebogen, der die Opfer retraumatisierte. Ich weiß von Menschen, die wegen dieses unmenschlich abgefassten Fragebogens keinen Antrag auf “Entschädigung” stellten. Ich warf den Verantwortlichen absichtliche Abschreckung vor. Natürlich bestritten die feinen Herren das.

Das anfängliche Verhalten der Kirchenführer war für mich ein Schlag ins Gesicht der Opfer. Nachdem ich auf Hardlinerkurs mit klarstem Deutsch umstellte und die hartleibigen Klingelbeutelherumreicher massiv als das bezeichnete, was sie in meinen Augen sind, kam es zu Annäherungen. Anständige Töne wurden ignoriert, führten ins Leere. Darauf reagierte ich in bekannter Art, denn ich lernte ganz schnell, dass ich mit dem von den Schergen der damaligen Diakonie benutzten Vokabular genau zwischen die Augen der Täternachfolger traf. Fazit meinerseits: „Du musst ein Schwein sein!” – wie im Schlager, wie von den Kirchenleuten vorgelebt. Von da an lief es. Traurig? Nee, lächerlich, eben so, wie sich die Verantwortlichen der Kirche auch aufführten.

Frage:
Welche Opfer können sich an Sie wenden? Auch solche aus anderen Bundesländern?

Antwort:
Das ist nicht an Bundesländer gebunden. Entscheidend ist der Einzelfall.

Frage:
Ab welcher Summe trifft für Sie der Begriff “Entschädigung” zu?

Antwort:
“Entschädigung” kann man all die Groschen nicht nennen, die den Opfern hingeworfen werden. “Die Würde des Menschen ist unantastbar” heisst es in Artikel 1 des Grundgesetzes. Die Kirchen als Heimbetreiber machten daraus eine Farce! Sie tasteten die Würde der ihnen anvertrauten Menschen schamlos an. Sie tasteten sie schamlos an und die in Kirchendiensten stehenden Sexualverbrecher tasteten ihre Opfer auch körperlich ab, benutzten sie als Arbeits- und SEXsklaven!

Die Täternachfolger tasteten die Würde der ihnen ausgelieferten Opfer erneut an, als es um die grosskotzig “Entschädigung” genannten Pfennige ging. Sie beschädigten  erneut Seelen, Psychen und Biografien!

Und wie ist das zu entschädigen?” fragen nicht nur Sie. ICH halte einen Betrag von HUNDERT Euro für JEDEN Leidenstag in den Kinder-KZs der Kirchen für angemessen. Gehalten wie Tiere, entwürdigt, geschunden, gequält und lebensunfähig gemacht – das haben die Rechtsnachfolger der Verbrecher in ihren Reihen anstandslos hinzublättern. Um den Opfern die verbleibende Lebenszeit lebenswert zu machen. Die (oft) noch lebenden Täter mästen sich an fetten Pensionen, wie pensionierte Bischöfe, die genau um die Verbrechen in ihrem Amtbezirk wussten. Die Opfer stehen als Bittsteller bei den Sozialämtern an. Welch eine verlogene Christlichkeit! Jesus ritt auf dem Esel, der Bischof versenkt seinen feisten Hintern in Lederpolstern einer Luxuslimousine. Und die Kirchenopfer dürfen singen, wenn Bischof Kunibert huldvoll grüssend durchs Behindertenheim watschelt? Ein Fall für die Konkurrenz, die das Heizwerk betreibt, das sie Hölle nennen. Aber: Nimmt der Gehörnte auch Lügenbeutel mit Kreuz am Hals in der Wärmestube auf? 

Frage:
Sie schreiben im Blog des evangelischen Theologen/Psychologen Dierk Schäfer. Was ist Ihre Intension?

Antwort:
Dierk Schäfer ist für mich ein Mann mit “Arsch in der Hose”, der die Dinge beim Namen nennt. Er hebt sich von der Masse seiner Amtsbrüder ab – und ich vermute, dass ihn so mancher Amtsbruder nicht als Bruder sieht, sondern als Nestbeschmutzer. Das ficht Dierk Schäfer nicht an.

Ich stieß relativ spät auf seinen Blog. Pastoren und Kirche sind nicht meine Welt. Trotzdem begann ich bald, die Kraft des Dierk Schäfer zu achten. Mit dem kann man auch fechten, der ist ein harter Gegner, aber niemals unfair. Er wurde zu einem bedeutenden Sprachrohr für die Heimkinder, er half uneigennützig und das rechne ich dem Mann hoch an. In ihm fand ich einen Verbündeten, durch ihn bekam ich oft Denkanstöße. Er ist der einzige Mann der Firma mit dem Kreuz im Logo, der meine menschliche Achtung hat. Die anderen seiner Zunft sehe ich lieber als “Pfarrer to Go”.

Frage:
Wie sollen sich Opfer verhalten, die ohne Ihre Hilfe ihre Forderungen durchsetzen wollen? Haben Sie dafür Rezepte?

Antwort:
Rezepte habe ich dafür nicht. Wichtig ist ein gesundes Selbstbewusstsein. Ich weiss, dass genau das vielen Opfern fehlt.  Wer mit Haien zu tun bekommt, braucht eine gute Harpune in Gestalt eines rede- und schreibgewandten Menschen, der sich um Anstand nicht schert. Darum darf er sich nicht scheren, weil die Täternachfolger keinerlei Anstand besitzen! Das beweist deren schmieriges Verhalten. Mich wollte so ein Scheich von Bischofs Gnaden wegen Beleidigung rechtlich belangen. “Prima, wunderbar, dann habe ich endlich einen eurer Schmierlappen vor dem Kadi und kann der Öffentlichkeit vorführen, wie mies ihr als Menschen seid!” Die wollten es nicht wirklich wissen, die wussten, dass ich daraus ein Schlachtfest machen würde, bei dem ein schwarzes Ferkel am Haken hängen würde.

Was ich damit sagen will ist: Nicht einschüchtern lassen, dreist anklagen, die Scheinheiligkeit aufzeigen und Wiedergutmachung  einfordern. Das verstehen die, die handeln seit 2000 Jahren mit Seelen, beuten Menschen aus, man kann mit ihnen wie mit Pferdehändlern schachern. Das entspricht ihren Charakteren. Beweis: Sie boten mir 25.000,- €. Ich setzte meine Schmerzfreiheitsgrenze bei 30.000,- an. Man traf sich bei 27.500,-… SO geht Vieh- und Ablasshandel mit Kirchens !!!

Frage:
Mit welchen Verbrechen an den von Ihnen vertretenen Opfern wurden Sie konfrontiert?

Antwort:
Alles was im Strafgesetzbuch zu den Sexualstraftaten zählt, war vertreten. Täter waren nicht nur Männer sondern auch Frauen. Auch im Bereich Heimwesen zeigte sich immer wieder, dass Frauen als Täterinnen brutaler vorgehen als Männer. Das lehrte uns schon das aus dem Strafvollzug und aus dem Dritten Reich vorliegende Wissen. Vielleicht kann ein Psychologe dieses Phänomen mal erklären. Vielleicht kann der uns auch erklären, warum die Täternachfolger sich moralisch nicht viel anständiger als die Täter verhalten. Richtig gut könnte das wohl Dierk Schäfer erklären, weil der ja Pfarrer und Psychologe ist. “Keine Zeit” gilt nicht, Herr Schäfer…

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Noch immer keine Wiedergutmachung für behinderte Heimopfer

Die Empörung ist groß und berechtigt: „Die Fortsetzung einer Reihe von Skandalen!“

Helmut Jacob aus Wetter an der Ruhr ist empört. Seit 10 Jahren betreut er die Homepage einer Opfergruppe: www.gewalt-im-jhh.de. Fünf behinderte ehemalige Heimkinder und vier ehemalige Mitarbeiter fanden sich 2006 zusammen, um Gerechtigkeit für die damaligen Schüler und Schülerinnen im Johanna-Helenen-Heim der Volmarsteiner Anstalten bei Hagen zu erkämpfen. In den Nachkriegsjahrzehnten wurden zahlreiche Kinder Opfer von physischer, psychischer und sexueller Gewalt.

Jacob: „Die damals Hilflosesten der Gesellschaft, behinderte Klein- und Schulkinder, erhalten bis heute nicht einen Cent Wiedergutmachung!“ Er listet die Reihe der Skandale auf: Am „Runden Tisch Heimerziehung“ (RTH) unter Vorsitz der Politikerin und Theologin Antje Vollmer wurden die behinderten Opfer rüde abgewimmelt. Der RTH bearbeite nur die Skandale im Bereich der Erziehungshilfe, zu der die Behindertenhilfe nicht gehöre. Dabei ist klar: Im Kinderheim Johanna-Helenen-Heim fand Schulbildung statt und sollte auch Erziehung stattfinden. Auch wenn beiden Ansprüchen nicht gerecht wurde, so wäre es nicht logisch, das Johanna-Helenen-Heim jenseits der Erziehungshilfe zu sehen.

Jacob: „Der zweite Skandal ist die angebliche Bereitschaft zur Wiedergutmachung für sexuell missbrauchte Kinder durch die Evangelische Kirche.“ Wer aus deren Töpfen maximal 5000 € erhalten will, muss einen seitenlangen Antrag ausfüllen. Jacob: „Die unverzeihliche Aufforderung war: ‘Schildern Sie den Tathergang’“. Es reicht offenbar nicht, die Örtlichkeiten zu schildern, in denen die Missbräuche stattfanden. Die Warnung des Webmasters, dass solche Schilderungen schlimmste Retraumatisierungen nach sich ziehen können, wurde von der Anlaufstelle ignoriert. Jacob führte selbst eine behutsame Befragung durch, in vielen Tagen und verbunden mit manchen Tränen eines Opfers. Jetzt beantwortete er für das Opfer diese Aufforderung zur Tatschilderung. Prompt erhielt er die Antwort, dass sich das Opfer persönlich äußern müsse.

Daraufhin riet der Webmaster vom Ausfüllen des Fragebogens ab.

„Der letzte Skandal“, so Helmut Jacob entsetzt, „ist die immer noch nicht stattgefundene Wiedergutmachung.“ Inzwischen seien alle Gruppenmitglieder zu der Meinung gelangt, dass Bund, Länder und Kirchen offensichtlich die “biologische Lösung“ bevorzugen, um die Zahl der Anspruchsberechtigten durch Todesfälle zu minimieren. „Es ist erschütternd, aber auch bezeichnend, dass Verbrechen, die seit 2006 im Fokus der Öffentlichkeit stehen, immer noch nicht reguliert sind.“ Die Gruppe muss im zehnten Jahr ihres Bestehens erschüttert zusehen, wie mehr und mehr ehemalige Mitschüler versterben, auch an Krankheiten infolge der Gewalt in der „Hölle von Volmarstein“.

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Fonds für Ehemalige aus Einrichtungen der Behindertenhilfe und der Psychiatrie

Man lese und staune: und es gibt sie doch! Zwei Klassen von ehemaligen Heimkindern, nämlich!

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08.09.2015: Demo in Hannover

Wir wollen, was uns zusteht: Eine angemessene Entschädigung!

Friedliche Demo ehemaliger Heimkinder vor dem evangelischen Landeskirchenamt in Hannover, Rote Reihe 6, 10:00 Uhr bis ca. 14:00 Uhr.

Wir hoffen auf rege Beteiligung und schön große, ausdrucksstarke mitgebrachte Transparente!

karte rothe reihe

Noch Fragen? Bitte melden bei
Walter Hans, Tel.: 04102-31547

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Ehemalige Heimkinder gesucht

Dringend gesucht werden Ehemalige, die in den Jahren 1953 – 1963 in folgenden Heimen waren:

  • evangelisches Heim in Prisdorf bei Pinneberg
  • Johannes-Petersen-Heim in Volksdorf
  • Heime in Fünfhausen, Dibbersen, Eißendorfer Pferdeweg, Blankensee

Ebenso dringend werden Zeitzeugen aus den Jahren 1960 – 1969 aus folgenden Heimen gesucht:

  • Don-Bosco-Heim in Berlin-Wannsee (1960/61)
  • Kinderheim St. Hedwig, Sakrower Kirchweg 21, Berlin (1962/63)
  • katholisches Kinderheim St. Fridolin in Säckingen (1964)
  • Kinderheim Dominikus-Savio-Heim, Berlin (1967)

Sollten Sie in einem dieser Heime gewesen sein, oder jemanden kennen, der dort war, bitte wenden Sie sich an:

Frau Nicole Grimme
Tel.:  06872/ 50 500 27
Fax.: 06872/ 50 500 51
Mail: info@kanzlei-nieporte.de

oder

Rechtsanwalt Robert Nieporte.
Tel.: 0651/ 99 46 95 50
Fax.:0651/ 99 46 94 56
Mobil: 0170 77 54690
Mail: info@kanzlei-nieporte.de

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Petition ehemaliger Heimkinder – Zum Stand des Verfahrens

Die von BioSkop unterstützte Petition von Rolf-Michael Decker zur Aufarbeitung und Entschädigung der von Gewalt betroffenen ehemaligen Heimkinder (wurde) im Petitionsausschuss parteiübergreifend und einstimmig angenommen (…).

Darüber hinaus sind diese und ähnlich lautende Petitionen dem Bundesarbeitsministerium mit der Erwägung zugeleitet worden, einen Fonds für die früheren Heimkinder aus Behinderteneinrichtungen einzurichten, da sie nach den Beschlüssen des “Runden Tisches Heimerziehung” noch nicht berücksichtigt worden sind. Schließlich sind die Petitionen auch den verschiedenen Länderparlamenten zugeleitet worden, da die Behindertenhilfe und psychiatrische Versorgung zum Aufgabengebiet der Bundesländer gehört. Sie müssen, so die Ansicht der Bundesbehöreden, auch ihren Teil zu dem Entschädigungsfonds beitragen.

Allein dies ist schon ein großer Erfolg, denn viele Gesuche von Bürgerinnen und Bürgern werden schon nach wenigen Wochen abschlägig beschieden. Doch es gibt noch viel zu tun.

Die zweite Forderung von Rolf-Michael Deckers Petition, die die Aufhebung der 30jährigen Frist zur Ahndung der Verbrechen an Heimkindern zum Inhalt hat, ist noch nicht entschieden. Sie ist aber auch nicht abgelehnt worden.

Wie das Abgeordnetenbüro von Corinna Rüffer (Bündnis 90/Die Grünen) mitteilte, gehen die Beratungen zwischen Parlament und Justizministerium dahin, eine generelle Regelung zu erarbeiten, die Kinder mit Gewalterfahrungen innerhalb und außerhalb von Heimen betrifft.

Wir können ergänzen, dass auch viele frühere Heimkinder noch gar nicht berücksichtigt sind. Viele der heute aktiven sind mit Falschgutachten eingewiesen worden – waren also nicht behindert oder schwachsinnig und daher unrechtmäßig weggesperrt.

Völlig unbekannt ist etwa die Zahl der ehemaligen Heimkinder und heutigen Erwachsenen, die seinerzeit wirklich schwer geistig und/oder körperlich behindert waren/sind, sich gegen Gewalt nicht wehren können, niemals die Einrichtungen verlassen konnten und von den Diskussionen und Entschädigungsregelungen nichts wissen.

Wie gesagt: Es gibt viel zu tun. Wir halten Sie/euch auf dem Laufenden.

Volker van der Locht, Essen

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